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Borussia zieht neue Zeiten auf

Neunkirchen. Borussia Neunkirchen wird seine Heimspiele in nächster Zeit häufig an Samstag- oder Sonntagabenden austragen. Grund sind die zuletzt sinkenden Zuschauerzahlen. Der neue Trainer Valentin Valtchev sucht noch einen 18. Feldspieler. Sebastian Zenner

"Mit allem nicht", antwortet Valentin Valtchev auf die Frage, ob er mit der Vorbereitung zufrieden sei. Der neue Trainer des Fußball-Oberligisten Borussia Neunkirchen hadert vor allem mit unnötigen Testspiel-Niederlagen und den Ausfällen von Leistungsträgern. Nicht alle werden zum Saisonstart an diesem Sonntag fit sein, wenn die Borussia im Ellenfeldstadion um 17 Uhr die Spvgg. Burgbrohl empfängt. Kapitän Yannick Bach kann nach überstandener Knie-Operation zwar spielen - allerdings wohl nicht über 90 Minuten. Neuzugang Jannik Schliesing (Schmerzen im Rücken- und Bauchbereich) und Godmer Mabouba (muskuläre Probleme) werden definitiv nicht von Anfang an spielen können. Moussa Dansoko fehlte aus beruflichen Gründen über drei Wochen und muss das Verpasste noch nachholen.


Weil Kevin Potrino die Borussia aus beruflichen und privaten Gründen um eine Vertragsauflösung gebeten hat, schaut sich der Club nach einem weiteren, dann 18. Feldspieler um. Die Torhüter-Position ist nach Malcolm Littles Wechsel zu Ligakonkurrent SC Hauenstein mit Robert Lehmann, Philippe Persch und Francesco Laino dreifach besetzt. Wen er am Sonntag zwischen die Pfosten stellt, will Valtchev noch nicht verraten.

"Ich kenne die Mannschaft der letzten Saison und auch die Neuzugänge. Viele Überraschungen wird es nicht geben", verrät er mit Blick auf die restliche Aufstellung. Taktisch soll es weiterhin mit Offensivfußball auf Punktejagd gehen. "Aber ich halte nichts davon, zu sagen, dass sich jeder Gegner nach uns richten muss. Wir sind hier in der Oberliga, und da hat jeder Gegner Respekt verdient", sagt Valtchev.



Auch die Borussia hat sich Respekt verdient. Die letzte Saison wurde trotz eines laufenden Insolvenz-Eröffnungsverfahrens auf Platz vier beendet. Die drohende Insolvenz ist zudem Geschichte. Honoriert wurde dies von den einst so treuen Anhängern nicht. Seit Jahren hat der Verein mit sinkenden Zuschauerzahlen zu kämpfen. Grund genug für die Führungsspieler und Integrationsfiguren Yannick Bach und Jens Kirchen, im Namen der Mannschaft einen offenen Brief an die Fans zu verfassen (wir berichteten). Künftig wird jetzt bei den Heimspielen meist samstag- oder sonntags zwischen 17 und 18 Uhr gespielt.

Hurricanes, Bundesliga und SVE

Die Anstoßzeit gegen Burgbrohl ist bewusst gewählt. Zum einen wegen des Spiels der Bundesliga-Footballer Saarland Hurricanes, das am Samstagabend stattfindet. Zum anderen, um den Wünschen vieler Fans Rechnung zu tragen, habe man die Heimspiele nach Möglichkeit nicht zeitgleich zur Bundesliga-Konferenz oder zu Spielen der SV Elversberg angesetzt, heißt es von Vereinsseite. "Wir hatten an Samstagnachmittagen deutlich weniger Zuschauer als an Wochentagen oder an Wochenenden, wenn am späteren Nachmittag oder am Abend gespielt wurde", erklärt der 1. Vorsitzende Martin Bach. Der 2. Vorsitzende Michael Krebs ergänzt: "Jetzt kommt es vor allem auf einen guten Start in die Saison an."