Autofahren hält jung

Zum Thema „Autofahren im Alter“ hatte der Männerkreis zu einem Diskussionsnachmittag in die Christuskirche eingeladen. Fahrlehrer Hans Husting berichtete, dass ältere Fahrer seltener in schwere Unfälle verwickelt seien als junge.

. Thema verfehlt, könnte man nach diesem Diskussionsnachmittag im Foyer der Christuskirche spitzfindig anmerken. Hatte der gastgebende Männerkreis doch mit der Fragestellung "Autofahren im Alter - wie dringend brauchen wir unseren Führerschein?" eingeladen.

Kaum Gesprächsbedarf

Der Gesprächsbedarf speziell dazu ging bei den 25 Anwesenden gegen Null. Zu selbstverständlich ist es, bis ins hohe Alter mit dem eigenen Pkw mobil zu bleiben. Ansonsten war es eine interessante, gelungene Veranstaltung. Wozu vor allem der Referent, Fahrlehrer Hans Husting, beitrug. Der 80-Jährige sitzt selbst noch täglich hinterm Steuer. Als potenzielle Gefahr im fließenden Verkehr sieht Husting ältere Verkehrsteilnehmer nur marginal: "Die Statistik belegt, dass ältere Kraftfahrer seltener in schwere Unfälle verwickelt sind als junge." Insofern ist es nicht nachzuvollziehen, dass seine Generation in Generalverdacht stehe, sobald sie auf der Fahrerseite ins Auto steige.

Wobei es unbestritten Grenzen für das eigene Fahren gibt. So erzählte Husting von einem Senior, der nach einem Krankenhausaufenthalt bei ihm eine Probefahrt absolvierte. "Aufgrund von Gleichgewichtsstörungen konnte der Mann die Spur nicht halten" und fuhr Schlangenlinien - brandgefährlich für ihn selbst und andere Verkehrsteilnehmer . "Doch er war unbelehrbar", ärgert sich der Fahrlehrer heute noch. In solchen Fällen wären gesetzlich vorgeschriebene Fahrtests wie bei fast allen unseren europäischen Nachbarn hilfreich. In der Schweiz müssen Senioren beispielsweise ab 70 alle zwei Jahre beim Hausarzt einen Fahrtauglichkeitstest absolvieren, in Frankreich bereits ab dem 65. Lebensjahr, ab 75 sogar jährlich.

Defensive Fahrweise

Husting hält es für wahrscheinlich, dass früher oder später auch in Deutschland eine verpflichtende Überprüfung von Seh- und Hörkraft, Reaktionsvermögen und Beweglichkeit (Stichwort Schulterblick) kommt. Bis dahin bleibt es Sache jedes Einzelnen, ob er fährt oder nicht. Nicht müde wurde Husting, für eine defensive Fahrweise zu werben: Also nie provozieren lassen von "Dränglern", "nicht auf das eigene Recht pochen" und bitte immer die Ruhe bewahren. Was auch wichtig ist: "So viel fahren, wie es geht." Wer sein Auto nur alle sechs Wochen sonntags aus der Garage holt, um ins Café zu fahren, dem fehlt schnell die nötige Übung. Die beste Nachricht hatte sich Hans Husting bis zum Ende aufgehoben. Steht doch für ihn fest: "Autofahren hält jung."