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Beschwerde über GPW in Neunkirchen

GPW : Im Berufsleben gibt’s kein Hitzefrei

Der Geschäftsführer der GPW äußert sich zu Vorwürfen, den Schülern werde in der Ausbildung zu viel zugemutet.

  Werden bei der GPW (Gesellschaft für Personalentwicklung) GmbH in Furpach Absolventen über Gebühr belastet und womöglich gesundheitlichen Risiken ausgesetzt? Das jedenfalls behauptet ein Kursteilnehmer, der bei der GPW gerade eine vom Jobcenter Neunkirchen finanzierte Teilqualifizierungsmaßnahme absolviert. Seine Vorwürfe: Im Gegensatz zu den Schulen im Saarland müssten im Unterricht bei der GPW weiterhin Masken getragen werden, es gebe kein „Hitzefrei“ und durch die Hitze der letzten Tage seien auf dem Gelände schon drei Personen kollabiert. Der Geschäftsführer habe es außerdem untersagt, dass der Unterricht an der frischen Luft stattfinden kann. Nun befürchtet der SZ-Leserreporter, der anonym bleiben möchte, dass sich die Situation aufgrund der anhaltenden Hitze auch in den nächsten Tagen nicht verbessern wird.

Wir haben bei der Furpacher Gesellschaft für Personalentwicklung nachgehört, was an den Vorwürfen dran ist. Michael Löw, einer der Geschäftsführer, bestätigt, dass kürzlich zweimal ein Krankenwagen in das Unternehmen gerufen werden musste. Grund seien aber jeweils Arbeitsunfälle gewesen und keine Auswirkungen der Hitze. „Bei uns ist kein Fall bekannt, dass jemand einen Hitzekollaps erlitten hat“, stellt Löw klar. Auch was die Maskenpflicht in der Einrichtung angeht, weist der Geschäftsführer die Vorwürfe zurück. „Wir halten uns an die Richtlinien“, bekräftigt er und demnach bestehe eine Maskenpflicht lediglich auf den Fluren, aber nicht im Unterricht und auch nicht auf dem Freigelände. „Jede andere Behauptung ist falsch“, macht Löw auf SZ-Anfrage klar „und mit dieser Regelung haben wir eine sehr gute Quote, was das Infektionsgeschehen angeht.“

Für die Beschwerde, dass es bei der GPW kein Hitzefrei gibt, hat der Geschäftsführer absolut kein Verständnis. „Wir sind ein Ausbildungsbetrieb für Erwachsene“, stellt Löw klar, „und da gibt es kein Hitzefrei.“ Durch die Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen bei der Furpacher Gesellschaft sollten die Leute dem Arbeitsmarkt nähergebracht werden und deshalb müssten sich die Absolventen auch darauf einstellen, dass sie auch später im Berufsleben so etwas wie „Hitzefrei“ nicht zu erwarten haben, betont er.

Löw widerspricht auch der Darstellung, dass der Unterricht grundsätzlich nicht an der frischen Luft stattfinden dürfe. Da müsse man differenzieren, meint der Geschäftsführer und nennt Unterscheidungsbeispiele. „Unterricht ohne Praxisbezogenheit“, wie Michael Löw es nennt, finde demnach grundsätzlich im Raum statt, praktische Ausbildungselemente hingegen wie etwa beim Umgang mit einem Rollstuhl oder einem Rollator seien hingegen auch im Freien möglich, und das werde auch so gemacht, stellt der GPW-Geschäftsführer klar.