Der Nikolaus kam aus dem Wald

Hangard. Da sage noch mal einer, die Kinder von heute seien zu faul zum Laufen. Wer den Hangarder Nachwuchs am Samstag beobachtet hat, der wurde glatt eines Besseren belehrt. Zugegeben, der Weg in den nahen Wald und auch der Grund der Wanderung lud die Kinder geradezu dazu ein, sich zu sputen

Hangard. Da sage noch mal einer, die Kinder von heute seien zu faul zum Laufen. Wer den Hangarder Nachwuchs am Samstag beobachtet hat, der wurde glatt eines Besseren belehrt. Zugegeben, der Weg in den nahen Wald und auch der Grund der Wanderung lud die Kinder geradezu dazu ein, sich zu sputen. Hatte doch Rudi Bechtel, Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins, den Jungen und Mädchen vor der katholischen Kirche erzählt, dass dort aus dem Wald der Heilige Nikolaus kommt. Und da gab es selbst für die Jüngsten kein Halten mehr. Schnell ging es voran, und als sich der Heilige Mann nicht gleich zeigte, wurde gerufen, was die zarten Stimmchen hergaben. Selbst Bechtel hegte keinen Zweifel daran, dass der Nikolaus auch in diesem Jahr dem Hangarder Weihnachtsmarkt einen Besuch abstatten werde. "Schließlich macht er das schon seit gut 20 Jahren und damit fast so lange, wie es die Veranstaltung gibt", erklärte er. Vom Heimat- und Kulturverein wurde der Markt mit all seinen Programmpunkten wie dem ökumenischen Gottesdienst am Sonntagnachmittag ins Leben gerufen, "und warum soll man was ändern, was gut läuft", so die Devise von Bechtel. Und so ändert sich auch der Nikolaus nicht. Mit Heinz-Jürgen Ulrich hat man in Hangard vor Jahren einen Mann gefunden, der freundlich und besonnen den Kindern gegenübertritt und bei dem niemand Angst haben muss vor dem Mann mit der Bischofsmütze. So herrscht auch immer dichtes Gedränge, sobald er aus dem Wald kommt und seinen prall gefüllten Sack vor den neugierigen Kinderaugen öffnet. Mit allerlei Süßigkeiten und saftigen Mandarinen verwöhnte er die Kinder, die ihn gerne mit auf den Weg zum Weihnachtsmarkt an der Kirche nahmen. Dort warteten die teilnehmenden Vereine auf die Besucher, die trotz einsetzendem Regen auch in diesem Jahr ihrem Markt die Treue hielten. "Mit sechs Ständen sind wir in diesem Jahr schon ein bisschen am Schwächeln. Doch viele Vereine schaffen es nicht, genügend Personal für einen Stand mobil zu machen", erklärte Rudi Bechtel. Doch statt zu jammern, dankte er lieber dem Förderverein katholische Kirche, den Brunnebutzern, dem Turnverein, dem Musikverein und der Jungen Union dafür, dass die Tradition des Hangarder Weihnachtsmarktes nicht verloren geht. Gemeinsam mit dem Heimat- und Kulturverein schafften sie es, Hochprozentiges, Deftiges, Süßes und sogar Selbstgemachtes unter die Besucher zu bringen.