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Awo will Internet-Ortsverein gründen

Awo will Internet-Ortsverein gründen

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Saarland mit 28 Senioreneinrichtungen hat ehrgeizige Zukunftspläne. Auf der Landeskonferenz in Neunkirchen soll etwa eine landesweite Notaufnahme für akute Pflegefälle vorgestellt werden.

. Marcel Dubois (46) ist Vereinsvorsitzender im Ehrenamt. Seit 2012 führt er als Nachfolger von Paul Quirin den Landesverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo), ein Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege im Saarland. Der Verein Awo mit seinen 12 630 Mitgliedern (mehr als 64 Prozent Frauen) in 116 Ortsvereinen und sieben Kreisverbänden spielt im Saarland sozial- und wirtschaftspolitisch eine bedeutende Rolle. Dubois und sein Abteilungsleiter Jürgen Nieser nannten im SZ-Gespräch einige Eckdaten: 5742 Mitarbeiter, der Jahresumsatz stieg in den letzten vier Jahren von 177 auf rund 200 Millionen Euro , davon machen 146,7 Millionen die Personalkosten aus. Die Awo ist in den personalintensiven Bereichen der Seniorenpflege und Betreuung, der Jugendhilfe und Kindertageseinrichtungen sowie der Behinderteneinrichtungen aktiv. Vereinschef Dubois und seine Mannschaft aus ehren- und hauptamtlichen Führungskräften ziehen mit Blick auf die am Sonntag, 25. September, in der Neunkircher Gebläsehalle stattfindende Landeskonferenz Bilanz. Der Saarbrücker Dubois, hauptberuflich Prokurist des Neunkircher Energie- und Wasserversorgers KEW, kandidiert für eine weitere vierjährige Amtszeit, will bereits begonnene Projekte fortsetzen. Dazu zählt er beispielsweise, die ehrenamtliche Arbeit der Awo breiter aufzustellen. So sollen Stützpunkte dort aufgebaut werden, wo sich kein Vorstand mehr für einen Ortsverein findet. Ortsübergreifend sollen Interessengemeinschaften gegründet werden. Und die Awo will auch einen "virtuellen Ortsverein" für Mitglieder einrichten, die sich in sozialen Netzwerken via Internet engagieren. Apropos Internet: Dubois kündigt an, dass in den nächsten vier Jahren in Awo-Gliederungen die Meinung der Basis per Fragebogen oder Abstimmung im Internet abgefragt werden soll.

Ehrgeizige Ziele hat sich die Awo für den Zeitraum bis 2020 gesetzt. Rund 45 Millionen Euro stehen im Investitionsprogramm, etwa für ein konfessions-neutrales und generationenübergreifendes Hospiz. Dubois: "Wir wagen uns auch an Einrichtungen, die momentan kein anderer Träger anbietet." Er nennt hier ein Haus für Problem-Jugendliche, eine intensivpädagogische Einrichtung (eventuell mit geschlossener Abteilung). Umgesetzt werden soll auch eine landesweite Pflegenotaufnahme. Zudem werden mehrere Seniorenheime saniert. In Merzig ist ein Neubau geplant. Internet per Wlan soll in Seniorenhäusern Standard werden. Aus den Vorfällen in den Seniorenheimen in Elversberg (Misshandlung durch Pfleger) und Merzig (Tod eines Bewohners in einer Badewanne) habe die Awo "gelernt", versichert Dubois. "In der stationären Altenhilfe wurde die Führungsstruktur komplett umgekrempelt." Verantwortliche Führungskräfte sind jetzt vor Ort.