Das Gesicht der Kinderklinik

Es klingt wie eine Floskel, doch das mehr als 22-jährige Wirken von Professor Otto Schofer als Chefarzt der Kinderklinik auf dem Kohlhof kann mit Fug und Recht als Ära bezeichnet werden. Die ist nun zu Ende gegangen, mit 66 Jahren hat sich der Mediziner von der Klinik, seinem Team und vor allem seinen kleinen Patienten verabschiedet.Bei der Ernennung zum Ärztlichen Direktor der Kinderklinik im Juli 1993 hat der damalige Redaktionsleiter der "Neunkircher Rundschau", Gerd Meiser, geschrieben, Dr. Otto Schofer habe eine "beruhigende Ausstrahlung, die Kinderärzten eigen ist." Und weiter: "Es ist, als habe Prof. Ulrich Keuth seine Nachfolge in gute Hände gelegt." Eine Vorhersage, mit der mein sehr geschätzter ehemaliger Kollege wie so oft ins Schwarze getroffen hat.

Dass Professor Schofer nun verabschiedet wurde mit den Worten, er sei ein Synonym für eine bestmögliche medizinische Versorgung und Betreuung von jungen Patienten , sagt vermutlich alles. Schon bei seiner Einführung hatte der damals 44-Jährige angemahnt, dass eine Modernisierung der "Landeskinderklinik'" dringend notwendig sei. Nur kurze Zeit später musste er zunächst den Wechsel in der Trägerschaft von der Uniklinik Homburg zum Landkreis Neunkirchen bewältigen: Im Frühjahr 2008 dann der Verkauf an die Marienhaus GmbH, die bekanntlich den Neuaufbau als Marienhausklinik St. Josef Kohlhof stemmte.

Auf Dr. Otto Schofer folgt nun Dr. Ghiath Shamdeen. Möge er seine Nachfolge in gute Hände gelegt haben.