Der kleine Pieks tut gar nicht wehEine Blutspende hilft drei Menschen

Der kleine Pieks tut gar nicht wehEine Blutspende hilft drei Menschen

Neunkirchen. Wenn nicht genug junge Menschen zur Blutspende gehen, muss diese eben zu ihnen kommen. Jede Klasse des Technisch-gewerblichen und Sozialpflegerischen Berufsbildungszentrums (TGSP BBZ) hat sich in den letzten Wochen in einer Doppelstunde Sozialkunde mit den Themen Blut und Blutspende auseinander gesetzt. Die Unterlagen hierzu stellte das DRK

Neunkirchen. Wenn nicht genug junge Menschen zur Blutspende gehen, muss diese eben zu ihnen kommen. Jede Klasse des Technisch-gewerblichen und Sozialpflegerischen Berufsbildungszentrums (TGSP BBZ) hat sich in den letzten Wochen in einer Doppelstunde Sozialkunde mit den Themen Blut und Blutspende auseinander gesetzt. Die Unterlagen hierzu stellte das DRK.Den Abschluss des Projekts am Sozialpflegerischen Berufsbildungszentrum (SP BBZ) bildete am Freitag eine Blutspende-Aktion in Klassenräumen. Rund 20 Schüler und Lehrer hatten sich dazu angemeldet - am Ende waren es um die 35 Spender. Einen Gesundheitscheck, einen Piekser und zehn Minuten später war die gute Tat vollbracht. Andere Schüler, die nicht spendeten, halfen bei der Anmeldung oder versorgten die Spender nach der Blutabnahme mit Kuchen und zuckerhaltigen Getränken. "Das Engagement der Schüler ist toll", lobte Sandra Kniesbeck, Lehrerin am SP BBZ. Sie hatte die Idee für die Kooperation mit dem DRK. Dazu inspiriert haben sie gleichartige Aktionen an Berufsbildungszentren in St. Ingbert und Merzig. Weil Blutspender volljährig sein müssen, eignen sich Berufsbildungszentren besonders gut für solche Aktionen.

Georg Rach, Entnahmearzt des DRK-Blutspendedienstes Rheinland-Pfalz und Saarland, schulte das gesamte Lehrerkollegium des TGSP BBZ bei einem Vortrag. "Die meisten Menschen wissen zwar, dass es Blutspende gibt. Was genau aus dem Blut wird, wissen sie oftmals aber nicht", erklärte Rach. Auch er zeigte sich ob des Engagements und der Motivation der Schüler begeistert: "Einige haben zugegeben, dass sie ein bisschen Angst hatten. Der gute Zweck habe sie aber überzeugt." Andreas Schuh (20) ging zum ersten Mal zur Blutspende; vorher sei er einfach nicht auf die Idee gekommen. Nach der Spende ist er sich sicher: "Das war nicht das letzte Mal. Der Stich tat nicht weh, und auf den bequemen Stühlen könnte man fast einschlafen." Unter den Spendern waren vorwiegend Erstspender; zu den Schülern gesellten sich auch Lehrerinnen wie Bärbel Jochum. "Gerade weil ich eine sehr seltene Blutgruppe habe, wollte ich schon eher zur Blutspende gehen. Das Spenden hat mir nichts ausgemacht - der junge Mann hat die Nadel sehr gut gesetzt", sagte die Lehrerin.

Am 15. Juni können sich dann die Schüler des TG BBZ ab 9.30 Uhr zur Blutspende begeben. Auch andere Neunkircher können gerne kommen.Neunkirchen. Im Jahr 2011 sind rund 42 000 Saarländer zur Blutspende gegangen. "Das Saarland verfügt mit dem Klinikum Winterberg und der Uniklinik aber über zwei große Kliniken. Deswegen werden mehr Blutspender gebraucht", erklärt Georg Rach, Entnahmearzt des DRK-Blutspendedienstes Rheinland-Pfalz und Saarland.

Dabei gebe es nur zwei Gründe, nicht zu spenden: Der Schutz des Spenders und der Schutz des Empfängers. Leidet ein Mensch an einer schweren Krankheit, kann er nicht spenden. Ein Spender muss zunächst einmal 18 Jahre alt sein; Neuspender werden bis 68 Jahre aufgenommen. Bei einem Körpergewicht unter 50 Kilogramm ist die Blutentnahme zu gefährlich. Die Gesundheit des Blutes könne durch eine gesunde Ernährung oder die Einnahme von Eisen beeinflusst werden, erklärt Georg Rach. Generell gilt aber: "Jeder, der soweit gesund ist, darf Blut spenden." Männer können bis zu sechs Mal pro Jahr zur Blutspende gehen, Frauen vier Mal.

Während die Leute in den Wintermonaten eher zu einer Spende geneigt seien, sei das Werben von Spendern in den Sommermonaten oft schwierig, erklärt Dr. Christoph Blechschmitt, ebenfalls Entnahmearzt beim DRK: "Die Leute fahren lieber in den Urlaub oder grillen. Blut wird aber immer gebraucht." Eine Blutspende helfe durch das Trennen in Rote Blutkörperchen, Blutplättchen und Plasma aber drei Menschen. Dafür könne man sich auch mal pieksen lassen. rol

blutspende.de

"Blut wird immer gebraucht."

Dr. Christoph Blechschmitt

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