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Borussen-Kapitän Bach: „Wir steigen zu Recht ab“

Borussen-Kapitän Bach: „Wir steigen zu Recht ab“

Seit Samstagnachmittag ist es amtlich: Borussia Neunkirchen steigt nach Jahren aus der Fußball-Oberliga ab. Die 0:1 (0:1)-Heimniederlage gegen den FSV Salmrohr am letzten Spieltag besiegelte den Gang des Traditionsvereins in die sechstklassige Saarlandliga. Erschreckend war für die 215 Zuschauer im Ellenfeldstadion, wie kampflos sich das Team auf dem Platz verabschiedete.

"Ich bin unglaublich enttäuscht. Die erste Hälfte war eine Katastrophe. Einige müssen sich die Charakterfrage stellen", wetterte Borussias Trainer Tobias Grimm, dem zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt im März der komplette Kader zur Verfügung stand. Doch das half nichts. Dem 0:1 durch Maximilian Düpre in der 28. Minute liefen die Hausherren bis zum Abpfiff erfolglos nach. "Wir müssen jetzt alles analysieren und neu ausrichten. Es muss irgendwie wieder hochgehen für die Borussia", sagte Grimm, der in der Saarlandliga Neunkirchens Trainer bleiben wird. Auch Kapitän Yannick Bach bleibt an Bord. Er sagte: "Wir wussten alle, um was es geht. Aber im letzten Spiel kann man nicht eine ganze Saison wiedergutmachen. Wir haben uns alles selbst zuzuschreiben und steigen zu Recht ab."

Auch der Vorsitzende Martin Bach war fassungslos: "Ich bin persönlich sehr enttäuscht. Es gab Anhaltspunkte, dass wir mit einem Sieg heute den Abstieg vielleicht doch noch hätten verhindern können, in dem wir uns mit einem Gnadengesuch an den Deutschen Fußball Bund gewandt hätten", sagte er nach dem Spiel. Den Funken Hoffnung setzte der Borussen-Vorstand in den Fall der Spvgg. Burgbrohl. Der mit Abstand Tabellenletzte der Oberliga wollte seine Mannschaft nach einem personellen Aderlass zunächst im Dezember 2016 aus dem Spielbetrieb zurückziehen, entschied sich dann aber doch dazu, die Runde mit unterklassigen Akteuren der Reserve durchzuspielen. Neunkirchen trat als einziges Team in beiden Saisonspielen gegen den "alten" Oberligakader an und gewann seine Spiele "nur" mit 2:1 und 3:0, während andere Mannschaften in der Rückrunde gegen Burgbrohl ihre Tordifferenz mächtig aufpolieren konnten. Aus und vorbei.

"Es tut mir leid für die fairen und anständigen Zuschauer, dass die Mannschaft nicht mehr in die Waagschale geworfen hat", sagte Martin Bach. Während des Spiels sorgten einige Anhänger aus dem Neunkircher Fanblock, der mit einem Transparent "Vorstand raus" forderte, mit dem Zünden und Werfen von Pyrotechnik nicht nur für Kopfschütteln, sondern auch für einen Polizeieinsatz. Rücktritte in Vorstand sind kein Thema, sagt Bach, der den Abstieg jedoch als "Arschtritt" empfindet: "Und das nach zwei Jahren sehr harter Arbeit für den Verein, der mittlerweile nahezu saniert ist. Dieser Abstieg war sportlich nicht notwendig", sagte der Vorsitzende und ergänzte: "Jeder Spieler, der in dieser Runde das Trikot der Borussia getragen hat, sollte sich hinterfragen, ob er wirklich mit Herz für diesen Club gespielt hat."