| 21:03 Uhr

Im Ernstfall muss es schnell gehen
Damit im Ernstfall auch alles richtig klappt

Schnell ist der Brandabschnitt geräumt.
Schnell ist der Brandabschnitt geräumt. FOTO: Astrid Anna Oertel
Neunkirchen. Das Notfallteam der Marienhausklinik St. Josef Kohlhof und umliegende Feuerwehren übten das professionelle Vorgehen bei einem Brand. red

Als die Krankenschwester die Tür zum Patientenzimmer öffnet, dringt ihr dichter Rauch entgegen. Hustend muss sie die Tür wieder schließen – in dieses Zimmer kann nur noch die Feuerwehr mit Atemschutz vorrücken. Jetzt heißt es, die umgebenden Zimmer zu räumen und möglichst schnell alle gefährdeten Patienten in Sicherheit zu bringen. Sechs Menschen mit Rauchgasvergiftung sind medizinisch zu versorgen, davon ist eine Frau bereits bewusstlos. Dieser Albtraum war zum Glück nur gespielt: Die Marienhausklinik St. Josef Kohlhof übte mit den Feuerwehren der umgebenden Löschbezirke das Vorgehen bei einem Brand im Krankenhaus, wie die zuständige Pressestelle mitteilt.


Eine Nebelmaschine hatte den Rauch im Patientenzimmer simuliert, die Brandmeldeanlage registrierte die Rauchentwicklung und alarmierte automatisch die Feuerwehr sowie das klinikinterne Notfallteam. Klinikmitarbeiter eilten herbei, um den betroffenen Brandabschnitt zu räumen und die Patienten in Sicherheit zu bringen. Die mit Ruß und Kunstblut geschminkten Verletztendarsteller wurden in den Schockraum und die zentrale Patientenaufnahme gebracht und dort medizinisch versorgt. Die Feuerwehr übte den Löschangriff und die Rettung des „Patienten“ – ein Dummy mit realistischen Gewicht – aus dem völlig verrauchten Zimmer.

Baulich ist das relativ neue Klinikgebäude bestens auf einen Brandfall vorbereitet. Jede Etage ist in drei Brandabschnitte unterteilt, die durch Stahltüren voneinander getrennt sind. So muss man die zum Teil bettlägerigen Patienten aus dem betroffenen Bereich nur in den angrenzenden Brandabschnitt bringen, statt sie in ein anderes Stockwerk oder gar aus dem Gebäude hinaus zu transportieren. Eine moderne Brandmeldeanlage detektiert Rauch in Zimmern, Fluren, und sogar in den Zwischendecken.



Aber wenn es brennt, kommt es trotzdem zuallererst auf die Klinikmitarbeiter an, die bereits vor Eintreffen der Feuerwehr mit der schnellen Räumung des Brandabschnitts beginnen müssen. Jedes Jahr werden deshalb die Mitarbeiter geschult, wie sie reagieren sollen, und jährlich sind auch praktische Übungen vorgeschrieben.

Ob die Übung erfolgreich war? Der stellvertretende Notfallbeauftragte der Klinik, Dr. Philipp Lux, zieht eine erste Bilanz: „Bei so einer Übung läuft natürlich nie alles so wie vorgesehen. Deshalb macht man es ja – um Schwachstellen aufzudecken und Fehler zu finden, damit wir im Ernstfall schnell und kompetent handeln können.“

Die Feuerwehren übten den Löschangriff...
Die Feuerwehren übten den Löschangriff... FOTO: Philipp Lux
... und die Rettung des „Patienten“, einem Dummy. 
... und die Rettung des „Patienten“, einem Dummy.  FOTO: Philipp Lux