| 19:26 Uhr

Bei der Borussia ist Feuer unterm Dach

 Trotz der vielbeinigen Abwehr konnten die Borussenspieler in dieser Szene das 1:5 durch einen Freistoß nach unerlaubtem Rückpass zum Torwart von Fabian Poß (nicht im Bild) nicht verhindern. Foto: spellbynder
Trotz der vielbeinigen Abwehr konnten die Borussenspieler in dieser Szene das 1:5 durch einen Freistoß nach unerlaubtem Rückpass zum Torwart von Fabian Poß (nicht im Bild) nicht verhindern. Foto: spellbynder FOTO: spellbynder
Neunkirchen. Viele verletzte Stammspieler, nur acht Mann im Training: Die 1:5-Heimniederlage von Borussia Neunkirchen am Sonntag gegen Diefflen hatte gute Gründe. Der Vorsitzende Martin Bach kritisierte danach drei Spieler, die nicht im Stadion waren, und den Trainer mit deutlichen Worten. Sebastian Zenner

Das Sportliche stand nach dem Fußball-Oberligaderby zwischen Borussia Neunkirchen und dem FV Diefflen nicht im Vordergrund. Diefflen gewann am Sonntag vor 276 Zuschauern im Ellenfeldstadion mit 5:1 (2:1) und verschärft damit Neunkirchens Krise.


Acht potenzielle Stammspieler fehlten Neunkirchens Trainer Valentin Valtchev. Während des Spiels kamen durch die Verletzung von Cordt Flätgen und eine Rote Karte gegen Godmer Mabouba zwei weitere Ausfälle hinzu. "Dummheit wird eben bestraft", kommentierte Valtchev die Aktion von Mabouba, der in der 77. Minute beim Stand von 1:5 den Dieffler Carsten Roth mit einem so unnötigen wie groben Foul niederstreckte und folgerichtig gesperrt wird. "Die letzten Wochen waren brutal. Ich musste teilweise mit acht Spielern trainieren. Und das reicht nicht, um vernünftig zu arbeiten", klagte Valtchev. Marco Dahler, Pino Vituzzi, Tim Cullmann, Jens Kirchen, Philippe Persch, Jannik Schliesing, Moussa Dansoko (alle verletzt oder krank) und Ruddy M'Passi (Rotsperre) fehlten.

Auf dem Platz sprangen mit Ismail Emrek und Martin Schymocha zwei sehr junge Spieler der Bezirksliga-Mannschaft in die Bresche. Schliesing, Dansoko und M'Passi waren am Sonntag nicht im Stadion, was dem Vorstand übel aufstieß: "Für die Spieler gibt es Richtlinien, die vorgeben, welche Pflichten man als Arbeitnehmer hat und was im Verletzungs- oder Krankheitsfall zu tun ist. Darin steht auch, dass man beim Training und bei Heimspielen präsent sein soll", erklärte der 1. Vorsitzende Martin Bach und stellte fest, "dass der eine oder andere davon ausgeht, für halbe Trainingsleistung volles Gehalt zu beziehen. Das wird sicher nicht der Fall sein. Der Verein wird auf jeden Fall reagieren".



Bach will prüfen, welche disziplinarischen und arbeitsrechtlichen Schritte möglich sind und welche Spieler "für uns durchs Feuer gehen und welche nicht. Jeder hat pünktlich sein Geld bekommen. Und im Gegenzug erwarte ich Disziplin, Mentalität und Einstellung".

Auch Trainer Valtchev bekam Bachs Kritik ab: "Er ist unheimlich engagiert, aber wenn du als Trainer einigen Spielern eine zu lange Leine lässt, darfst du nicht erwarten, dass dies vom Spieler zurückgezahlt wird."

Dabei begann das Spiel für Neunkirchen gar nicht schlecht. Kapitän Yannick Bach, der sich trotz anhaltender Knieprobleme seit Wochen in den Dienst der Mannschaft stellt, luchste Diefflens Torwart Enver Marina den Ball ab und schoss zum 1:0 ein (15.). In der Folge ließ Neunkirchen beste Chancen liegen, und die Gäste drehten die Partie noch vor der Halbzeit durch Treffer von Lukas Latz (31.) und Fabian Poß (40.). Nach der Pause war Diefflen das bessere Team und erhöhte durch die Treffer von Dominic Selvaggio (50.), Chris Haase (61.) und Poß (71.) verdient bis zum 5:1-Endstand.

Torschütze Bach kritisierte: "Die Verletzten sind für mich keine Ausrede. Die Jungs, die auf dem Platz stehen, müssen einfach ihre Arbeit machen. Jeder will hier Oberliga spielen. Man sieht ja, wer da ist, wenn es darauf ankommt und wer nicht."