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Der Musiker Nino Deda kam aus Albanien nach Neunkirchen

Menschen : Musik aus der Stille unsicherer Zeiten

In den sie­ben Städ­ten und Ge­mein­den des Land­krei­ses Neun­kir­chen le­ben 131 000 Men­schen, 64 500 Män­ner und 66 500 Frau­en (In­fo: Land­kreis). Und je­der von ih­nen ist et­was ganz Be­son­de­res. In die­ser Se­rie stel­len wir in lo­cke­rer Fol­ge Men­schen vor und das, was sie so be­son­ders macht. Heu­te: Nino Deda, Neunkircher Musiker.

Wenn man sich als Einwohner des Landkreises Neunkirchen irgendwann einmal für Musik interessiert, in einem Chor singen oder ein Instrument lernen will oder aber auch als Besucher gerne zu musikalischen Veranstaltungen geht, dann begegnet man ihm irgendwann unweigerlich, dem Musiker Nino Deda.

Nino Deda wurde im August 1968 in Durres, Albanien geboren und begann schon im Alter von fünf Jahren damit, Akkordeon zu spielen. Wenig später lernte er auch, Klavier zu spielen. Schlussendlich studierte er Komposition und Klavier an der Musikhochschule in Tirana und war fortan dort als Musiklehrer tätig. Im Jahr 1992 zog es den Musiker und seine Familie nach Deutschland, genauer gesagt ins Saarland, wo er nach einigen Stationen und verschiedenen Arbeitsstellen im Jahr 2001 eine Stelle als Kirchenmusiker der evangelischen Kirchengemeinde Neunkirchen, Bezirk Wellesweiler, annahm.

Doch das sollte längst nicht alles bleiben: Im Laufe der folgenden Jahre leitete er die verschiedensten Chöre in der Gemeinde, von Kinder- und Jugendchören über den „Gospeltrain“, bis hin zu „Cantanima“, einem weltlichen Chor außerhalb der Kirchengemeinde. Für diese Chöre schrieb, komponierte und arrangierte Nino Deda Stücke aller Art, von vertonter Lyrik (beispielsweise „Die 13 Monate“ von Erich Kästner) über Gospels, Instrumentalstücke, Kantaten bis hin zu Kindermusicals. Doch auch solistisch ist der Neunkircher gerne unterwegs, ob mit dem Klavier oder seinem Markenzeichen, dem Akkordeon. Zusammen mit den Musikern Amby Schillo und Michael Marx bildet er das Trio „Lieder der Poesie“, das zum großen Teil von ihm vertonte Lyrik präsentiert. Mit Michael Marx bildet er außerdem das Duo „Bach Balkan Tango“ oder spielt in seinem Soloprogramm „Die Poesie der Tasten“ eigene Klavierstücke und nimmt sein Publikum mit auf eine emotionale Klangreise.

Das Akkordeon ist Nino Dedas Markenzeichen. Foto: Thomas Reinhardt

Wie so viele Künstler in den letzten Monaten traf es auch Nino Deda hart, als Corona kam und mit der Pandemie der Lockdown. Konzerte wurden abgesagt, Chorproben eingestellt und sein musikalisches Leben quasi von heute auf morgen auf Eis gelegt. Doch der Musiker ließ sich trotzdem nicht davon abhalten, seine Leidenschaft weiter auszuüben, sondern nutzte die erzwungene Ruhe, um Muse zu finden für seine neue CD „Off to new horizons“. In den frühen Morgenstunden nutzte er die Stille, um sich ans Klavier zu setzen und die ganze Unsicherheit und Stimmung dieser schwierigen Zeit in seine Musik fließen zu lassen. Die ersten Stücke auf der CD spiegeln das intensiv wider. Da die Chorproben ausfielen, sandte er seine ersten so entstandenen Stücke an die Sänger seiner Chöre Cantanima und Gospeltrain, um ihnen etwas positive Kraft zu vermitteln, was ihm durch viel positives Feedback gedankt wurde. Motiviert durch diesen Zuspruch entstanden 15 Klaviermelodien, die Deda selbst „Piano Songs for special times“ nennt und die es auch bald live zu  hören und zu sehen gibt: Am Samstag, 31. Oktober, 20 Uhr, präsentiert Nino Deda seine Werke in der Gebläsehalle in Neunkirchen. Er  freut sich sehr darauf, endlich wieder auf der Bühne stehen zu können, wie er der SZ im Gespräch verrät. „Ich habe in dieser Zeit des plötzlichen Stillstands und durch den abgerissenen Alltag Platz für was Neues gefunden und dieser frei gewordene Raum füllte sich wie von selbst mit Musik. Ich freue mich sehr darauf, diese persönlichen Momente in Form meiner Klavierstücke mit dem Publikum zu teilen.“