Der Monat Mai 2019 im Kreis Neunkirchen

Kreis Neunkirchen: Rückblick auf den Mai 2019 : Brand fordert im Mai drei Menschenleben

Tragisches Unglück und die Kommunalwahlen waren die bestimmenden Themen des Monats.

Das Treppenhaus in Flammen, fünf Menschen in Fenstern und auf dem Dach. Die Feuerwehren aus Ottweiler und Neunkirchen haben am 12. Mai in den frühen Morgenstunden diese Menschen aus höchster Not gerettet. Für drei weitere konnten die Helfer nichts mehr tun, wie sich erst im Laufe der Woche danach bei den Bergungsarbeiten herausstellte. Eine Familie, Mann, Frau und vierjähriges Kind sterben bei der Katastrophe in der Wellesweilerstraße. Rauchgasvergiftung, heißt es im Obduktionsbericht. Die Straße bleibt tagelang gesperrt wegen der Aufräumarbeiten. Das Haus ist abbruchreif. Jörg Aumann, im Mai noch als Bürgermeister der Stadt öfter am Unglücksort anzutreffen, bezieht auf die Frage nach der Häufung von Bränden in dem Quartier Stellung. In Nordrhein-Westfalen gebe es ein Landesgesetz, das den Behörden eine gewisse Wohnungsaufsicht ermögliche. So etwas fehle im Saarland.

Beherrscht wird der Monat im weiteren Verlauf von dem Thema Kommunalwahlen. Ende Mai geht es im Kreis Neunkirchen neben der Zusammensetzung der Gremien auch um die Verwaltungschefs in sechs der sieben Kommunen. Nur in Merchweiler bedarf es keiner Neuwahl. Das beste Ergebnis fährt am Wahlsonntag der Ottweiler Bürgermeister Holger Schäfer (CDU) ein, für den 71,3 Prozent der Wähler votierten. Ein absoluter Spitzenwert, den er mit nüchterner Miene zur Kenntnis nimmt. Ebenfalls Bestätigung im Amt erhalten der Schiffweiler Verwaltungschef Markus Fuchs (SPD) und Langzeitbürgermeister Armin König (CDU) in Illingen.  Hart ist der Wahlabend indes für Birgit Müller-Closset. Die SPD-Amtsinhaberin verliert in Eppelborn krachend gegen CDU-Mann Andreas Feld. Nur 27 Prozent der Stimmen gehen an sie. Und eine Überraschung bietet Spiesen-Elversberg. Dort lässt der parteilose Bernd Huf den Bewerbern von SPD und CDU mit 58 Prozent Zustimmung nicht den Hauch einer Chance. In der Kreisstadt Neunkirchen kann sich, wie zu erwarten war, bei insgesamt fünf Kandidaten keiner im ersten Wahlgang durchsetzen. Jörg Aumann (SPD) und Dirk Käsbach (CDU) müssen in die Stichwahl, die Aumann dann zwei Wochen später im Juni für sich entscheidet.

In den Räten sind nach der Wahl mehr AfD-Vertreter als zuvor. Im Neunkircher Stadtrat erzielt die Partei aus dem Stand ein zweistelliges Ergebnis. In Illingen erringt sie sechs Prozent, in Ottweiler acht. In Eppelborn, wo sie auch zuvor schon vertreten war, sieben Prozent. Die Räte in Merchweiler, Schiffweiler und Spiesen-Elversberg bleiben AfD-frei. Die Sozialdemokraten lassen bei den Kommunalwahlen insbesondere in Neunkirchen und Merchweiler Federn. Aber auch die CDU muss in der Kreisstadt deutliche Verluste hinnehmen. Gewinner sind in Neunkirchen auch die Grünen, die ihr Ergebnis mehr als verdoppeln auf fast zwölf Prozent.

Grund zum Feiern haben die Sozialdemokraten jenseits der Wahlen in Ottweiler. Dort begeht die alte Volkspartei ein großes Jubiläum: 100 Jahre besteht sie in der Stadt. Und sie hat mit dem provokanten Juso-Bundesvorsitzenden Kevin Kühnert so etwas wie einen Stargast an Bord.