Das Charisma finden und fördern

Der KKV Unitas Neunkirchen, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, hat in den Gutshof Furpach zum Neujahrsempfang eingeladen. Weihbischof Helmut Dieser referierte über Veränderungen.

Für Elvis Presley war sie ein Muss bei seinen Konzerten: die Einleitung aus "Also sprach Zarathustra" von Richard Strauss , die dem King jedes Mal einen triumphalen Auftritt sicherte. Auch die Gäste des 37. Neujahrsempfangs der KKV Unitas Neunkirchen wurden derart erhaben willkommen geheißen - von der Formation "ContraBrass" aus Schiffweiler, die an diesem Sonntagmorgen für den guten Ton zuständig war. KKV-Vorstandsmitglied Martin Schuck freute sich, dass trotz parallel laufender Neujahrsempfänge diverser Karnevalsvereine 80 Vereinsmitglieder und Freunde, die meisten selbstständige Kaufleute, Handwerker, Freiberufler sowie Verantwortliche aus Wirtschaft, Politik und Kirche der Einladung in den Karchersaal gefolgt waren.

"Bei der Gründung 1901 war es für Vereinsmitglieder obligatorisch, dem katholischen Glauben sehr nahe stehen zu müssen", betonte Schuck. "Heute sind wir ökumenisch orientiert, nichtsdestotrotz aber stolz auf unsere Wurzeln und Tradition." Weshalb es eine besondere Freude sei, dass man Weihbischof Helmut Dieser für die traditionelle Neujahrsrede hatte gewinnen können.

"Unsere Kirche verändert sich. Jeder, der ihr nahe steht, spürt das", begann der Trierer Geistliche sein Referat. So sei die Gestalt der Kirche "unserer Kindheit" eine "zeitbedingte Ausformung" und Bestandteil einer Epoche, die vom 19. Jahrhundert bis in die frühe Nachkriegszeit reichte. Seitdem wandelt sie sich merklich.

Im Folgenden beschäftigte sich Helmut Dieser ausführlich mit dem Wort der deutschen Bischöfe zur Erneuerung des Pastorals "Gemeinsam Kirche sein", das im Oktober, 50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, veröffentlicht worden war.

Denkwürdiges wie Hoffnungsspendendes mischten sich in dieser Ansprache. So erinnerte der Weihbischof unter anderem daran, dass "jeder Mensch berufen ist, heilig zu werden", auch Schwerverbrecher. Charismen seien "der eigentliche Reichtum der Kirche" - der Aufgabe, diese bei den Gläubigen zu entdecken und zu fördern, müsse man sich noch stärker widmen. Sehr zeitgemäß war auch die Forderung nach Netzwerkstrukturen innerhalb der Pfarreien.

"Wer hätte geglaubt, dass es zu diesem Thema so viel zu sagen gibt", meinte Gastgeber Schuck anschließend und wünschte allen Anwesenden Mut für die Vielzahl an Herausforderungen, die in diesem Jahr anstehen.

Ein Ständchen gab es noch für Ehrenmitglied Helmut Jager, der just an diesem Tag seinen Geburtstag feierte. Mit dem Besuch der Sternsinger klang der offizielle Teil der Veranstaltung dann wieder völlig planmäßig aus.