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Weihnachtsgeschichte
Der Technikfluch des Christkinds

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Ich gebe es ja zu. In den 80er Jahren hatte ich das mit dem Weihnachtsfest noch nicht so ganz verstanden. Warum das ganz Brimborium? In die Kirche gehen? Die Sache mit dem Baum, die mir bis heute noch niemand wirklich schlüssig erklären kann. Von Michael Kipp

Bis er mal gerade steht – Sie kennen das. Und jetzt mal Butter bei die heiligen Fische: Schon damals habe ich nicht daran geglaubt, dass da ein Christkind vorbeikommt, Geschenke bringt und ein Glöckchen läutet, während ich mit meinem Bruder im Zimmer nebenan warte. Wenn – dann war es schlecht organisiert. Nur selten hat das Kind uns Kindern das gebracht, was wir ihm im Versandkatalog angekreuzt hatten. Enttäuscht hatte es meinen Bruder und mich auch in den 90er Jahren. Die erste Playstation. Ein TV, der erste Commodore 64. Hat zwar alles das Christkind gebracht, aber kaputt. Nix ging. Ein Umtausch nach den endlos langen Tagen war nötig. Die Stimmung im Eimer. Und heute? Heute muss das Christkind nichts mehr bringen. Wir schenken uns nichts mehr. Wir sitzen einfach alle zusammen, essen was Gutes und schauen auf den lieblichen Baum. Völlig unaufgeregt. Und zufrieden.