Brennholz machen gerät im Kreis Neunkirchen aus der Mode

Kreis Neunkirchen : Brennholz machen gerät aus der Mode

Förster im Kreis sprechen von Rückgang im Verkauf an Privatkunden. Pelletsheizungen liegen im Trend.

Selbst sein Brennholz machen – das klingt zumindest in der Theorie ganz wunderbar, nach Natur und Vergnügen. Und das Heizen mit Holz sorgt für behagliche Wärme. In der Umweltbilanz schlägt es zudem die fossilen Brennstoffe, weil es nachwächst und CO2 bindet. Der Kaminofen also als Wunderwaffe, auf den sich immer mehr Menschen zurückbesinnen? Der Merchweiler Schornsteinfegermeister Rene Busi spricht von einer leichten Zunahme an neuen Holzöfen in den vergangenen Jahren. Gleichzeitig meldeten gerade ältere Menschen diese Brandstätten aber auch ab, des Aufwandes wegen. Wo junge Leute auf diese Art des Heizens umstiegen in der Hoffnung, Geld zu sparen, spürten sie nach einiger Zeit auch den Haken an der Sache, sagt Busi. Der Aufwand ist eben doch groß.

Wer sein Holz brennfertig kauft, zahlt entsprechend mehr und steht letztlich vor einer Rechenaufgabe. Unterm Strich sieht Busi keinen Zuwachs an Holzöfen. Landesinnungstechniker Werner Wiesen, Schornsteinfegermeister in Nonnweiler, erklärt auf Nachfrage, die aktuellen Zahlen des Vorjahres zu den Feuerstätten bekomme er von den Kollegen im Land erst in diesen Tagen geliefert. Der Trend gehe aber wohl weg vom Scheitholz hin zu Pelletsheizungen, die dem Hausbewohner keine Mühe machten. Der aktuelle Preisanstieg beim Heizöl könne zudem das Heizen mit Holz wieder interessanter machen.

Von weniger Scheitholz-Verkauf sprechen auch Förster aus dem Kreis Neunkirchen. Revierförster Thomas Brill: „Seit ein paar Jahren haben wir eine richtige Flaute mit dem Brennholzverkauf, zumindest bei mir in Furpach.“ Allerdings wären die Unternehmer, die den Brennstoff sauber gestapelt fix und fertig vor die Tür stellten, gut ausgelastet. Brill: „Manche sind zu bequem, andere nicht mehr in dem Alter, sich selbst ihr Brennholz zu machen.“

Die Preise sehen für denjenigen, der in Brills Revier zum Holzmachen geht, aktuell so aus: 39 Euro für den Raummeter Buche, 36 Euro für Eiche und Birke sowie 20 Euro für die vom Brennwert her deutlich schlechtere Fichte. Die Preise sind damit im vergangenen Jahrzehnt nicht übermäßig gestiegen. Vor zwölf Jahren hatte es wegen großer Nachfrage einen Preisschub gegeben und das an den Wegesrand gerückte Laubholz kostete bei Saarforst 33 Euro pro Raummeter.

Brill hat in diesem Jahr aber auch wegen des Borkenkäfers mehr geschlagenes Holz im Wald als üblich. „Es liegen viele Fichten da. Die gehen jetzt raus als Industrieholz.“ Von September bis Ende März machen die Förster und ihre Mitarbeiter Holz, wenn es die Witterung zulässt. Die andere Zeit des Jahres, berichtet der Förster, diene mehr der Waldpflege, des Pflanzens und Zäunebauens. Wenn das Wetter wie jetzt regnerisch und ohne viel Frost sei, lasse sich nicht viel machen, ohne die Wege zu beschädigen. In den vergangenen beiden Jahren habe Saarfost auch versucht, weniger Holz eingeschlagen, um den Wald zu schonen. Die Buchen hatten auch so schon genug Stress mit Hitze und Trockenphasen. Letztlich seien im vergangenen Jahr aber etwa 10 000 Meter in seinem Revier gefallen und damit mehr als geplant. Von 4000 Metern Fichtenholz spricht er, viel davon dem Borkenkäfer geschuldet.

Sein Kollege Ingo Piechotta sieht die Entwicklung ähnlich: „Es hat tatsächlich ein bisschen nachgelassen.“ Im Wald seien mehr die gewerblichen Holzmacher unterwegs als der Privatkunde. Dennoch gebe es immer noch viele Leute, die ihr Holz selbst machten. Von rund 200 Kunden spricht Piechotta, die er in seinem Revier bedient.

Das Revier umfasst große Teile von Illingen, Eppelborn und Marpingen. Mit den Holzmachern in den Wald zu fahren bedeutet auch für den Förster einiges an Arbeit. „Es sind meist Einzeltermine, um die Kundschaft zu ihrem Holz zu bringen.“ Die „Borkenkäfer-Katastrophe“, wie Piechotta den Befall im vergangenen Jahr nennt, hat auch bei ihm mehr Fichten fallen lassen als geplant war. Auf Eppelborner Bann etwa fielen, so erzählt er, sechs oder sieben Mal so viele Fichten wie zuvor.