Baustellen-Azubis verdienen gut

2200 Auszubildende gibt es im Kreis Neunkirchen, darunter mehr als 100 Azubis im Baustellen-Bereich. Letztere haben beim Ausbildungsverdienst gute Karten. Auch bei der Altersvorsorge gibt es Vorteile.

Der Nachwuchs auf dem Bau steht an der Spitze. Von den rund 2200 Auszubildenden im Kreis Neunkirchen verdienen die mehr als 100 Azubis in der Baubranche am besten. Das geht aus einer Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hervor. Dabei wurden bundesweit die tariflichen Ausbildungsvergütungen in den gängigsten Berufen ausgewertet. Demnach bekommen vom Maurer bis zum Straßenbauer alle Bau-Azubis während ihrer dreijährigen Ausbildung im Schnitt 1030 Euro pro Monat.

"Noch nie war eine Ausbildung auf dem Bau im Kreis Neunkirchen so attraktiv wie heute", sagt Heiner Weber. Azubis auf dem Bau seien aber nicht nur beim Lohn ganz vorn, so der Bezirksvorsitzende der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Saar-Trier. "Sie haben auch besondere Vorteile bei der Altersvorsorge", betont Weber. Denn auf dem Bau gebe es eine tarifliche Zusatzrente. Außerdem seien die Chancen nach der Ausbildung gut, die Karriereleiter auf dem Bau hochzuklettern, so der Gewerkschafter. "Der Maurer kann es über die Aufstiegsfortbildung bis zum Geprüften Polier bringen."

Für Weber ist die "Azubi-Lohntüte" auf dem Bau attraktiv: Im ersten Lehrjahr erhalten Auszubildende im Baugewerbe derzeit 690 Euro pro Monat. Im zweiten Ausbildungsjahr sind es 1060 Euro und im dritten 1339 Euro. Zum 1. Juni steigen die Vergütungen noch einmal um 2,8 Prozent - auf 708 Euro im ersten, 1088 Euro im zweiten und 1374 Euro im dritten Lehrjahr. Zum Vergleich: Ein angehender Verkäufer verdient während seiner Ausbildung im Schnitt 755 Euro pro Monat. Der bundesweite Durchschnitt bei den Ausbildungsvergütungen liegt laut BIBB bei 795 Euro. "Es ist Zeit, wieder für Bauberufe zu werben", so Heiner Weber von der IG BAU Saar-Trier. Mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel sei der Bedarf an Nachwuchs groß: "Auf dem Bau ist Qualität ein Muss. Auch im Kreis Neunkirchen brauchen wir mehr junge Leute für den Bau." 19 Ausbildungsberufe zählen zum Bauhauptgewerbe - vom Zimmerer über den Betonbauer bis zum Trockenbaumonteur. "Das ist eine breite Job-Palette", so der IG BAU-Bezirkschef. Hinzu kommt: Auf dem Bau werden die Azubis in der Regel übernommen. Dabei weist der Bezirksvorsitzende der IG BAU Saar-Trier auf eine Sonderregelung hin: "Ein Azubi, dem nicht mindestens vier Monate vor Ausbildungsende gekündigt wird, hat Anspruch auf eine unbefristete Übernahme." Das gelte immer dann, wenn der Azubi in der Gewerkschaft und der Betrieb tarifgebunden seien.