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Die Welt retten
Der Energiemanagerin geht’s um Sparen

Die Energie soll nicht zum Fenster raus: Landrat Sören Meng (Mitte) hat Lilli Metzker jetzt als neue Klimaschutzbeauftragte des Landkreises Neunkirchen vorgestellt. Mit dabei: Kreisbaumeister Thorsten Mischo.
Die Energie soll nicht zum Fenster raus: Landrat Sören Meng (Mitte) hat Lilli Metzker jetzt als neue Klimaschutzbeauftragte des Landkreises Neunkirchen vorgestellt. Mit dabei: Kreisbaumeister Thorsten Mischo. FOTO: Andreas Engel
Kreis Neunkirchen. Lilli Metzker ist die neue Klimaschutzbeauftragte des Kreises. Jetzt wurde die 25-Jährige im Ottweiler Landratsamt vorgestellt.

Lilli Metzker, die seit Jahresbeginn die Klimaschutzbeauftragte des Landkreises Neunkirchen ist, möchte ihre Arbeit auch an Zahlen messen lassen. „Ich gehe davon aus, dass sich durch die entsprechenden Maßnahmen zehn bis 15 Prozent der Energiekosten  in den Gebäuden einsparen lassen“, gibt sie bei ihrer Vorstellung durch Landrat Sören Mang zu Protokoll. Ihre Stelle wird drei Jahre lang zu 65 Prozent mit Mitteln des Bundes gefördert.


Grundlage dafür war das 2015 erstellte Klimaschutzkonzept des Landkreises. Wobei es, wie Kreisbaumeister Thorsten Mischo betonte, bei der Arbeit der Klimaschutzbeauftragten weniger um die weitere energetische Ertüchtigung der Gebäudehüllen geht, die in den letzten Jahren schon mächtig vorangetrieben worden sei, sondern  auch um das Verhalten der Menschen in den sanierten Gebäuden.  30 Liegenschaften, darunter viele Schulen, gibt es im Kreis zu betreuen. „Es kann nicht sein, dass eine Schule super gedämmt ist  und im Sommer die Fenster aufgerissen werden in der Annahme, das Raumklima werde dadurch besser“, beschreibt Sören Meng einen Klassiker des unkorrekten Umgangs mit modernisierten Gebäuden.

Da setzt beispielsweise Lilli Metzgers Arbeit an. Sie will Hausmeister, Lehrer und Schüler mit ins Boot holen, „Energiebeauftragte“ (der Letzte macht das Licht aus) schulen, damit im Dienste der Umwelt möglichst wenig Energie verschwendet wird.



Die 25-jährige Lilli Metzker hat in Kaiserslautern „Facitity Management“ (siehe Info) im Bachelor und Master studiert, ist in Neunkirchen aufgewachsen und zur Schule gegangen. Mit ihrem Studium und der Ortskenntnis im Kreis Neunkirchen ist sie so etwas wie die Idealbesetzung als Klimaschutzbeauftragte. Ihre erste Stelle, die sie mit Charme und Selbstbewusstsein ausfüllt, dürfte so etwas wie ein Traumjob für eine Absolventin des Studiengangs „Facility Management“ sein. In der Öffentlichkeit wurde „Facitlity Manager“ bislang eher als Hausmeister definiert. Das Studium wertet das weite Feld des Ressourcen schonenden Denkens und Arbeitens erheblich auf.

Nach der Feststellung des Ist-Zustandes der Gebäude kommt als nächster Schritt für die Klimaschutzbeauftragte die Erstellung konkreter Handlungskonzepte für die einzelnen Gebäude, die von ihrer Struktur sehr unterschiedlich sind. Das Witwenpalais als Sitz des Landrates in Ottweiler und das Gymnasium Ottweiler stehen beispielsweise unter Denkmalschutz und bedürfen ganz anderer Herangehensweise als ein Zweckbau aus den 60er- oder 70er-Jahren. „Die Zauberworte sind auch beim Klimaschutz Vernetzung und Nachhaltigkeit, auch wenn mancher diese Vokabeln nicht mehr hören kann“, macht der Landrat deutlich, dass er von der Arbeit der Klimaschutzbeauftragten Veränderungen erwartet. Beispielsweise mehr Zusammenarbeit all derer, die sich in der Region mit Energiesparen und Klimaschutz beschäftigen. Nach dem Motto: lokale Arbeit für globale Ziele.