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Das Siegerteam ging auf Weltreise

Gruppenbild der erfolgreichen Schülerfirmen im Saarpark-Center Neunkirchen. Foto: Thomas Seeber
Gruppenbild der erfolgreichen Schülerfirmen im Saarpark-Center Neunkirchen. Foto: Thomas Seeber FOTO: Thomas Seeber
Neunkirchen. Ein Flaschenöffner für Bananen? Wer am Samstag im Saarpark-Center war, kam unter Umständen mit ganz anderen Dingen nach Hause als geplant. Was den kreativen Ideen und dem hochmotivierten Auftritt der dort ausstellenden Jungunternehmer geschuldet war. Anja Kernig

. Bereits zum vierten Mal hatten der Verein ALWIS (ArbeitsLeben, Wirtschaft, Schule) und das Institut der deutschen Wirtschaft JUNIOR zur überregionalen Messe "FIRMes - Schülerunternehmen stellen aus!" eingeladen. 22 Gruppen aus Belgien , Hessen , Rheinland-Pfalz und dem Saarland waren dem Ruf gefolgt.

"Wir haben einen jährlichen Zuwachs an Bewerbern" freute sich die Gastgeberin, Center-Managerin Nicole Keller. "Wenn das so weiter geht, müssen wir fast anbauen. Es ist grandios."

Bunt, originell und zum Teil sehr professionell inszeniert, das war der erste Eindruck, den der Besucher im Center hatte. Da gab es biologische Raumluft-Verbesserer, zu Schüsseln verbogene Schallplatten, knallbunte Teemännchen, Senfbaumzweige als Zahnbürstenersatz und Hotpants mit einer kleinen Hosentasche, in die ein Kondom hinein passt. Mit Schmuck aus so genannten Sanddollars (Seeigeln), die der Legende zufolge Jesus als Symbol für die Evangelisten hinterlassen hat, gingen die Wiesbadener Kellerskopfschüler an den Start. Mit einem tollen Werbespot beeindruckte die Firma FairStuff, hinter der sich 22 Elftklässler des Illtalgymnasiums verbargen. "Wir bedrucken fair gehandelte Baumwolltaschen", erklärte Felix Keßler. Am besten gingen am Samstag schwarze Taschen mit Pusteblumen und Eulen.

Wahrlich keine leichte Aufgabe für die Jury, die 500, 400 und 300 Euro-Preisgelder an die Besten zu vergeben. Etwas mehr Spielraum verschaffte der neu ins Leben gerufene Zusatzpreis für Soziales Engagement. Dieser ging an die Firma Baop'n'roll am Collège Saint-Remacle de Stavelot, die ihren Erlös für ein schwerkrankes Mädchen im Heimatort spendet. "Sie ist fünf Jahre alt und kann nicht sprechen und nicht laufen", erklärte Serio Gharibyan. Mit dem Geld können die Eltern die Wohnung behinderten gerecht ausbauen. Die Belgier hatten allen Grund, zufrieden zu sein. Schon am frühen Nachmittag waren ihre 50 multifunktionalen Bananenöffener aus Holz ausverkauft. Die Sieger der 4. FIRMes kommen aus Dillingen und heißen coco-cook&connect. Für ihr druckfrisches Kochbuch sammelten die Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Rezepte aus aller Welt, kochten sie nach ("was zu exotisch war oder nicht geschmeckt hat, ist rausgeflogen") und fotografierten das Ergebnis. Wobei zu allen Rezeptgebern persönliche Verbindungen bestehen. Das Besondere darüber hinaus: "Das Buch ist bilingual", sprich deutsch und englisch, informiert Caudine Gerard vom Marketing-Team. Die Idee hinter dem Projekt war, Menschen mittels Kochtopf auf Weltreise zu schicken und damit Interesse am Andersartigen und Toleranz zu fördern. "Uns gefiel auch die Gestaltung des Standes", verriet Jurymitglied Nicole Keller. "Die Schüler hatten extra für diesen Tag eine kleine Küche aus Styropor-Platten angefertigt."

Zweite wurde die Firma "ArtiShirt" vom Collège Saint-Hubert (Belgien ) mit ihren 100 Prozent-Bio-T-Shirts. Der dritte Preis bleibt im Saarland: Mit ihren Recyclingprodukten aus alten Jeanshosen, Fahrradschläuchen und Tetrapacks überzeugte die Firma Procyco vom Johanneum Homburg.


Meinung:

Unternehmergeist in die Schule

Von SZ-RedakteurinHeike Jungmann

Teamfähigkeit, Eigenverantwortung und Selbstständigkeit werden durch die Gründung einer Schülerfirma gefördert. Durch G 8 sind die Abiturienten von heute oft noch nicht einmal 18 Jahre oder nur knapp darüber. Schon als Schüler Erfahrungen mit einer "eigenen" Firma zu sammeln, kann also nur positiv sein. Als i-Tüpfelchen kann die Schülerfirmenmesse im Saarpark-Center gewertet werden. 22 Schülerunternehmen aus Belgien , Hessen , Rheinland-Pfalz und dem Saarland konnten ihre Ideen austauschen und neue Kontakte knüpfen. Im Namen der Teilnehmer deshalb an dieser Stelle ein Kompliment an die Organisatoren!