Blasen-Tee mit Aha-Effekt

Neunkirchen. "Die 72 in Mittel, kalt, mit Mango", sagt Karsten Recktenwald in freudiger Erwartung dessen, was ihm gleich über die Theke gereicht wird. Seit etwa einem Monat gehört er zu den Stammgästen des neuen Ladens in der Lindenallee, der mit einem bunten Schriftzug verrät, was die Kunden dort erwartet. "Bubble Tea 4 You" steht groß an der Fensterscheibe geschrieben

Neunkirchen. "Die 72 in Mittel, kalt, mit Mango", sagt Karsten Recktenwald in freudiger Erwartung dessen, was ihm gleich über die Theke gereicht wird. Seit etwa einem Monat gehört er zu den Stammgästen des neuen Ladens in der Lindenallee, der mit einem bunten Schriftzug verrät, was die Kunden dort erwartet. "Bubble Tea 4 You" steht groß an der Fensterscheibe geschrieben. Wer das jetzt mit "Blasen-Tee für Dich" übersetzt, liegt zwar nicht ganz daneben, aber mit einem Blasen-, oder gar Nierentee hat das bunte Getränk nun wirklich überhaupt nichts zu tun. "Bubble Tea kennt in Asien jeder. Dort sagt man auch süße Suppe dazu, weil es als Süßspeise gegessen wird und vor allem bei Kindern sehr beliebt ist", erklärt Geschäftsführerin Kiem Vo, die in Vietnam geboren wurde. Was in ihrer Heimat quasi an jeder Ecke verkauft wird, hat sich seit einigen Monaten auch in Deutschland etabliert. Bubble-Tea-Läden schießen wie Pilze aus dem Boden, und nachdem man im Sommer bereits in Saarbrücken den Eindruck gewinnen konnte, dass man ohne einen Becher mit Bubble-Tea nicht mehr durch die Innenstadt schlendern durfte, wird die süße Versuchung seit Ende Januar auch in Neunkirchen angeboten. Und das in 20 verschiedenen Sorten, drei Größen und vor allem, denn darauf kommt es ja an, mit 15 unterschiedlichen Toppings, also Ingredienzien. Die sind nämlich der eigentliche Kniff am Tee.Buba-Perlen nennen sich die kleinen Geschmacksbömbchen von der Größe einer Johannisbeere, die dem Tee hinzugefügt werden und im Mund förmlich "explodieren". Und das mit großem Hallo! Denn gefüllt sind die Perlen mit Sirup. Wann immer es also eine der Perlen durch den Strohhalm bis in den Mund geschafft hat, entfaltet sie beim Zerkauen ihr Aroma. Und das variiert ganz nach Belieben zwischen Erdbeere, Passionsfrucht, Joghurt, Litschi, und, und, und. Stammkunde Karsten Recktenwald favorisiert Mango. Bis zu dreimal am Tag trifft man ihn im Laden an. Mal versorgt er seine Kollegen von Gamestop im Saarpark-Center mit dem "kühlen, leckeren Tee", mal gönnt er sich zwischendurch was Fruchtig-Süßes, mal muss er für seine Freundin einen Becher mitbringen. "Ohne darf ich nicht mehr nach Hause kommen", sagt er mit einem Zwinkern, während er auf sein Getränk wartet. Das muss nämlich erst zubereitet werden. Denn nachdem Tee, Sirup und Bubbles im Becher sind, wird dieser in einer Maschine - ganz nach James-Bond-Manier - geschüttelt, nicht gerührt. Danach werden die Becher mit einer Folie versiegelt. "So sind sie gut zum Mitnehmen geeignet", sagt Kiem Vo.

Obwohl der Tee auch warm erhältlich ist, bevorzuge das Gros der Kundschaft die kalte Variante. Auch im Winter. Neukundin Yvonne Hein ist von ihrem ersten Bubble-Tea sichtlich begeistert. Sie hat den Laden schon öfters gesehen und sich spontan für einen Test entschieden. "Ich trinke gerne Tee und war einfach neugierig. Das ist mal was anderes. Und richtig lecker", lautet ihr Fazit. Für den kleinen, 360-Mililiter-Becher, musste sie 2,50 Euro zahlen. Medium kostet drei Euro, den Maxi-Becher gibt's für 3,50. Yvonne Hein war nicht zum letzen Mal im "Bubble-Tea 4 You", denn: "Der Bubble-Effekt hat mir sehr gefallen", sagt sie.

Hintergrund

Weil Kleinkinder die mit Sirup gefüllten Gelatine-Kugeln unzerkaut schlucken, und diese so in die Luftröhren gelangen könnten, fordern Ärzte die zuständigen Behörden auf, Kleinkinder vor Bubble-Tea zu schützen. So müssten Warnhinweise auf den Trinkbechern, den Verpackungen und in den Läden auf die Gefahr hinweisen. red