Das Saarland ist jetzt blau

Im Hochsommer hatten die Saarbrücker Kollegen kurzärmelig die blauen Uniformen präsentiert. Als letzte Polizeiinspektion im Saarland haben im Dezember auch die Neunkircher Beamten Abschied von der grünen Dienstkleidung genommen.

. Stresstest für die neue, blaue Uniform: Kommissarin Sina Groß kann sich am Dienstagmorgen nur mit Mühe und Not ein paar Minuten Zeit für den SZ-Fotografen nehmen, dann geht es wieder rein in die Wache zu einer Vernehmung. Umso wichtiger, dass man sich in seiner zweiten Haut, also der Dienstkleidung, wohlfühlt. Und das tun Sina Groß und ihre Kollegen, das bestätigt Kommissar René König beim Fototermin in der Falkenstraße. "Alles sitzt super, die grünen Uniformen hatten einen deutlich schlechteren Tragekomfort." Die Farbe blau allerdings findet er nicht optimal. Eine blaue Uniform tragen Feuerwehr, Ordnungsamt oder auch Piloten, das kann zu Verwechslungen in der Bevölkerung führen. Die Bürger müssen sich umstellen, weiß der stellvertretende PI-Leiter, Kriminalrat Helmut Berg. Die alte, grün-beige Uniform war 1977 im Saarland eingeführt worden. Vor ein paar Tagen erst sei ein Anruf auf der Wache eingegangen, wann die Polizei denn endlich am Unfallort eintreffe. Dabei war sie längst dort.

Mit der Neunkircher PI ist im Dezember die letzte im Saarland auf "blau" umgestellt worden, die PI Illingen war bereits einige Wochen früher von Mitarbeitern der zentralen Kleiderkammer besucht worden. Diese vermaßen alle rund 110 Uniform-Träger in Neunkirchen , kürzten oder weiteten Hosen und Hemden je nach Bedarf. Jeder Beamte erhielt dann sein persönliches Kleiderpaket in einem Karton. Die Grundausstattung umfasst insgesamt 50 Teile. Der Staat lässt sich diese funktionale Uniform, von denen 1860 bestellt wurden, pro Stück rund 760 Euro kosten. Das merkt man an der Qualität von Stoff und Ausarbeitung, die deutlich besser als bei der alten Uniform sind. Besonders begeistert ist Kommissarin Groß von der Funktionalität der Uniform. "Die aufgesetzten Taschen an den Hosenbeinen möchte ich nicht mehr missen, da passt sogar ein Meter rein", lobt die 23-Jährige. Rings um den Hosenbund haben wie gewohnt Pfefferspray, Schlagstock, Taschenlampe, Handfesseln und die Waffe ihren Platz. Auch Kommissar Peter Müller ist mit der neuen Bekleidung, in der er sich sehr wohlfühle, zufrieden. Er glaubt, dass sich die Bürger schnell an den neuen Look bei der Polizei gewöhnen. Erneuert wird dort auch der Fuhrpark, von Tag zu Tag sieht man in Neunkirchen und Umgebung mehr silber-blaue als grüne Streifenwagen. Die Fahrzeuge verfügen neben neuen gelben Signalsicherheitsstreifen über moderne Anhaltetechnik (rotes Blitzblinklicht und Yelp-Sirenenheulton). "Der Sicherheitsaspekt ist jetzt größer", freut sich René König und eilt zum nächsten Einsatz. Es geht rund vor Weihnachten, bis zu 100 Ersuche erreichen täglich die Neunkircher Polizei . Umso stolzer ist Kriminalrat Helmut Berg auf seine Mitarbeiter, die Entwicklung der vergangenen Jahre sei sehr positiv. "Das Zusammenspiel zwischen Kriminaldienst, Ermittlungs- und Servicedienst sowie der Polizeiposten und vor allem im Wach- und Wechseldienst funktioniert sehr gut." Berg erhielt übrigens kein Kleiderpaket. Der Kriminalrat kommt in Zivil.