Der Förderverein Indienhilfe Saar arbeitet überregional für Verbesserung der Lebensbedingungen in Südindien

Abenteuer Menschlichkeit : Der Traum von mehr Menschlichkeit

Viele Menschen in Indien leben in großer Not. Der Förderverein Indienhilfe Saar leistet Hilfe im Süden des Subkontinents. Der indische Geistliche Jean Jose ist zurzeit in Deutschland und informiert auch im Saarland über die Situation in seiner Heimat, in der 1,3 Milliarden Menschen leben.

Der junge Inder Jean Jose hatte einen Traum: Theologie in Rom studieren, nach der Priesterweihe in seiner südindischen Heimat nicht nur das Wort des Herrn verkünden, sondern die Botschaft von Nächstenliebe und Menschlichkeit leben, um die Not in einem der Armenhäuser der Welt zu lindern. Jean Jose aus dem indischen Marthandam hat die Träume seiner Jugendzeit längst verwirklicht, hat als Geistlicher gewirkt und in der Diözese Marthandam über den dortigen Sozialdienst und Gesundheitsdienst (siehe Info) ein Netzwerk der Hilfen mit aufgebaut. Daneben hat er Betriebswirtschaft (mit Abschluss) studiert, um auch die finanzielle Seite seiner Projekte kundig handhaben zu können. Und er hat sich zu einem Meister darin entwickelt, für die soziale Arbeit in Indien Gelder einzuwerben.

Seine Basis im Saarland ist seit zwei Jahren der Förderverein Indienhilfe Saar mit der Vorsitzenden Susanne Limbach, die aus dem Kreis Neunkirchen stammt und mittlerweile in Saarwellingen zu Hause ist. Jean Jose und Susanne Limbach haben sich vor einigen Jahren im Bischofshaus in Marthandam kennengelernt, als die Saarländerin dort Spenden für Patenschaften übergab. Bischof Vincent hatte sie über die über die Kinder- und Familienhilfe Indien der Rehlingerin Ursula Graff schon 2011 kennengelernt. Durch ihre Reisen nach Indien war bei Susanne Limbach der Wunsch wach geworden, selbst für Hilfe zu sorgen. So entstand der Förderverein Indienhilfe Saar, in dem sich Leute aus dem gesamten Saarland, dem Trierer Raum und der Pfalz engagieren (die SZ berichtete). Der Verein ist nicht konfessionell ausgerichtet, auch wenn die Projektpartner zu der Minderheit der 2,5 Prozent Christen in Indien zählen. Wobei in Indiens Süden der Anteil der Christen deutlich höher liegt. Kürzlich trafen sich die Mitglieder zur zweiten Jahresversammlung. „Die Spendengelder fließen ohne jeglichen Abzug von Verwaltungskosten direkt an die Partner in Indien“, so Susanne Limbach, die immer wieder vor Ort ist, um sich von der Wirksamkeit der Unterstützung aus dem Saarland zu überzeugen.

Priester/Father Jean Jose ist seit März für einige Jahre in Deutschland. Nach einem Intensiv-Sprachkurs wird er als Priester in der Diözese Rottenburg-Stuttgart eingesetzt. Sein Wunsch ist, parallel zu seinem Einsatz als Geistlicher nach einem vertiefenden Studium zu promovieren und dann nach Indien zurückzukehren. In der Zwischenzeit pflegt er die Kontakte zu den Hilfsorganisationen in der Heimat und ist ständig unterwegs, um über die Situation im 1,3- Milliarden-Einwohner-Land zu berichten. Auch im Saarland: So waren Father Jean Jose und Susanne Limbach am Merziger Gymnasium am Stefansberg. Dort hat Religionslehrer Markus Braun mit den Schülern der 8. Klasse die Weltreligionen besprochen, unter anderem auch die Religionsvielfalt in Indien. Daraus ist ein Projekt entstanden: Die Schüler haben an den Haustüren Geld gesammelt (690 Euro) und entschieden, von diesem Geld die Ausbildungspatenschaft eines gleichaltrigen Jungen in Indien zu übernehmen. Damit auch dieser Junge die Schule bis zum Ende besuchen kann – und sie wünschen sich eine Brieffreundschaft mit ihm. Der Förderverein organisiert das zusammen mit den indischen Partnern in der Diözese Marthandam.

Auch in der Maria-Montessori-Grundschule in Saarbrücken-Rußhütte standen fremde, ferne Länder und deren Kultur als Themenprojekt auf dem Stundenplan. Dort hatte Lehrerin Annabelle Jochem schon im Vorfeld Kontakt mit der Indenhilfe aufgenommen, um sich detailliert über die Lebensverhältnisse und ganz besonders über die Kindheit und den Alltag indischer Schüler zu informieren. Die Grundschüler der Montessori-Schule erarbeiteten hierzu eine Präsentationen und zeigten sie an einem Projekttag. Ebenso hatten sie einen Bücher- und Flohmarkt organisiert und verkauften von der Indienhilfe zur Verfügung gestellte Tücher und Schals aus Indien. Sie erzielten eine stattliche Unterstützung von 810 Euro. Pater Jean Jose konnte den Schülern versprechen, dass von diesem Geld an einer Schule in Südindien die Schultoiletten saniert, ein Behälter für Plastikmüll aufgestellt, und einer armen Familie eine Nähmaschine zur Förderung ihres Lebensunterhalts gekauft werden.

Für diese unmittelbare Hilfen will sich der Förderverein Indienhilfe weiter stark machen nach dem Motto „Jeder Euro zählt“. Susanne Limbach: „Wer erlebt hat, wie man schon mit einfachen Mitteln wie einer Plane für ein dichtes Dach, ein paar Nutztieren, einem Mikrokredit, etwas intaktem Handwerkszeug, einem Rollstuhl oder einem Pflegebett die Lebensqualität von Menschen nachhaltig verbessern kann, gibt gerne eine kleine Summe, um zu helfen“. Beispielsweise Patenschaften (20 Euro), die einen geregelten Schulbesuch ermöglichen, oder Spenden für die Ausstattung von Schulen  könnten viel bewirken.

Pastor Jean Jose kommt regelmäßig ins Saarland, um über die Situation in Indien zu informieren. Gerne besuchte er auch die schmucke Illinger Bergkapelle. Foto: Andreas Engel
Über den Förderverein Indienhilfe Saar bekamen die behinderten Jungen Samuel und Salomon medizinische Hilfe. Foto: Susanne Limbach
Förderverein Indienhilfe Saar. Foto: Susanne Limbach. Foto: Susanne Limbach
Indienhilfe. Foto: Susanne Limbach. Foto: Susanne Limbach

 Spendenkonto: Vereinigte Volksbank eG, Förderverein Indienhilfe Saar e.V.; IBAN: DE07 5909 2000 1540 3000 00; BIC: GENODE51SB2; Stichwort: Individueller Verwendungszweck/allgemeine Spende.

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