1. Saarland
  2. Neunkirchen
  3. Neunkirchen

Das Beste der Neunkircher Fastnacht in einer Sitzung

Kostenpflichtiger Inhalt: NKA-Gemeinschaftssitzung : Wo es Friedsche De Annerschd trefft

Einen gewohnt kunterbunten Streifzug durch das Beste, was die Neunkircher Fastnacht zu bieten hat, bot erneut die Sitzung des NKA.

Da war ja der ein oder andere ganz gespannt. Was würde wohl Es Friedsche, die Frau vom Kellerkarl, allias Saskia Schweitzer, als Erkennungszeichen wählen, wenn sie den neuen Oberbürgermeister meint? Man erinnert sich: War die Rede von Jörg Aumanns Vorgänger Jürgen Fried, da genügte dem Friedsche ein Streichen übers Haupthaar mit zurückgeworfenem Kopf und jedem war klar, wer gemeint ist. Wird es eine Radfahr- oder Laufgeste sein oder gar ein Smartphone-Tippen? Doch weit gefehlt: Lediglich ein Luft-Küsschen gab’s zum Rede-Ende in Richtung Promi-Tisch. Ansonsten aber ließ Es Friedsche bei der Gemeinschaftssitzung des NKA in der Gebläsehalle nichts ungesagt, plauderte gewohnt keck aus dem heimischen Nähkästchen. Büttenrede Nummer fünf hatte Schweitzer vom KUV, sechs waren es insgesamt. Schweigt man über die erste einfach mal still, dann waren das allesamt Reden auf hohem karnevalistischem Niveau. Gewohnt pointiert Stadtschreiber Michael Schley (KG Rote Funken), der Meister der spitzen Feder. Heiß erwartet alle Jahre: Die Friedhofsweiber, der weibliche Elferrat der Hangarder Brunnebutzer, die der Weiblichkeit so recht aus der Seele reden – und dieses Jahr sogar sangen. Köstlich: der Randständige (Josh Sieren, Rote Funken), der mit Pfandflaschen im Einkaufswagen dem guten Tröpfchen zusprach, professionell auch so manche Maskenhürde meisterte und als köstlicher Lachmuskel-Masseur mehr als verdiente Stehende Ovationen bekam. Die nahmen übrigens auch Es Friedsche entgegen und schließlich De Annerschd (Friedel Wagner, KKW), der als krönender Abschluss in der Riege seinen vier qualitativ hochwertigen Vorgängern noch einen draufzusetzen wusste. Wie hatte es NKA-Präsident Karl Albert so treffend formuliert: „Gegen ihn ist selbst Ekel Alfred noch ein Charmeur.“ Und recht hat er. Trotzdem kann man dem Charmebolzen nicht böse sein, schließlich schafft er es wie kaum einer, dass so richtig herzlich gelacht werden darf.

Pointiert wie eh und je: Stadtschreiber Michael Schley (Rote Funken). Foto: Elke Jacobi
Josh Sieren (Rote Funken) kam dieses Jahr als Randständiger. Foto: Elke Jacobi
Es Friedsche (Saskia Schweitzer, KUV) hat eine große Fangemeinde. Foto: Elke Jacobi
Der Charmbolzen schlechthin: De Annerschd (Friedel Wagner, KKW) Foto: Elke Jacobi
Für Stimmung sorgten zwischendrin die Musikgruppen und Sängerin Eva-Maria Forster. Da hielt es sogar den Elferrat nicht auf den Plätzen. Foto: Ida Jacobi/Jacobi

Natürlich aber gab es bei der Gemeinschaftssitzung des NKA nicht nur Büttenreden. Die Mischung macht es hier und so wechselten sich auch bei dieser letzten der Saalveranstaltungen der Neunkircher Fastnachter kunterbunte Schautänze und Männerballette, akrobatische Mariechen und schmissige Garden ab mit jeder Menge Musiknummer, die den fast durchgängig schön maskierten Narren im Saale ausreichend Gelegenheit zum Schunkeln und Klatschen bot. Schön: Viele Aufgänge kommen durch den Saal. Der zackigste von ihnen: Die Funkengardisten der Roten Funken, eine ganz besondere Truppe von Frauen und Männern, die unter der zackigen Leitung von Mariechen Bettina Ramm vielleicht das Traditionellste sind, was die NKA-Sitzung zu bieten hat. Ebenso traditionell wie der jährliche Auftakt durch den Fanfarenzug der Roten Funken und das wunderschöne Gesamtbild, wenn danach Prinzenpaar, die Garden der acht Mitgliedsvereine, alle Senatoren und Präsidenten die große Bühne füllen. Ein bewegender Moment – auch für die Tollitäten. So ging es Ihrer Lieblichkeit Carina I. sichtlich nahe, als sie in ihrer Rede zurückblickte auf die Regierungszeit, in der das Prinzenpaar von allen Vereinen so liebevoll aufgenommen worden sei. Als Trost gab’s ein Küsschen vom Präsidenten. Der ehrte nach der Vorstellungsrunde noch Werner Spaniol, Senator und KEW-Vorstand a.D., indem er ihn zum Ehrensenator ernannte. Dann ging’s ab auf die Plätze und los ging die große stimmungsvolle Fastnachtsshow, die erst gegen 2 Uhr ihr Ende fand.