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„Bunt statt braun“ will Zeichen setzen

Kreis Neunkirchen. Das breit aufgestellte Aktionsbündnis „Bunt statt braun“ ruft die Bürger im Landkreis Neunkirchen dazu auf, ein Zeichen für Offenheit und Toleranz zu setzen. Mitorganisator ist der Neunkircher Pfarrer Uwe Schmidt. Er war zu Besuch in der Redaktion. Oliver Spettel

Die rechtsgerichtete Bewegung "Saarland gegen Salafisten" hat für Montagabend einen "Abendspaziergang" durch Neunkirchen angemeldet. Ziel des braunen Aufmarsches ist der Lübbener Platz in der City.

Gegenüber, auf dem Stummplatz, ruft das Bündnis "Bunt statt braun" um 18.30 Uhr zur Gegenveranstaltung auf. Pfarrer Uwe Schmidt steht dabei in erster Reihe. Schon kurz nach der Anmeldung des braunen Spaziergangs hat Neunkirchens Bürgermeister Aumann eine E-Mail an seine Kontaktliste geschickt und einen Rundruf gestartet. Schmidt war erreichbar und stellte sich in den Dienst der Sache. "Wir haben am Mittwoch ein Treffen mit 15 Vertretern in der Christuskirche gehabt", teilt er mit. Dort sei das Bündnis von Christen, Muslimen, allen im Stadtrat vertretenen Parteien und Gewerkschaften geschmiedet worden.

"Toll war, dass es direkt ein großes Einvernehmen darüber gab, dass wir auf die Straße gehen müssen", so Schmidt. Geplant sei nun ein schöner und bunter Abend bei hoffentlich gutem Wetter. Die Mehrheit habe sich am Mittwoch für den Stummplatz - "sozusagen als Neunkircher Wohnzimmer" - ausgesprochen.

Die Stadt stellt eine Bühne, druckt Plakate und hat bereits eine Facebook-Seite gestaltet. Schmidt selbst wird am Montag moderieren. "Wir wollen keine großen Reden schwingen", erzählt er. Vielmehr wird es kurze Ansprachen geben. Auf der Rednerliste stehen ein gemeinsamer Vertreter für die christlichen Kirchen, einer für andere Religionen, dazu Oberbürgermeister Jürgen Fried und ein Gewerkschaftsvertreter . Auch habe man bei der Landrätin angefragt. Für das Rahmenprogramm lasse der städtische Beigeordnete Sören Meng seine Kontakte in die Kulturszene spielen. "Wir hoffen auf ganz viel Musik", so Schmidt. Zugesagt hatten am Freitag bereits die Musiker Amby Schillo, Jürgen Rath und Manfred Pohlmann.

Der Pfarrer kann verstehen, dass es Bedenken gegen den Salafismus gibt. "Generell sollte man jede Form des Extremismus diskutieren und Radikales auch ablehnen." Das Problem sei aber, dass es unter dem Deckmantel einer Salafismus-Kritik sehr schnell zu Anfeindungen gegenüber allen fremden Menschen komme. "Wenn zu einem patriotischen Aufmarsch aufgerufen wird, dann passt das nicht in eine Stadt wie Neunkirchen mit 96 Nationalitäten und einem Ausländeranteil von elf Prozent." Man wolle zeigen, dass der überwiegende Teil der Neunkircher weltoffen und tolerant ist, und dass Menschen aus aller Welt hier willkommen sind. "Nicht alle, die anders sind, dürfen diffamiert werden", so Schmidt. Deshalb hoffe man auf eine starke Beteiligung "aller demokratischen Kräfte", um überparteilich und über alle Religionen hinweg ein Zeichen zu setzen.

Beginn ist am Montag, 16. März, um 18.30 Uhr auf dem Neunkircher Stummplatz.

facebook.com/bunt.statt.braun.nk