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Bliesterrassen in Neunkirchen sind eröffnet

Bliesterrassen in Neunkirchen eröffnet : Promenaden-Flair entlang der Blies

Am Wochenende wurde – knapp drei Jahre nach dem Nordufer – das Südufer der Bliesterrassen eingeweiht.

Es ist vollbracht. Beide Seiten der Bliesterrassen sind fertiggestellt. Nachdem bereits 2016 das Nordufer, also das entlang der Bliespromenade, eingeweiht wurde, haben Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (beide SPD) gestern das Südufer, also das unterhalb der Lindenallee, eröffnet. Es darf also künftig am Promenaden- und am Allee-Ufer – das klingt irgendwie stilvoller als Nord und Süd – flaniert, geruht, gebummelt werden. Und das sogar bei einer Tasse Kaffee oder, derzeit besser angebracht, einer kühlen Schorle. Und zwar demnächst auf beiden Seiten der Blies, weisen doch bereits Schilder im City-Pavillion darauf hin, dass dort bald ein Café eröffnet. Auf der Promenadenseite ist das schon vor ein paar Wochen geschehen.

Dass das Konzept aufgeht, mit der in die Blies gebauten Bühne und Zuschauern an beiden Ufern, haben die Aufführungen an den Bliestagen bewiesen. Volle Ränge, tolle Atmosphäre, gute Stimmung. So darf es ruhig weit gehen. Es muss allerdings bespielt werden. Die Stadt ist also weiterhin gefragt.

Jürgen Fried jedenfalls war die gute Laune gestern anzusehen. „Mit den Bliesterrassen wird die City erheblich attraktiver. Auf den neu geschaffenen Ebenen kann man direkt im Herzen der Stadt entspannen, das Leben und die Natur rund um den Flusslauf beobachten oder auch ein kühles Getränk genießen“, sagte der Oberbürgermeister in Richtung der Gäste, die in der Nachmittagssonne gerne zu flüssigen Erfrischungen griffen.

Dass es die Bliesterrasen überhaupt gib, ist vor allem dank der Förderung vonseiten des Landes ermöglicht worden. „Ohne die 90-Prozent-Förderung durch das Land hätten wir dieses Mammutprojekt nicht stemmen können“, lobt Oberbürgermeister Jürgen Fried den Weitblick des Landes, Mittel für die Stadtentwicklung Neunkirchens zur Verfügung zu stellen. Ministerin Rehlinger betonte, dass Neunkirchen durch das Projekt an Ausstrahlung gewonnen habe. Sie hoffe, dass dieser Investition weitere folgen. Luca Kist vom zuständigen Landschaftsarchitekturbüro Dutt & Kist sprach von einem Projekt, mit dem man vor sieben Jahren visionäre Türen aufgestoßen und in die Tat umgesetzt hätte.

Die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt begannen im Spätsommer 2017 und dauerten rund 21 Monate, wobei sich die Bauzeit insbesondere durch den Fund einer Weltkriegsbombe wesentlich verlängert hat.

Die ursprüngliche Kostenschätzung für den zweiten Bauabschnitt belief sich auf rund 3,2 Millionen Euro. Insbesondere durch die Bombenentschärfung, Altlastenentsorgung und der damit verbundenen Bauzeitverlängerung war dieser Kostenrahmen jedoch nicht einzuhalten. Auf etwa 3,7 Millionen Euro werden sich die Kosten laut Stadt belaufen. Das Promenadenufer hat 2,3 Millionen gekostet.

Im nun fertiggestellten Bauabschnitt wurde eine historische Stadtebene wieder hergestellt, die vor der Aufschüttung in Folge des Zweiten Weltkrieges bestand. Diese ist über eine Treppenanlage erschlossen, auf deren Mittelpodest Außenflächen für die benachbarte Gastronomie angeboten werden können. Zudem wurden Freiräume geschaffen, die durch den Bliessteg einen direkten Kontakt mit dem Wasser ermöglichen. Zur Willy-Brandt-Brücke führt eine Treppenanlage und entlang der Lindenallee wurde eine Rampenanlage angelegt, so dass die verschiedenen Ebenen inklusive des Bliesstegs nun allesamt barrierefrei erreichbar sind.