Der „Kampf der Geschlechter“ ist noch nicht von gestern

Der „Kampf der Geschlechter“ ist noch nicht von gestern

Bereits 2007 ist der Landkreis Neunkirchen der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene beigetreten. Für die Durchsetzung der Ziele ist ein langer Atem notwendig.

Die Gleichstellung von Mann und Frau ist ein komplexes Thema, doch das soll nicht davon abhalten, aus dem "Kampf der Geschlechter" eine Begegnung auf Augenhöhe zu machen. Der Kreis Neunkirchen jedenfalls hat sich dies auf die Fahnen geschrieben. Der Kreistag hat jüngst der Fortschreibung der "Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männer auf lokaler Ebene" zugestimmt. Am Dienstag gab es nun eine Veranstaltung im Neunkircher Landratsamt. Heike Neurohr-Kleer von der Gleichstellungsstelle des Kreises erläuterte, der Kreis habe zu den ersten gehört, die die zehn Jahre alte Charta 2007 unterzeichnet hatten. In der Bundesrepublik sei man damit einer von drei Kreisen, größtenteils seien größere Städte die Unterzeichner. Die Charta hat sich zum Ziel gesetzt, eine an Gleichstellung orientierte Politik in den Kommunen zu verankern.

Es ist nicht besonders verwunderlich, wenn der Bundesgleichstellungsbericht festhält, dass Frauen vorwiegend die Sorgearbeit, Männer die Erwerbsarbeit schultern. Neurohr-Kleer: "Für Frauen ist dies aber in vielen Fällen der Weg in die Armutsspirale." Dabei sei es aufgrund von Rollenzuschreibungen für beide Geschlechter schwer, ihren Wunsch nach Arbeits- und Familienzeit zu realisieren.

Innerhalb des Aktionsplanes 2012 bis 2015 ging es in erster Linie um eine Standortbestimmung und den ersten Gleichstellungsbericht. Jetzt steht der nächste Aktionsplan im Raum. Das Augenmerk liegt dabei auf den Themen Diskriminierung und Benachteiligung. Die Veranstaltung in Neunkirchen hat den Startschuss gegeben, Probleme zu erkennen und Lösungen zu finden. Karin Meißner von der Antidiskriminierungsfachstelle in Saarbrücken referierte zu dem Thema. Rund 20 Teilnehmer aus der Jugend- und Familienhilfe, von der Leitstelle Älter werden, Kreisbehinderten- und Integrationsbeauftragte waren vor Ort.

Landrat Sören Meng sagte in seinem Grußwort zu der Auftaktveranstaltung: "Die Gleichstellungspolitik in Deutschland hat in den letzten Jahren viel erreicht. Vieles ist heute selbstverständlich, was vor 30 Jahren noch undenkbar schien." Für Frauen und Männer müsse es gleiche Chancen in allen Lebensbereichen geben. Meng bekannte auch, dass es noch viele Hindernisse für Frauen in der Arbeitswelt gebe. Auch wenn schon viel erreicht worden sei, bedürfe es weiterhin "Geduld und langem Atem".

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