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Der Landkreis Neunkirchen auf Profilsuche

Der Landkreis Neunkirchen auf Profilsuche

Kreis Neunkirchen. "Im Moment haben wir gar kein Profil", bringt Landrätin Cornelia Hoffmann-Betscheider das Problem bei einem Pressegespräch im Ottweiler Landratsamt gleich auf den Punkt

Kreis Neunkirchen. "Im Moment haben wir gar kein Profil", bringt Landrätin Cornelia Hoffmann-Betscheider das Problem bei einem Pressegespräch im Ottweiler Landratsamt gleich auf den Punkt. Angesichts des bevorstehenden Endes des saarländischen Bergbaus, der auch den Kreis Neunkirchen geprägt hat, und des erwarteten Bevölkerungsrückganges um fast 20 Prozent, sei ein Strategie-Konzept notwendig. Damit soll bestimmt werden, wo der Kreis aktuell steht und wohin er will, um zukunftsfähig zu sein. Dieser Prozess wurde gebündelt als "Initiative Zukunft" mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Landkreises als Projektträger. Über die WFG werden alle sieben Kreis-Kommunen mit ins Boot genommen, in dem auch die Illinger Kernplan (Gesellschaft für Städtebau und Kommunikation) als Konzept-Ersteller die Schlagzahl setzt.Dass sich der Landkreis neu aufstellen muss, wenn er einen Bevölkerungsschwund von fast 20 000 Bürgern (jetzt rund knapp 140 000) bis 2030 auffangen will, machte auch Hugo Kern (Kernplan) in seiner Präsentation deutlich. Ganz oben auf dem Projekt-Plan steht daher die Kreation einer "Dachmarke" eines griffigen Images und attraktiven Profils für den Landkreis. Wobei es nicht nur darum geht, sich "nach außen" besser zu verkaufen, sondern auch die eigenen Bürger aufmerksam zu machen auf die positiven Seiten ihrer Heimat.

"Wir wollen einen ganzheitlichen Ansatz", sagt Klaus Häusler als Chef der WFG und unterstreicht damit die Wichtigkeit der Bürger-Beteiligung. Zurzeit ist Kernplan dabei, über Kontakte mit über 40 Personen, die sowohl Experten auf ihrem Fachgebiet sind als auch den Landkreis gut kennen, Einschätzungen, Meinungen und Ideen zu sammeln. Die Bürger sollen drei konkrete Fragen beantworten (siehe Info-Kasten), mit denen man sich der Befindlichkeit von Leuten und Region weiter nähern will. Die "Initiative Zukunft", bei der es - so die Landrätin - wichtig ist, dass alle Kommunen kräftig mitrudern, erstreckt sich auf alle relevanten "Zukunftsfelder" wie Wirtschaft, Bildung, Energie und Tourismus.

Im April soll ein Workshop zur Entwicklung der neuen Dachmarke stattfinden, das Strategiekonzept, auf dem die Arbeit der nächsten Jahre ("das Ganze ist ein Langzeit-Prozess", so Hoffmann-Bethscheider) basieren wird, soll vor der politischen Sommerpause am 26. Juni der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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Meinung

Denn das Gute liegt so nah

Von SZ-RedakteurinSolveig Lenz-Engel

Dass der Saarländer dazu neigt, sein Licht unter den Scheffel zu stellen, ist bekannt. Nur allzu gerne sind wir bereit, das schöne Bayern zu loben, um darüber zu vergessen, dass es auch daheim viel zu erleben gibt. Die Bürger des Landkreises Neunkirchen machen da keine Ausnahme. Ob Naherholungsgebiete wie Itzenplitz oder das Merchtal, Garten Reden, Gondwana, die wanderbaren Themenwege oder die Ottweiler Altstadt, dazu tolle Kulturveranstaltungen - das Angebot ist riesengroß. Es muss nur wahrgenommen werden. Cornelia Hoffmann-Bethscheider ist sicher, dass Regionalität und Heimat bald wieder einen höheren Stellenwert bekommen werden, denn auf Mallorca war jeder schon mal. Aber eben noch nicht in der Hirzweiler Käserei, im Ottweiler Schulmuseum oder im Neunkircher Kasbruch. So gesehen ist es ein nachvollziehbarer Ansatz, eine vermarktungs-freundliche "Marke" finden zu wollen für diese pralle Vielfalt. Denn Kohle und Stahl taugen nicht mehr als Identifikations-Träger, sondern sind längst Symbole der Vergangenheit.

Auf einen Blick

Die Bürger werden gebeten, diese drei Fragen zum Landkreis Neunkirchen zu beantworten und diese per Mail (info@kernplan.de) oder Fax (0 68 35/4 06 16 99) an das Büro Kernplan zu übermitteln.

1. Wo sehen Sie Stärken und Schwächen des Landkreises Neunkirchen heute?

2. Welche Themen sollten das Image des Landkreises Neunkirchen in der Zukunft prägen?

3. Stichwort Bürgerlandkreis: Wie möchten Sie sich zukünftig an der Entwicklung des Landkreises beteiligen?