Bestandsaufnahme der Stadtbibliothek Neunkirchen

Kostenpflichtiger Inhalt: Tag der Bibliotheken am 24. Oktober : Süchtig nach Lesen? Hier gibt’s den Stoff.

Der Herbst ist die Jahreszeit, die man am ehesten mit Büchern und Lesen verbindet. Und das nicht nur, weil da die wichtigsten Preis verliehen werden: Buchpreis, Friedenspreis des deutschen Buchhandels und Literaturnobelpreis. Vermutlich deshalb liegt hier auch der Tag der Bibliotheken. Der ist nämlich heute. Ein Gespräch mit Gabriele Essler, Leiterin der Stadtbilbiothek Neunkirchen.

Der Österreicher Peter Handke hat den Nobelpreis für Literatur 2019 bekommen. Wer sich für Literatur interessiert und die Medien verfolgt, der weiß: Unumstritten ist das nicht. Wer sich selbst ein Bild zumindest über die literarische Arbeit machen will: In der Stadtbilbiothek Neunkirchen gibt es reichlich Möglichkeiten dazu. Nach Bekanntgabe der Preisvergabe auch gebührend präsentiert, wie Bibliotheksleiterin Gabriele Essler verrät. Übrigens: „Über den (Preis) an Handke habe ich mich persönlich sehr gefreut, weil ich seinen literarischen Stil, seine literarische Qualität und auch viele seiner Bücher ausgesprochen schätze.“ Die Preisträgerin für 2018, Olga Tokarczuk, gesteht Essler, hat sie bislang nicht gelesen. Aber zum Trost für alle literarisch Interessierten: Die Bücher sind bestellt.

Das gilt auch für die Bücher norwegischer Autoren. Norwegen war Thema der gerade zu Ende gegangenen Buchmesse in Frankfurt. Und auch, wenn in Neunkirchen bereits 46 norwegische Autoren mit rund 200 Titeln vertreten sind, hat Essler festgestellt: „Dennoch gab es in Frankfurt noch viel Neues, Interessantes an norwegischer Literatur für mich zu entdecken.“ Die Buchmessen Frankfurt und Leipzig spielen immer eine Rolle für die Bibliotheken, die Gastländer auch. Es wird aktuell reagiert. Das gilt im Übrigen auch für den deutschen Buchpreis – hier wird jährlich die Longlist angeboten –, aber auch für die SWR-Bestenliste, die Krimibestenliste und die Sachbuchbestenliste. Man reagiere auf Vieles, was im Herbst immer mehr als sonst in den Medien besprochen und empfohlen werde. Der Herbst bringe immer sehr viele Neuerscheinungen mit sich. Dabei, so weiß Essler, sind die Ausleihzahlen in den Wintermonaten zwar höher, „aber nicht wirklich viel“. „Einen signifikanten Anstieg stellen wir vor allem in den Ferienzeiten sowie vor, zwischen und nach Feiertagen beziehungsweise verlängerten Wochenenden fest.“

Am Gesamtbestand der Bibliothek hat sich nicht viel geändert. Von 48 000 Ende 2018 ist die Zahl der Medien auf bis jetzt 49 000 gestiegen. Allerdings: 5000 neue Medien wurden angeschafft, 4000 aus dem Bestand genommen. Die 2014 begonnene Bestandsreorganisation ist zu 90 Prozent abgeschlossen. Laut Hochrechnung ist die Zahl der aktiven Kunden stabil geblieben: 2100 Kunden (davon rund 650 bis einschließlich zwölf Jahre, etwa 400 sind 60 Jahre und älter), 58 000 Besuche, 115 000 Entleihungen. „Die Anzahl der aktiven Kunden liegt nach wie vor deutlich hinter dem vergleichbaren bundesweiten Durchschnitt – demnach nutzt jeder elfte des jeweiligen Einzugsgebiets ‚seine’ öffentliche Bibliothek – zurück“, bedauert Essler. Was sie hingegen freut: Die Nutzung des virtuellen Bestandes nimmt endlich zu. Bislang gab es rund 6000 Zugriffe, das Jahresendergebnis von 2018 ist damit bereits überschritten. Erfreulich findet sie auch die Zahlen für die Veranstaltungsarbeit in der Bibliothek. Hier gab es mehr als 80 Veranstaltungen mit über 1500 Teilnehmern: Reihen wie „Treffpunkt Bibliothek“ und „Neunkirchen liest . . .“, medienpädagogische Angebote sowie Ausstellungen.

Blick von oben in die Stadtbibliothek Neunkirchen. Foto: Jennifer Weyland

Natürlich sei noch Luft nach oben, blickt Essler gerne mal über den Tellerrand – beispielsweise nach Würzburg mit Öffnungszeiten von 7 bis 22 Uhr, die innovativste Bibliothek überhaupt in Aarhus oder auch nach Thionville. Alles eine Frage des Geldes eben. Doch Essler stellt sich gerne auf weitere Zeiten des Ärmelhochkrempelns ein und denkt positiv. „Das Beste aus dem zu machen, was möglich ist. Bis Ende des Jahres soll erst einmal endlich unser Katalog und die damit verbundenen Service-Angebote online gehen. Gegebenenfalls kommt der WLan-Anschluss unserer Bibliotheksräume im KULT.Kulturzentrum noch dazu.“

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