Bestattungskultur im Wandel

Schiffweiler. Im Schiffweiler Ortsrat wurde am Donnerstag ein wahrscheinlich einschneidender Schritt in eine andere Bestattungskultur gemacht. Einstimmig sprach man sich für die Errichtung einer Urnenwand aus. Sie soll auf dem Friedhof an der Stennweiler Straße vom Parkplatz her kommend links neben dem Eingang auf Feld 34 aufgestellt werden

Schiffweiler. Im Schiffweiler Ortsrat wurde am Donnerstag ein wahrscheinlich einschneidender Schritt in eine andere Bestattungskultur gemacht. Einstimmig sprach man sich für die Errichtung einer Urnenwand aus. Sie soll auf dem Friedhof an der Stennweiler Straße vom Parkplatz her kommend links neben dem Eingang auf Feld 34 aufgestellt werden. Vorbild ist das auf dem Illinger Friedhof installierte Modell.Ortsvorsteher Winfried Dietz machte deutlich, dass der Ortsrat damit dem Bedürfnis einer immer größer werdenden Zahl von Bürgern Rechnung trage. Viele Menschen machten sich Sorgen, wie ihr Grab mal aussehen werde, weil die Kinder weit weg wohnen. Berücksichtigen müsse man auch, dass damit die Grabpflege entfalle und somit viel Geld gespart werde. Auch die Kosten für das Ausheben einer Grabstätte fielen weg. Was die Bürger bei Nutzung der Urnenwand zu zahlen haben, stehe aber noch nicht fest. Es müssten jedoch die Kosten für den Erhalt der Friedhofswege oder der Leichenhalle eingerechnet werden. Die würden von der Kommune umgelegt und im nächsten Jahr öffentlich mitgeteilt. Die ausgewählte Urnenwand enthält 22 Kammern, ist um die gleiche Zahl erweiterungsfähig und kostet 13 000 Euro. Sie soll noch in diesem Jahr aufgebaut werden.

Monika Recktenwald, Gemeinde-Sachbearbeiterin, hatte zuvor den Trend zu Urnen-Bestattungen dokumentiert. Demnach wurde diese Art des Begräbnisses im Jahr 2007 zwölf Mal bei insgesamt 40 Beerdigungen durchgeführt. 2008 waren dies 19 von 62, im folgenden Jahr 32 von 66. Mehr als die Hälfte der Verstorbenen, nämlich 40 von 66, wurden 2010 in Urnen bestattet. rp