Bilanz 2019 der Neunkircher Kulturgesellschaft

Kostenpflichtiger Inhalt: Kulturgesellschaft : Pascow hat die Nase ganz weit vorn

Das Jahr 2019 für die Neunkircher Kulturgesellschaft. Ein Spiel mit Zahlen.

Knapp über 50 000 Euro hat die Stadt Neunkirchen im vergangenen Jahr in die Veranstaltungsstätten der Neunkircher Kulturgesellschaft investiert. Im Detail waren dies rund 6000 Euro für Mikrofone und eine Geschirrspülmaschine in der Gebläsehalle, rund 44 000 Euro in die Stummsche Reithalle und zwar hälftig für Scheinwerfer und Mikrofone sowie Sockelsanierung und Brandmeldeanlage. So weit, so gut die Zahlen von Stadtpressesprecher Deniz Alavanda.

Legt man die Investitionen auf die Besucherzahlen um – ein kleines Rechenspiel der Redaktion –, kommt eine Schnapszahl raus: 0,55555 Euro. Das heißt – genau! – rund 90 000 Menschen waren im Jahr 2019 zu Gast in den Neunkircher Hallen. Das sind aber längst nicht alle Kulturbegeisterten, die die Neunkircher Kulturgesellschaft bedient hat. Denn zu ihr zählen Musikschule/Musicalschule, VHS und Städtische Galerie (siehe Info). Und so, das sagt Kulturgesellschaftsschef Markus Müller (der im Übrigen am 1. Februar sein Amt antrat) bei der Bilanzierung von 2019, „waren im vergangenen Jahr über 100 000 Menschen mit Kultur in, aus und für Neunkirchen in unterschiedlicher Intensität in Kontakt“. Für ihn Zeichen für die gute Arbeit, die in 2019 noch unter dem Leitmotiv „Wir machen Kultur“ stand, und Ansporn fürs noch frische 2020, das unter dem Motto „Kultur macht Liebe“ stehen wird.

Eigenveranstaltungen und Vermietungen füllen die Hallen. Bei den Eigenveranstaltungen, inklusive Kooperationen, kommt Müller fürs vergangene Jahr auf über 100 in Gebläsehalle und Reithalle. Jede vierte davon ausverkauft. Mit 49 Konzerten stehen Rock/Pop/Jazz/Folk/Punk/Soul/Klassik an erster Stelle. 39 Mal sahen die Besucher Musical/Show/Theater. 14 Kabarettisten beziehungsweise Comedians waren zu Besuch. Sechs Multivisionsshows und vier Festivals – Gloomaar, 9kircher Pop Festival, Antattack, Punk for Help – sowie die Bliestage, das ehemalige Stadtfest, vervollständigen das Programm.

Insgesamt kamen 50 000 Besucher zu den eigenen Veranstaltungen, 10 000 davon sahen die „Rocky Horror Show“, 5000 „Meine Herren und Damen – Marie“ des Musical-Projektes Neunkirchen. Den Besucherrekord bei den Veranstaltungen, den holte sich allerdings die pfälzisch-saarländische Punkrockband Pascow. 1600 Besucher auf einen Schlag am 25. Januar, damit ausverkauft. Bereits acht Stunden nach Vorverkaufsstart war die Hälfte der Tickets weg.

Die meisten Besucher aus verschiedenen Ländern bei einer Veranstaltung gab es am 17. November. Das Gloomaar-Festival erlebten Menschen aus zehn Nationen mit. 67 Jahre Altersunterschied liegen zwischen dem jüngsten und dem ältesten Künstler auf den Neunkircher Bühnen. Der älteste war Peter Kraus mit 80 Jahren. Am 23. Oktober startete er in Neunkirchen seine Jubiläumstour. Mit 13 Jahren der jüngste Künstler war Alec Gebhardt, der Gast im Rahmen eines Konzertes von Vater Ro im Dezember war. Die älteste „Boygroup“, die 2019 auf der Gebläsehalle-Bühne spielte, war The Temptations am 6. Oktober im Rahmen der Neunkirchen Nächte. Vor ausverkauftem Haus war gleichzeitig zum ersten und zum letzten Mal die Erste Allgemeine Verunsicherung bei ihrer Abschiedstour am 5. Juni in Neunkirchen. Die erste ausverkaufte Veranstaltung des Jahres war ein Miss-Marple-Theaterstück im Rahmen der Musik- und Theaterreihe. Erol Sander füllte am 7. März die Reihen. Die Band mit der weitesten Anreise hatte 16 441 Kilometer auf sich genommen: Press Club aus Melbourne in Australien am 25. April. Mit gerade mal 34 Metern – der Entfernung vom Kutscherhaus zur Reithalle – hatte InMitten den kürzesten Weg zur Bühne. Über 500 Hotelreservierungen buchte die Kulturgesellschaft für die Künstler. Bei den Neunkircher Bliestagen begann die „Erdung des Festes“ (Müller) und lockte an den heißesten Tagen des Jahres rund 60 000 in die Innenstadt und an die Blies.

Zu den Eigenveranstaltungen der Kulturgesellschaft kommen die Vermietungen. Die Kulturgesellschaft meldet für 2019 insgesamt 69 Veranstaltungen in der Gebläsehalle, 60 in der Stummschen Reithalle mit rund 38 000 Menschen.

Mit 1600 Besuchern war der Auftritt der Punk-Rock-Band Pascow die bestbesuchte Einzelveranstaltung. Sie alle mussten wegen eines Fehlalarms eine halbe Stunde die Halle verlassen. Das hat eine Leserin dokumentiert. Foto: Anna Philippi

Im laufenden Jahr darf es ein bisschen mehr sein. Das gilt zumindest für die Investitionen. Vorbehaltlich der Entscheidung des Stadtrates über den Haushalt 2020 werden in Gebläsehalle und Reithalle rund 50 000 Euro investiert werden zur Beschaffung von sogenanntem beweglichen Anlagevermögen (also Ausstattung), dazu kommen laut Alavanda rund 15 000 Euro für Brandschutzmaßnahmen und -gutachten in der Gebläsehalle. Das hieße – behalten wir mal den Schnapszahl-Umrechnungsfaktor bei – rund 130 000 Besucher würden kommen. Milchmädchenrechnung? Na klar, warum nicht?