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Bürger sehen ihre Lebensqualität geshmälert

Den Anwohnern in Neunkirchen sind die Zustände in der Schlawerie ein Dorn im Auge. Lastkraftwagen deponieren ihren Bauschutt auf dem anliegenden Gewerbegebiet. Foto: Rolf Purper
Den Anwohnern in Neunkirchen sind die Zustände in der Schlawerie ein Dorn im Auge. Lastkraftwagen deponieren ihren Bauschutt auf dem anliegenden Gewerbegebiet. Foto: Rolf Purper
Neunkirchen. Unzufrieden sind die Anwohner im Sinnerthaler Weg, der den meisten Neunkircher Bürgern eher unter dem Namen Schlawerie bekannt ist. Seit zirka fünf Jahren ärgern sie sich über Lärm, Dreck und Staub, wie sie der Saarbrücker Zeitung klagen Von SZ-Mitarbeiter Rolf Purper

Neunkirchen. Unzufrieden sind die Anwohner im Sinnerthaler Weg, der den meisten Neunkircher Bürgern eher unter dem Namen Schlawerie bekannt ist. Seit zirka fünf Jahren ärgern sie sich über Lärm, Dreck und Staub, wie sie der Saarbrücker Zeitung klagen. Zum einen sei der verursacht von den Benutzern der nahe liegenden Motocrossbahn, "wo an den Wochenenden richtig Gas gegeben und durch das Gelände gebrettert wird", zum anderen wegen der Lastkraftwagen, die Bauschutt auf dem in unmittelbarer Nähe der Wohnbebauung als Gewerbegebiet ausgewiesenen Gelände deponierten. Beim Ortstermin mit der SZ formulierten zehn Anwohner ihre Vorwürfe in Richtung Stadtverwaltung. Diese führe Maßnahmen auf der Schlawerie durch, die die dort lebenden Menschen in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigten, meint Astrid Höfner. Sie habe sich auch schon schriftlich bei der Stadt beschwert, fühlt sich hingehalten. "Zwar wurde das Durchfahren der Lkw mittels großer Felsbrocken gestoppt und es wurden Bauzäune aufgestellt, aber wie sich das ganze Areal darstellt, ist das eine Zumutung. Schutzwälle in Richtung des angedachten Gewerbegebietes sind noch nicht fertig. Es wurde zwar Besserung versprochen, aber nichts getan." Ähnlich argumentiert Rita Hobstetter: "Die Situation ist noch schlechter geworden. Die Staub- und Lärmbelästigung durch die Motocrossbahn hat wegen des Lkw-Verkehrs noch zugenommen. Und am Ende der Straße vor der Absperrung staut sich bei Regen das Wasser. Es bildet sich eine Schlammschicht, die Fußgängern den Weg nach Sinnerthal nur in Gummistiefeln erlaubt. Der dringend notwendige Wendehammer ist auch nicht da." Gerhard Schappe aus Sinnerthal bestätigt die Missstände. "Ich gehe häufig zu Fuß in die Neunkircher Innenstadt. Manchmal muss man durch Zentimeter hohen Dreck waten, der von den Lkws auf der Straße hinterlassen wird." Uwe Höfner befürchtet, dass der Grüngürtel der Stadt an dieser Stelle zur Bauschutt-Deponie verkommt. Und Heinz Hibbeler stößt sich daran, dass die früher von Rottenarbeitern genutzten Gebäude allmählich im Schutt verschwinden und deren asbest-haltigen Eternit-Dächer zugeschüttet werden. "Bäume werden einfach von den Planierraupen umgedrückt."Auf Nachfrage der SZ teilte die Stadt Neunkirchen mit, dass die Erdmassen von der Baustelle am Spitzbunker auf der Schlawerie abgekippt wurden. Diese Maßnahme sei aber nun beendet. Die Rottenräume des Güterbahnhofes sollen im Frühjahr 2012 eingeebnet, das Gelände mit einer Deckschicht überzogen und begrünt werden. Dann sei auch nicht mehr mit einer Staubbelästigung zu rechnen und der unvollständige Lärmschutzwall werde vollendet. Außerdem soll der Zufahrtsweg zum ehemaligen Bahngelände verlegt und der fehlende Wendehammer im Zuge der Erschließung des Sinnerthaler Weges gebaut werden.