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"Dann gibt es Champagner für alle"

"Dann gibt es Champagner für alle"

Wiebelskirchen. Ein paar Sitzplätze mehr wären sicher auch nicht schlecht gewesen. Anderseits, wann hockt man schon mal so gemütlich eng beieinander, Kaffee und Torte in Reichweite, und kann einem begnadeten Geschichtenerzähler lauschen - an einem Ort, der selbst voller Geschichte und Geschichten steckt. Wie schnell sich dieses Waldschlafhaus Eberstein etabliert hat. Es reicht, einen Aushang vorn vorm Haus an die Holztafel zu pinnen und die Leute strömen - zuletzt zum Edel-Flohmarkt, heute zur Lesung mit Sören Meng. Der ist aus Wiebelskirchen, also "unten aus dem Dorf", und macht kein Hehl aus seiner Sympathie für die Lokalität: "Als das hier noch ein Pferdestall war und verfiel, habe ich immer gedacht: Wann kommt der Prinz, der es wachküsst?" Das übernahm ja dann das Ehepaar Tuba, das aus einer abbruchreifen Ruine mit Liebe und Sinn fürs Detail ein Schmuckstück zauberte. "Es ist ein Segen, dass Sie sich so engagieren", lobte Meng und überreichte den gerührten Gastgebern ein für sie geschriebenes Gedicht. "Waldarbeiterhaus" erinnert an das harte Los derer, die hier früher nächtigten. "Eine Herberge auf Zeit, karger Lohn für harte Arbeit, tagaus, tagein, Regen und Kälte getrotzt, erschöpft."Seit zehn Jahren veröffentlicht Sören Meng Lyrik und Prosa in Sammelbänden mit Titeln wie "Lass die Seele baumeln" oder "Flüchtiger Moment". Den Spagat zwischen Heiterem und Nachdenklichem beherrscht Meng aus dem EffEff, die Zuhörer mit seinen Anekdoten zu unterhalten sowieso. Nur zu gern versetzte man sich zurück in die 1980er Jahre, um mit dem kleinen Sören "seinem" Spielzeugflugzeug beim Schreibwarenhändler Weichsel täglich einen Besuch abzustatten. Oder entlarvt den im Eiscafé kennen gelernten Herrn von Welt, dessen Einladung samt Standardspruch "Dann gibt es Champagner für alle" man besser nicht für voll genommen hätte. Zwischendurch gibt es Lyrik und Pausen fürs Nachschenken und -denken, dann erzählt Meng vom "Schönen Mädchen", welches er beim Zivildienst im Altenheim kennen lernte oder von "Tod eines Narren". Mit seiner Humoreske "Hand aufs Herz, sind Sie schon online" erntet er etliche Lacher und viel Nicken.

Wiebelskirchen. Ein paar Sitzplätze mehr wären sicher auch nicht schlecht gewesen. Anderseits, wann hockt man schon mal so gemütlich eng beieinander, Kaffee und Torte in Reichweite, und kann einem begnadeten Geschichtenerzähler lauschen - an einem Ort, der selbst voller Geschichte und Geschichten steckt. Wie schnell sich dieses Waldschlafhaus Eberstein etabliert hat. Es reicht, einen Aushang vorn vorm Haus an die Holztafel zu pinnen und die Leute strömen - zuletzt zum Edel-Flohmarkt, heute zur Lesung mit Sören Meng. Der ist aus Wiebelskirchen, also "unten aus dem Dorf", und macht kein Hehl aus seiner Sympathie für die Lokalität: "Als das hier noch ein Pferdestall war und verfiel, habe ich immer gedacht: Wann kommt der Prinz, der es wachküsst?" Das übernahm ja dann das Ehepaar Tuba, das aus einer abbruchreifen Ruine mit Liebe und Sinn fürs Detail ein Schmuckstück zauberte. "Es ist ein Segen, dass Sie sich so engagieren", lobte Meng und überreichte den gerührten Gastgebern ein für sie geschriebenes Gedicht. "Waldarbeiterhaus" erinnert an das harte Los derer, die hier früher nächtigten. "Eine Herberge auf Zeit, karger Lohn für harte Arbeit, tagaus, tagein, Regen und Kälte getrotzt, erschöpft."Seit zehn Jahren veröffentlicht Sören Meng Lyrik und Prosa in Sammelbänden mit Titeln wie "Lass die Seele baumeln" oder "Flüchtiger Moment". Den Spagat zwischen Heiterem und Nachdenklichem beherrscht Meng aus dem EffEff, die Zuhörer mit seinen Anekdoten zu unterhalten sowieso. Nur zu gern versetzte man sich zurück in die 1980er Jahre, um mit dem kleinen Sören "seinem" Spielzeugflugzeug beim Schreibwarenhändler Weichsel täglich einen Besuch abzustatten. Oder entlarvt den im Eiscafé kennen gelernten Herrn von Welt, dessen Einladung samt Standardspruch "Dann gibt es Champagner für alle" man besser nicht für voll genommen hätte. Zwischendurch gibt es Lyrik und Pausen fürs Nachschenken und -denken, dann erzählt Meng vom "Schönen Mädchen", welches er beim Zivildienst im Altenheim kennen lernte oder von "Tod eines Narren". Mit seiner Humoreske "Hand aufs Herz, sind Sie schon online" erntet er etliche Lacher und viel Nicken.

Nach fast zwei Stunden Kurzweil und Genuss steht fest: Meng ist ein Heimatdichter im besten Sinne, der mit seinen Büchern im Grunde genommen genau an diesen Ort gehört. Derzeit lohnt ein Besuch im Waldschlafhaus übrigens doppelt: Werden doch Aquarelle von Helmut Weigerding ausgestellt. Der auch ein Wiwwelskerjer ist. Foto: SZ-Archiv