| 20:43 Uhr

Bambi das Waldical
Und Bambis Mama hat doch überlebt

Wie putzig: Bambi kniet vor seiner Liebsten, Feline, nieder.
Wie putzig: Bambi kniet vor seiner Liebsten, Feline, nieder.
Neunkirchen. 250 Zuschauer haben großen Spaß bei „Bambi - das Waldical“, ein etwas anderes Musical für Kinder. Und Erwachsene. Von Marc Prams

Man muss ihnen danken, den Machern des Musicals „Bambi – Das Waldical“, denn endlich, endlich kann man sich die Geschichte des kleinen Rehs anschauen, ohne Rotz und Wasser und zu heulen. Denn: Bambis Mama ist nicht tot. Also anders als im Zeichentrick-Klassiker von Walt Disney. Allein dafür gibt es am Sonntagnachmittag in der Neuen Gebläsehalle jede Menge Applaus – von den Eltern und Großeltern überwiegend, die nun ein Trauma aus Kindertagen überwunden haben.


Aber auch der jüngere Teil der rund 250 Besucher hat großen Spaß an dem „Waldical“, beruhend auf dem Original-Buch und von Christian Berg und Paul Glaser auf die Bühne gebracht. Dabei ist Bambi in dieser Form ganz anders als sonstige Musicals für Kinder. Die lebensgroßen Figuren nämlich werden von Musicaldarstellern gespielt, gesungen und getanzt. Darauf muss man sich natürlich einlassen. Für Kinder aber ist das kein Problem. Und so wird auch gleich mal mit großen Augen gestaunt, als Bambi die ersten Gehversuche macht, unbeholfen um seine Mutter herum tapst und ein ums andere Mal auf die Stupsnase fällt Als dann noch die süße Feline auftaucht und dem kleinen Kitz die Augen verdreht, vergisst auch der letzte erwachsene Zuschauer die Darsteller und gibt sich ganz den putzigen Waldbewohnern hin.

„Husch, husch, husch, da ist was im Busch“, wird gesungen und dabei geklatscht und gestaunt, wie Bambi ganz langsam ein Teil des „wundergroßen Waldes“ wird und seiner Mutter Fragen am laufenden Band stellt. „Was ist Bosheit?“ „Bosheit ist, wenn einem das Schöne nicht genügt und man das ändert.“ So kann man das auch sagen. Schließlich ist auch im Wald die Bosheit nicht weit weg. Klar, der Mensch ist dort das Übel, der „mit seiner dritten Hand“ Donner machen kann, und dabei doch so ulkig aussieht, ohne Haare um Augen und Nase. Hase Klopfer hingegen kann von Menschen viel Gutes berichten, schließlich wurde er schon mal von einem solchen gestreichelt und mit leckeren Möhren gefüttert. Der Donner aus der Flinte des Jägers ist es dann auch, der die Mutter erschreckt, die daraufhin wegläuft und von Bambi tagelang vermisst wird. Aber wie gesagt, die Trauer endet beim Wiedersehen mit Freude, zumal Bambi ja auch noch seinen Vater trifft, den „Fürsten des Waldes“, dessen große Krone mit großer Weisheit einher geht. So rät er seinem Filius: „Nimm die Träume, stecke sie in die Tasche und geb sie nicht her.“ Das tut Bambi dann auch und traut sich, seiner Feline seine Liebe zu gestehen. Und, wer hätte es gedacht, auch Feline hat sich längst in den jungen Hirsch verliebt.



Man musste sich darauf einlassen, dann fiel es schon nach kurzer Zeit nicht mehr auf, dass die Puppen im Stück Bambi – Das Waldical von Menschen geführt wurden.
Man musste sich darauf einlassen, dann fiel es schon nach kurzer Zeit nicht mehr auf, dass die Puppen im Stück Bambi – Das Waldical von Menschen geführt wurden.