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Ausblick auf die künftigen Projekte der Lebenshilfe Neunkirchen

Lebenshilfe im Kreis Neunkirchen : Gut aufgestellt in die Zukunft starten

Neubauten, Sanierungen: Ein Ausblick auf die künftigen Projekte des Lebenshilfewerks Neunkirchen, das noch einiges vor hat.

„Damit die Lebenshilfe Neunkirchen auch in Zukunft gut aufgestellt ist und den Menschen mit Beeinträchtigung optimale Fördermöglichkeiten nach modernen Standards bieten kann, wird sie in den nächsten Jahren umfangreiche Neubau- und Sanierungsmaßnahmen in Angriff nehmen“, informiert Thomas Latz, der Geschäftsführer des Lebenshilfewerks im Kreis Neunkirchen. Da die Lebenshilfe Neunkirchen schon 2015 ihr 50-jähriges Jubiläum feierte, sind nach den Worten des Geschäftsführers auch etliche der Gebäude in die Jahre gekommen.

Die Lebenshilfe habe ein Immobilien-Monitoring in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse gezeigt hätten, dass einige der Alt-Immobilien für den jeweiligen Zweck nicht mehr gut geeignet seien oder den Brandschutzbestimmungen und energetischen Standards nicht mehr entsprächen. Mit dem Ausbau ihrer Angebote habe die Lebenshilfe zusätzlich auf geänderte Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung reagiert und auch dafür neue Räumlichkeiten geschaffen. Es gebe immer noch Wohnstätten, in denen Menschen in Doppelzimmern lebten, was auch nicht mehr zeitgemäß sei. In den Neubauten stehen laut Latz für alle Bewohner Einzelzimmer zur Verfügung.

Zu den Baumaßnahmen: In der Talstraße in Neunkirchen entsteht ein Ersatzneubau für die Wohnstätte Weierswies 13 in Neunkirchen mit 22 Plätzen und für die Therapeutische Wohngruppe in der Schlossstraße, in dem acht Menschen mit Behinderung ein neues Zuhause finden werden. Man hoffe, noch im ersten Halbjahr 2021 mit den Bauarbeiten beginnen zu können.

Ein innovatives Projekt mit unterschiedlichen Nutzungen möchten die Lebenshilfe Neunkirchen und das Werkstattzentrum für behinderte Menschen der Lebenshilfe gGmbH (WZB), dessen Geschäftsführer Thomas Latz ebenfalls ist, auf einem 14 500 Quadratmeter großen Grundstück in der Königsbahnstraße zwischen dem Boxbergweg und dem ehemaligen Gartenfachmarkt Hornbach gemeinsam realisieren. In einem begrenzt offenen Ideenwettbewerb für Architekturbüros, aus dem Oliver Brünjes von Brünjes Architekten als Sieger hervorging, hatte man Ideen gesammelt, wie man einen Arbeitsförderbereich des WZB mit 32 Plätzen, eine Tagesförderstätte der Lebenshilfe Neunkirchen mit 36 Plätzen, die Verwaltung der Lebenshilfe Neunkirchen sowie den Fachdienst „Selbstbestimmtes Wohnen“ des WZB, einen Hofladen des Wendelinushofes, eine integrative Kindertagesstätte mit bis zu fünf Gruppen in Trägerschaft der Lebenshilfe Neunkirchen, ein Franchise-Geschäft für Tierbedarfsartikel als Teil des WZB sowie optional Räumlichkeiten für den Betrieb einer Physiotherapiepraxis optimal gestalten kann.

Da es in Neunkirchen für Kinder im Vorschulalter eine erhebliche Unterversorgung an Betreuungseinrichtungen gebe, würde die Lebenshilfe Neunkirchen nach den Worten ihres Geschäftsführers mit der Errichtung einer integrativen Kindertagesstätte gerne zur Verbesserung der Situation beitragen. Allerdings könne die Lebenshilfe dieses Projekt nur realisieren, wenn der Trägeranteil, wie es auch in anderen saarländischen Kommunen üblich sei, zu 100 Prozent übernommen werde.

Nachdem der Neubau des Wohnverbunds Tom-Mutters-Haus im Gewerbepark Spiesen im Frühsommer 2019 in Betrieb genommen werden konnte, starteten umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in dem alten Gebäude, das um ein komplettes Stockwerk erweitert wurde. „Da Barrierefreiheit bei der Sanierung eine wichtige Rolle spielte, wurde ein Aufzug eingebaut und vier Zimmer geschaffen, die auch für Rollstuhlfahrer geeignet sind“, unterstreicht Nasat Karaca, Handlungsbevollmächtigter des Lebenshilfewerks. Insgesamt wird der sanierte Altbau 20 Plätze bieten.

„Uns stehen in dem Altbau auch vier Appartements zur Verfügung, die beispielsweise von Paaren genutzt werden können“, sagt Einrichtungsleiterin Domenika Krohm. Ihr sei es in diesem Zusammenhang wichtig, dass sich die Menschen in den Wohnstätten der Lebenshilfe wie zu Hause fühlen. Während der Sanierung des Altbaus hatten die Bewohner im Neubau des Wohnverbunds Tom-Mutters-Haus eine vorübergehende Bleibe gefunden. Die meisten von ihnen werden nach dem Abschluss der Sanierungsarbeiten wieder in den Altbau ziehen. Die frei werdenden Plätze im Neubau wird die Lebenshilfe dann für ihr neues Angebot Kurzzeitwohnen nutzen.

„Die Schaffung dieser neuen Plätze wird von den betroffenen Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen sehnlichst erwartet“, kommentiert der Vorsitzende der Lebenshilfe Neunkirchen, Werner André.