Chance als Eventhalle nutzen

Heinitz. Obwohl die Gasmaschinenzentrale in Heinitz unter Denkmalschutz steht, ist es sehr wahrscheinlich, dass der kommende Winter irreparable Schäden an dem historischen Gebäude von 1904 anrichten wird

Heinitz. Obwohl die Gasmaschinenzentrale in Heinitz unter Denkmalschutz steht, ist es sehr wahrscheinlich, dass der kommende Winter irreparable Schäden an dem historischen Gebäude von 1904 anrichten wird. Seit 2003 kämpft die Initiative Gasmaschinenzentrale Heinitz für den Erhalt des Jugendstilbaus, der einstmals ein Kohlekraftwerk beheimatete, mit dem die Gruben Heinitz und Dechen aber die Stadt Neunkirchen mit Strom versorgt wurden. Die Angst von Herbert Müller, dem Vorsitzender der aus einer Verschmelzung verschiedener Heinitzer Bürgervereine hervorgegangenen Initiative, scheint begründet. "Der vergangene Winter hat die Halle massiv in Mitleidenschaft gezogen", so Müller im SZ-Gespräch, "so dass vor allem Dach und Kanalisation saniert werden müssen." Die Ruhrkohle AG, die zur Erhaltung der Gasmaschinenzentrale per Gesetz verpflichtet sei, habe immer wieder Termine, die Anlage winterfest zu machen, verstreichen lassen. "Im September hat die RAG einen Antrag auf Entlassung aus der Bergbauaufsicht und Abriss der Halle eingereicht", so Müller weiter. Dieser sei auf Grund öffentlichen Drucks und dank Intervention seitens des Denkmalamtes, des Ministerpräsidenten und anderer prominenter Fürsprecher im September zurückgezogen worden. "Seitdem ist aber nichts passiert" , so Herbert Müllers ernüchternde Bilanz. Er befürchtet nun, dass die RAG die Sache aussitzen werde, bis die Behebung der Schäden an der Halle wirtschaftlich nicht mehr tragbar seien. Schon seit geraumer Zeit habe sich die Firma Terrag aus Homburg als neuer Träger angeboten. Den Plänen des Unternehmens zufolge soll das Gebäude zum Teil in eine Eventhalle umfunktioniert, der Rest als Lager genutzt werden. Vorbedingung hierfür sei aber, dass die RAG die entstandenen Schäden, auch die der Umwelt zuvor behebe. Müller hält es für selbstverständlich, dass man nach über 100 Jahren der bergbaulichen Nutzung die dadurch entstanden Missstände behebe. Da allerdings beim potenziellen neuen Träger die Geduld natürlich begrenzt sei, bestehe dringend Handlungsbedarf, um das vielversprechende Angebot nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. ris