Das Mark-Stück als Glücksbringer

Das Mark-Stück als Glücksbringer

2002 wurde der Euro als Zahlungsmittel eingeführt. Nach nunmehr 15 Jahren gibt es immer noch Menschen, die sich die Mark zurückwünschen und die Preise in die alte Währung umrechnen.

15 Jahre ist es nun her, seit der Euro die Deutsche Mark ersetzt hat. Am 1. Januar 2002 wurde er als offizielles Zahlungsmittel in zwölf europäischen Staaten eingeführt. Mittlerweile bezahlen die Menschen aus 19 Ländern mit dem Euro . Bei einer kleinen, nicht-repräsentativen Umfrage unter den Neunkirchern zeichnet sich allerdings noch immer ein geteiltes Meinungsbild ab.

Violetta und Dietmar Wagner sind hier sogar als Paar nicht immer derselben Meinung. Er rechnet noch um und staunt über den Preis für das Kilo Schweinefleisch in Mark-Preisen. Sie stammt aus Polen und erklärt: "Zuerst musste ich von Zloty in D-Mark umrechnen, dann von D-Mark in Euro . Irgendwann wurde es zu viel." Ein bisschen Kleingeld aus D-Mark-Zeiten liegt auch noch bei ihnen zu Hause, extra aufgehoben und gesammelt haben sie die Münzen jedoch nicht. Bei der Frage, was denn damals außer dem Nennwert die Münzen zierte, müssen sie kurz überlegen. Der Adler auf dem Ein-Mark-Stück fällt schnell als Begriff, auch das Eichenlaub auf den Pfennig-Münzen ist noch in Erinnerung. Allerdings gab es bei letzteren eine Ausnahme in der Darstellung, an die sich Dietmar Wagner noch erinnert: "Auf dem 50-Pfennig-Stück war eine Frau, die etwas pflanzt." Die Frau war übrigens Gerda Johanna "Jo" Werner. Die Malerin und Kunstlehrerin stand damals für ihren Mann, den Bildhauer Richard Martin Werner, Modell. Das Motiv mit dem Eichensetzling sollte an den Wiederaufbau Deutschlands und insbesondere an die Leistung der Trümmerfrauen erinnern.

"Ich habe immer wieder die Preise in Euro und D-Mark verglichen, jedoch vor drei Jahren damit aufgehört", sagt Harry Schön aus Blieskastel, und: "Ich musste es mir abgewöhnen, es bringt nichts mehr." Alte D-Mark-Währung sucht man bei ihm vergeblich: "Es ist bei mir nichts gebunkert, ich habe alles gleich abgegeben." Bei der Frage nach den Motiven fällt ihm gleich das Zwei-Mark-Stück ein: "Kanzler-Köpfe waren darauf zu sehen", erklärt er. Konrad Adenauer war hier beispielsweise zu sehen, allerdings schafften es auch Bundespräsidenten, Ministerpräsidenten, Oppositionsführer und Wissenschaftler wie Max Planck auf das Geldstück.

"Ich rechne noch um, bin vom alten Schlag", erklärt Esther Scheyda und: "Wenn es mir dann zu teuer wird, lasse ich es liegen." Sie wünscht sich die D-Mark zurück und erinnert sich ebenfalls an die Eichblätter auf den Pfennigen und das Adenauer-Porträt auf dem Zwei-Mark-Stück. Doch auch an das Lübecker Tor auf dem 50-Mark-Schein, eine Dame auf dem 20er und an einen Mann mit wallendem Haar auf dem Zehner kann sie sich noch erinnern. Während der Mann mit wallendem Haar ein Unbekannter bleibt, war die Dame die Nürnberger Patrizier- und Kaufmannsfrau Elsbeth Tucher. Scheyda hat noch ein altes Fünf-Mark-Stück aus Silber zu Hause, einen Zehn-Mark-Schein hat sie in ihrer Fahrradtasche gefunden. "Der war damals als Notgroschen gedacht, falls ich mit dem Fahrrad liegen bleibe", wie sie sagt. Daneben dient ihr ein Mark-Stück im Auto als Glücksbringer.

Esther Scheyda.
Harry Schön.
Dietmar und Violetta Wagner.
Elke und Rudi Lang.

Elke und Rudi Lang sind hingegen froh, dass es den Euro gibt. "Ein vereintes Europa braucht auch eine gemeinsame Währung", sagt er. Die beiden reisen gern, da habe der Euro so manches vereinfacht. Auch sie haben noch ein Ein-Mark-Stück im Auto, allerdings dient es als Chip für den Einkaufswagen. Bei der Frage nach den Motiven denken sie an den Zehn-Mark-Schein, diesmal allerdings zuerst an die Rückseite: "Diese zeigt die Gorch Fock", erklärt Rudi Lang.