DAK-Gesundheitsreport mit Themen Dampfen und Spielen am Smartphone

DAK-Gesundheitsreport : So krank ist das St. Wendeler Land

Die DAK stellt den Gesundheitsreport für 2019 vor und blickt dabei auch auf Süchte wie Dampfen und Spielen am Smartphone.

Es ist kein kleines Zahlenwerk, das die DAK Jahr für Jahr im Diakonie-Klinikum Neunkirchen vorstellt und das nicht nur interessant und aufschlussreich, sondern bisweilen auch erschreckend ist. So spricht Martin Weber, Chef der DAK-Gesundheit Neunkirchen, gleich zu Beginn der Präsentation des Reports von einer „bedenklichen Zahl“, 5,5 Prozent. So hoch war der Krankenstand in den Landkreisen Neunkirchen, St. Wendel und der Stadt Homburg im vergangenen Jahr.

Das bedeutet nicht nur einen Anstieg von 0,7 Prozent im Vergleich zu 2017, die Landkreise liegen damit auch deutlich über dem Landesschnitt (5,0) und noch deutlicher über dem Bundesschnitt mit 4,1 Prozent. Dabei müsse man beachten, erklärt Weber, dass es sich um die Wohnorte der Versicherten, nicht um deren Arbeitsorte handelt. Dass die Zahlen für Neunkirchen, Homburg und St. Wendel gebündelt werden, liegt übrigens an der regionalen Struktur der Krankenkasse. Warum aber der Krankenstand im Regionalverband Saarbrücken und in St. Ingbert mit 4,7 Prozent so viel besser sei, lasse sich nicht sagen, erklärt Weber.

Seit Jahren unangefochtene Spitzenreiter bei den Ursachen für Krankmeldungen sind Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (20,7 Prozent), psychische Erkrankungen (16,9) und Erkrankungen der Atmungssysteme. In allen drei Fällen sind die Zahlen deutlich angestiegen. So waren es beispielsweise 2017 noch 386 Fehltage je 100 Versicherte wegen einer Erkrankung des Muskel-Skelett-Systems, 2018 sieben Prozent mehr, also 411 Tage. „Jeder Versicherte fehlt also 4,1 Tage aus diesen Gründen“, veranschaulicht Weber. Auch was Krankheitsarten wie Verletzungen, Kreislaufsystem, Nervensystem, Augen und Ohren betrifft, Neunkirchen, Homburg und St. Wendel liegen überall über dem Landesschnitt.

Wie in jedem Jahr widmet sich auch der aktuelle Gesundheitsreport einem Schwerpunkt, der in diesem Jahr „Sucht 4.0“ betitelt ist und der Frage nachgeht, wie sich Trinken, Dampfen und Gamen (Spielen) auf die Arbeitswelt auswirken. 2,1 Prozent aller Fehltage wegen psychischer Erkrankungen sind Substanzstörungen geschuldet, wobei Alkohol unter den Substanzen mit 81 Prozent die größte Rolle spielt. Cannabinoide, Tabak, Stimulanzien, Opioide und Halluzinogene sind weitere Substanzen, die eine Rolle spielen. Festhalten lässt sich laut Gesundheitsreport, dass Erwerbstätige im Saarland mit einer Substanzstörung einen fast doppelt so hohen Krankenstand haben wie diejenigen, die keiner Sucht verfallen sind. Einer Sucht verfallen sind auch Raucher. Von denen, so das Ergebnis des Reports, gibt es im Saarland 69 000, die beschäftigt sind. Immerhin 4,3 Prozent der Beschäftigten dampfen, stillen ihre Sucht also mittels E-Zigarette. Deutschlandweit dampfen 85 Prozent übrigens mit Nikotin oder Tabak.

Alkohol trinken 88,1 Prozent der Beschäftigten im Saarland, konsumieren also ein Nervengift. Umgerechnet auf das Saarland spricht man bei 48 900 Beschäftigten von „riskantem Konsum“: zwei Bier à 0,3 Liter für Männer, eins für Frauen, zwei Tage pro Woche ohne Alkohol. Bei 2000 Beschäftigten kann man sogar von einer Abhängigkeit ausgehen.

Dass auch das Daddeln am Handy zu einer Sucht führen kann, ist längst bekannt. Laut DAK spielen 58,5 Prozent der Beschäftigten Computerspiele, ob an Handy, PC oder Tablet. Eine Umfrage unter DAK-Versicherten hat ergeben, dass bei 4900 Beschäftigten von einer Videospielsucht auszugehen ist und stattliche 31 800 Gefahr laufen, in eine solche hinein zu rutschen.

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