Dem Biber kam die Burg abhanden

Der jüngste Starkregen hat auch dem Köllerbach-Biber zugesetzt: Seine Biberburg wurde beschädigt und sein Damm weggerissen. Bei einer Ortsbegehung stellte sich aber heraus: Der Biber ist schon wieder am Bauen.

Das Köllertal sei glimpflich davon gekommen, hatten wir in unserer Berichterstattung zu dem jüngsten Starkregen geschrieben. Doch nun erfuhren wir, dass ein Püttlinger Neubürger doch sein Haus verloren hat: Der Biber im Köllerbach. Seine Burg wurde teilweise weggespült und ebenso sein Damm.

Grundsätzlich ist der Biber ja, auch als Säugetier, ideal ans Wasserleben angepasst. Dennoch bekommt castor fiber, der Europäische Biber, Probleme bei plötzlich auftretendem Hochwasser, wie es in diesen Tagen am Köllerbach zu beobachten war.

"Unser" Biber musste seine Biberburg verlassen, dann ist er durchs überflutete Wiesengelände geschwommen und hat sich einen Ruheplatz zum Trocknen und Putzen seines dichten Fells gesucht. Inzwischen kann er dies aber wieder in seiner Biberburg tun, wie entsprechende Spuren am Köllerbach zeigen. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Begehung, zu der die Nabu-Ortsgruppe Köllertal den Biberexperten und Neunkircher Zoodirektor Norbert Fritsch eingeladen hatte. Die Holzabdeckung der Biberburg ist zwar durch das Hochwasser weggeschwemmt worden, aber die Burg kann von dem Tier - seine Artgenossen können 23 bis 30 Kilo auf die Wage bringen - schon wieder als Ruhe- und Schlafplatz genutzt werden. Vom Hochwasser komplett weggerissen wurde allerdings der Biberdamm, mit dem der Biber den Köllerbach angestaut hatte.

Frische Fraßspuren zeigen jedoch schon, dass der Köllerbach-Biber - offensichtlich noch ein Einzeltier - einen neuen Biberdamm anlegen will.