Ortsrat Furpach : Netto-Markt kommt, nur eben später

Der Einkaufsmarkt war Thema im Ortsrat von Furpach, der zum ersten mal seit Monaten tagen konnte.

Die Pandemie macht selbst aus gewöhnlichen Ortsratssitzungen ein Ereignis. So auch am Montagnachmittag in Furpach. Erstmals seit Februar konnte das Gremium regulär tagen – wenn auch die Form an eine Klassenstunde erinnerte. So hatten Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr in ihrer Fahrzeughalle Bänke und Stühle aufgestellt, die Mindestabstände berücksichtigend.

Abzuarbeiten gab es im „Klassenzimmer“ zwischen Schläuchen, Stiefeln, Seilen & Co. nach der unfreiwilligen Pause so einiges. Zunächst informierte Jörg Lauer, Abteilungsleiter für Stadtplanung und -entwicklung, über die neuesten Entwicklungen in Sachen Bebauungsplan Nummer 134 „Alte Grundschule Kohlhof“. Bei der öffentlichen Auslegung hatte neben diversen Trägern öffentlicher Belange nur ein Bürger Stellung bezogen. Neu im Plan ist eine Höhenbegrenzung der Gebäude auf „maximal acht Meter“. Außerdem „ist ein komplettes Baufeld rausgefallen“, was dazu führt, dass das Areal „eine zentrale Grünfläche“ hinzu gewinnt und mehr Bäume erhalten bleiben können als ursprünglich vorgesehen. Nach einer erneuten Auslegung, „wenn alles normal verläuft, sehen wir uns nach den Ferien wieder, um die Ergebnisse zu präsentieren“, kündigte Lauer an. Helmut Wellner (SPD) monierte die angekündigten 25 bis 30 Euro Quadratmeterpreise im Objekt. „Ich will die Preisdebatte nicht führen“, reagierte Ortsvorsteher Peter Pirrung (CDU). Als privatem Träger steht es dem Eigentümer frei, wie er seine Mietpreise gestaltet. Und die regelt letztlich der Markt, sprich Angebot und Nachfrage.

Einstimmige Befürwortung herrschte im Übrigen nicht nur bei diesem Tagesordnungspunkt, sondern auch bei allen weiteren. TOP vier und fünf hatten die Teiländerungen der Bebauungspläne „5. Abschnitt Furpach“ und „Netto Markt Furpach“ zum Inhalt, wo der Rat mittels Billigung des jeweiligen Entwurfes ebenfalls grünes Licht für die öffentlichen Auslegung und parallele Beteiligung der Behörden gab. Anders als nach wie vor umlaufende Gerüchte weismachen wollen, wird der Netto-Markt kommen – nur eben später, was Pirrung mit der „klassischen Coronaverzögerung“ begründete: Gibt es doch Planungsbeteiligte in NRW und Hamburg, bedurften Verträge einer „physischen Unterschrift“ und war das Rathaus geschlossen, was öffentliche Auslegungen erschwert. Anvisiert ist nun ein Eröffnungstermin irgendwo zwischen Januar und März 2021. Wie Jörg Lauer noch einmal betonte, wird der Neubau keine großen Veränderungen mit sich bringen – die Nutzung der Flächen bleibt weitgehend gleich.

Angst vor nächtlichem Lärm müsse niemand haben, da zwischen 22 und 6 Uhr nicht angeliefert werden dürfe. Erfolgt nach dem Sommer ein entsprechender Satzungsbeschluss, ist der Weg frei für den Abriss des bestehenden Supermarkt-Gebäudes. Christian Ruffing (Grüne) fragte nach, wie es künftig um die Wertstoffcontainer an diesem Standort bestellt sei. Was in der Runde nicht beantwortet werden konnte und deshalb als Frage ans Rathaus/Ordnungsamt geht.

Jörg Wilhelm und Eckhard Straßburger erläuterten anschließend das Bauprogramm für den Ortsteil (Bericht folgt). Seinen Lehrpfad erneuern möchte der Natur- und Vogelschutzverein Ludwigsthal. Kostenpunkt 900 bis 1500 Euro, stellte Mitglied Helmut Wellner das Projekt vor. Von der Stadt erhofft man sich dafür einen Zuschuss. Geld für einzelne Tafeln wird nicht fließen, wusste Ortsvorsteher Pirrung schon Näheres. Anders sieht es aus, wenn die Stabstelle Dorfentwicklung zusammen mit dem Verein ein neues Gesamtkonzept für das Vogelschutzgehölz und den Lehrpfad erstellt.

Doch zunächst müsse der Ortsrat das Vorhaben gutheißen und die Verwaltung damit beauftragen. Was umgehend erfolgte. Keine gute Nachricht hatte Pirrung schließlich für die Pendler zwischen den Landkreisen: So habe die Stadtverwaltung Bexbach mitgeteilt, dass die Überquerung der Autobahn zwischen Niederbexbach und Kohlhof für den öffentlichen Verkehr nicht mehr freigegeben wird. Vorgesehen ist ausschließlich eine Nutzung als Fußgänger- und Radfahrerbrücke. Um Nichtöffentlichkeit herzustellen, wurden sodann die Rolltore des Gerätehauses herunter gelassen.