Betreten der Eisfläche verboten

Auf den Seen und Weihern im Kreis Neunkirchen haben Schlittschuhläufer noch keinen sicheren Boden unter den Kufen. Deshalb gilt überall ein Eislaufverbot.

Minus neun Grad waren es in der Nacht zu Samstag, und auch in den Nächten zuvor war es knackig kalt. Auf den Gewässern im Landkreis Neunkirchen hat sich deshalb eine Eisschicht gebildet, deren Wachstum so mancher potenzielle Schlittschuhläufer mit Ungeduld verfolgt. Doch Achtung: Damit sich eine tragende Eisdecke ausbildet, muss es über einen längeren Zeitraum deutlich und konstant unter null Grad haben. Hinzu kommt, dass Schnee auf der Eisfläche die Eisschicht nur langsam wachsen lässt, da der Schnee isolierend wirkt. Auf Nachfrage bei der Stadtverwaltung Neunkirchen hieß es am Freitag, dass das Begehen der Eisflächen auf öffentlichen Weihern durch die Polizeiverordnung sogar grundsätzlich verboten ist. Allerdings könne ein Teil des Furpacher Weihers freigegeben werden. Aktuell sei dies noch nicht geplant, da das Wetter noch nicht anhaltend kalt genug sei. "Bisher wurden weder Eisdicke- noch -dichtemessungen durchgeführt", teilt die Ortspolizeibehörde mit. Deshalb könne auch über die Tragfähigkeit keine Aussage getroffen werden. An diesem Wochenende würden ohnehin durch den Pächter Rückschnittarbeiten im gesamten Uferbereich durchgeführt - inklusive Verbrennen des Schnittgutes. Eine andere Nutzung des Weihers sei deshalb gar nicht möglich. Falls es in den nächsten Wochen doch noch so friert, dass Teile des Furpacher Weihers freigegeben würden, würden Schilder darauf hinweisen. Übrigens ist es auch untersagt, Steine und andere Gegenstände auf die Eisfläche zu werfen.

Auch der Itzenplitzer Weiher in Heiligenwald ist zwar zugefroren, aber nicht zum Betreten oder Schlittschuhlaufen freigeben. In der Polizeiverordnung der Gemeinde Schiffweiler ist geregelt, dass das Betreten der Eisfläche vor Freigabe durch die Ortspolizeibehörde verboten ist. Wer sich nicht daran halte, begehe eine Ordnungswidrigkeit, betonte am Freitag Martina Puhl-Krapf, die Pressesprecherin der Gemeinde. Wenn jemand die Eisfläche betrete, geschehe dies auf eigenes Risiko.

In der SZ-Redaktion erinnern wir uns, dass im bitterkalten Februar 2012 etliche Schlittschuhläufer auf dem Furpacher Gutsweiher ihre Runden drehten. Offiziell freigegeben war der zugefrorene Weiher allerdings auch damals nicht, da die Eisdicke nicht durchgehend zwölf bis 15 Zentimeter betrug. Ein noch tieferer Blick ins Stadtarchiv der Kreisstadt Neunkirchen fördert zutage, warum der Eisweiher früher im Gegensatz zu heute seinem Namen alle Ehre machte. Da heißt es nämlich im Straßenlexikon von Armin Schlicker, Historischer Verein Stadt Neunkirchen: "Der Anfang des 20. Jahrhunderts in Neunkirchen bestehende Verschönerungsverein suchte eine Örtlichkeit zur Anlage einer Eisbahn für den winterlichen Schlittschuhsport. Zunächst fand man dazu die mit dem Bliesufer damals auf gleicher Höhe liegenden Wiesen an der Lindenallee. Im Winter wurde dieses Gelände überschwemmt und bei Frost entstand eine Eisbahn. Erstmals konnte im Winter 1904/05 dort Schlittschuh gelaufen werden. Da die Anlage aber nicht ausreichend war, fand man die sogenannten Pfarrwiesen im Bereich des heutigen Eisweihers. Der Verschönerungsverein ließ im Winter das durch Wellesweilerstraße, Schubertstraße und Bliesdamm eingeschlossene Gelände Wasser pumpen und schuf so bei Frost eine herrliche Eisbahn. Die Benutzer der Eisbahn zahlten zehn Pfennig. Bei Eisfesten spielte eine Kapelle auf und am Rand gab es Glühwein und heiße Maronen." Ein absolutes Eldorado für Schlittschuhfans. Aber das Eis wurde auch ganz praktisch genutzt, nämlich für die Kühlung im Gaststättenbereich. Dazu wurde es "geerntet", das heißt herausgeschnitten und in Eiskellern gelagert, wo es bis zum Sommer zur Kühlung entnommen werden konnte.

 Traumhaft schön präsentiert sich der Itzenplitzer Weiher in Heiligenwald in diesen Tagen. Foto: Martina Puhl-Krapf/Gemeinde
Traumhaft schön präsentiert sich der Itzenplitzer Weiher in Heiligenwald in diesen Tagen. Foto: Martina Puhl-Krapf/Gemeinde Foto: Martina Puhl-Krapf/Gemeinde

Heutzutage gibt es zwar Kühlschränke, aber leider keine Eisbahn mehr. Schade.