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Denkmal-Tag steht im Zeichen von Handwerk, Technik und Industrie

Denkmal-Tag steht im Zeichen von Handwerk, Technik und Industrie

Der kommende Sonntag, 13. September, ist Tag des offenen Denkmals. Diesmal stehen Handwerk, Technik und Industrie im Fokus. Sieben Objekte aus dem Landkreis Neunkirchen sind dabei. Wir stellen sie heute vor.

 Eines der Zeichen der Bergbaugeschichte ist die Gasmaschinenzentrale in Heinitz. Foto: Jörg Jacobi
Eines der Zeichen der Bergbaugeschichte ist die Gasmaschinenzentrale in Heinitz. Foto: Jörg Jacobi Foto: Jörg Jacobi
 Wolfgang Noll demonstriert am Junkerhaus in Wellesweiler das Schmiedehandwerk. Foto: A. Meyer
Wolfgang Noll demonstriert am Junkerhaus in Wellesweiler das Schmiedehandwerk. Foto: A. Meyer Foto: A. Meyer
 Wolfram Herzog aus Neunkirchen mit seinem historischen VW-Pritschenwagen. Foto: A.Engel
Wolfram Herzog aus Neunkirchen mit seinem historischen VW-Pritschenwagen. Foto: A.Engel Foto: A.Engel
 Der Ottweiler Quakbrunnen erinnert an einen alten Brauch, den Pfingstquak. Foto: Willi Hiegel
Der Ottweiler Quakbrunnen erinnert an einen alten Brauch, den Pfingstquak. Foto: Willi Hiegel Foto: Willi Hiegel
 1841 wurde die heute unter Denkmalschutz gestellte Werns Mühle in Fürth gebaut. Foto: Willi Hiegel
1841 wurde die heute unter Denkmalschutz gestellte Werns Mühle in Fürth gebaut. Foto: Willi Hiegel Foto: Willi Hiegel
 Eine alte Gebetsstätte in Wiesbach ist die Wallenborn-Kapelle (Valentinuskapelle). Foto: Willi Hiegel
Eine alte Gebetsstätte in Wiesbach ist die Wallenborn-Kapelle (Valentinuskapelle). Foto: Willi Hiegel Foto: Willi Hiegel

. Am heutigen Freitag, 17 Uhr, findet im Steinmetzbetrieb Markus Glöckner (Neunkirchen-Hangard, Schachenweg 1) die landesweite Eröffnungsveranstaltung zum Tag des offenen Denkmals statt. Dieser Betrieb steht stellvertretend für viele Handwerks-Unternehmen, die in Bewahrung historischer Techniken und mit Anwendung modernster Verfahren die Arbeit der Denkmalpflege unterstützen. Mit ihrem Motto "Altes erhalten, Neues gestalten" passt die Firma Glöckner gut ins Konzept des sonntäglichen Denkmaltags 2015, der sich bundesweit besonders mit den Bereichen Handwerk , Technik und Industrie beschäftigt und die passenden Objekte zur Besichtigung mit speziellen Führungen und Rahmenprogrammen anbietet.

Neben dem Betrieb Glöckner, der am Sonntag, 13. September, von 11 bis 17 Uhr seine Werkstatt öffnet, sind noch sechs weitere Objekte im Landkreis Neunkirchen auf dem Präsentierteller.

Schwerpunkt ist Neunkirchen , das dank seiner von Kohle und Stahl geprägten Vergangenheit über eine Fülle historisch interessanter Industrie-Denkmäler verfügt.

Die Heinitzer Gasmaschinenzentrale (Friedrichsthaler Straße 17a) mit ihren gewaltigen Dimensionen von 165 Metern Länge und 25 Metern Breite ist eine der ersten großtechnischen Anlagen zur Verstromung von Kokereigas, was ihr eine hohe technik-geschichtliche Bedeutung verleiht. Um 11 Uhr führt Diplom-Ingenieur Axel Böcker vom Landesdenkmalamt um die beeindruckende Halle.

Junkerhaus und Schmiede in Wellesweiler (Eisenbahnstraße 22 bis 24) sind von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen. Hans Günther Sachs vom Wellesweiler Arbeitskreis für Geschichte, Landeskunde und Volkskultur bietet Führungen um 14, 15 und 16 Uhr an. Das Junkerhaus, einst ein adliges Hofhaus, wurde nach dem 30-jährigen Krieg von den Grafen von Nassau-Saarbrücken als Pachthof vergeben, die heute vorhandenen Gebäude wurden 1685 errichtet. Die Schmiede mit ihrem Bestand historischer Gerätschaften gibt einen anschaulichen Einblick in das Handwerk .

Objekt Nummer 4 in Neunkirchen ist der Maschinenbaubetrieb Herzog (Zweibrücker Straße 64). Er wurde 1929 von Philipp Herzog gegründet und stellte Sägen, Fräsen, Bohrmaschinen und Motoren her. Der zum Teil aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammende Maschinenbestand stellt damit ein außergewöhnliches Denkmal saarländischer Technikgeschichte dar, wie auf der Homepage zum Denkmaltag (siehe Adresse unten) nachzulesen ist. Führungen durch Wolfram Herzog (maximal 20 Personen) um 10, 11, 13, 14, 15 und 16 Uhr. Ganz anderer Natur ist der Ottweiler Quakbrunnen, der 1934 im Rahmen des Ottweiler Heimattages, einer Propagandaveranstaltung der Stadt Ottweiler in Verbindung mit der Deutschen Front für die Rückgliederung ins Saarland, eingeweiht wurde. Kunsthistorisch lässt sich der Brunnen (Architekt Ludwig Nobis, Bildhauerei Menzel) dem Historismus zuordnen. Hans-Joachim Hoffmann stellt den Brunnen im geschichtlichen Kontext vor. Beginn der Führungen: 10.30 und 15 Uhr, Treffpunkt am Stadtmuseum Ottweiler (Linxweilerstraße 5).

Im Ottweiler Stadtteil Fürth präsentiert sich die Ölmühle Wern (Brückenstraße 37). 1841 entstand die Getreide- und Ölmühle, die vollständig erhalten und ab 1990 restauriert wurde. Sie ermöglicht die Demonstration der früheren Öl-Erzeugung mit Elektrizität und Wasserkraft. Führungen durch Willi Wern sind zwischen 10 und 18 Uhr je nach Bedarf möglich. Direkt vor Ort können sich die Gäste dann im Landhaus Werns Mühle von Familie Keller kulinarisch verwöhnen lassen. Das Landhaus ist eben mit zwei Mit-Bewerbern ins Finale des vom Wirtschafts-Ministerium ausgeschrieben Wettbewerbs "Genuss-Gastwirte" eingezogen.

Ein Kleinod auch die Wallenborn-Kapelle im Wiesbacher Naherholungsgebiet Wallenborn (Wallenbornstraße in Eppelborn-Wiesbach). Die frühmittelalterliche Kapelle wurde 1740 durch Franzosen zerstört, 1796 wieder aufgebaut. Aufwändige Glasfenster prägen das kleine Gotteshaus, zu dem ein Kreuzweg mit Gedenktafeln für die im Krieg Gefallenen führt. In unmittelbarer Nähe gibt es Funde aus der Römerzeit wie die Hypokaust-Heizung einer römischen Villa rustica. Am Denkmaltag ist die Kapelle von 11 bis 14 Uhr geöffnet, Artur Brill bietet Führungen nach Bedarf an. In der bewirtschafteten Hütte am nahen Weiher lässt sich eine Rast einlegen.

tag-des-offenen-denkmals.de