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Expedition
Auge in Auge mit Orcas und Buckelwalen

Polarlicht. Dieses wunderbare Naturereignis konnten die Winters auch beobachten.
Polarlicht. Dieses wunderbare Naturereignis konnten die Winters auch beobachten. FOTO: Ingolf Winter
Illingen. Die Unternehmerfamilie Winter setzt sich intensiv für den Tier- und Naturschutz ein. In Norwegen hatten sie jetzt Kontakt zu Orcas.

Die passionierten Naturschützer und Abenteurer Michael und Ingolf Winter sind von einer weiteren Expeditionsreise zu Norwegens Orcas und Buckelwalen zurückgekehrt. Mit ihrer firmeneigenen Stiftung „proWIN pro nature“ setzen sie sich dafür ein, die Natur in ihrer Vielfalt zu erhalten. Die beiden Geschäftsführer waren hautnah dabei, wie die Meeressäuger in den Tiefen des Nordpolarmeers zusammen Heringe jagten.



Würde man alle von ihnen zusammennehmen, ergäbe dies einen Streifen Fisch von 100 auf 1000 Meter, der einmal um die ganze Erde reicht. Genau diese Fülle an Heringen, lockt jedes Jahr weit über 1000 Orcas und zahlreiche Buckelwale sowie andere Bartenwale in die nördlichsten Fjorde Norwegens. Ein Naturschauspiel, der ganz besonderen Art. Die hochintelligenten Orcas sind schlaue Jäger: Sie treiben die Heringe zu einem Fressball zusammen, um sie dann bis auf die letzte Flosse zu verspeisen. Die beiden Tierfreunde und passionierten Taucher durften diese imposanten Meeressäuger im gerade einmal zwei Grad warmen Meer aus nächster Nähe erleben. Zehn Meter lange Orcas, fünf Tonnen schwer, glitten nur einen Meter entfernt durch die Fluten. Ingolf Winter über diese beeindruckende Begegnung: „Diese neugierigen Riesen tauchen auf, um zu schauen, was sich da an der Wasseroberfläche tut und lachen dich förmlich an. Du wirst Zeuge des Naturkreislaufs, fressen und gefressen werden. Das macht Dir bewusst, wie klein und unbedeutend wir Menschen in diesem System eigentlich sind.“

Die Orcas zählen zu den intelligentesten Säugetieren und verfügen über eine hohe soziale Intelligenz. Dazu gelten sie als schlaue Jäger. Ihre Fangtechnik für Fischschwärme ist legendär: Sie treiben die Fische eng zusammen und schlagen mit ihren schweren Schwanzflosse in den Schwarm hinein. Die getroffenen Fische schweben benommen im Wasser, wo die Orcas sie wunderbar auflesen können. Die Buckelwale haben eine andere Technik: Sie tauchen unter die Fischschwärme, öffnen ihr riesiges Maul, steigen nach oben, bis sie aus dem Wasser herausragen. Dann schließen sie ihr Maul und pressen das Wasser heraus. Die Beute (bis zu einer Tonne Fisch) bleibt in den ausgefransten Hornplatten des Oberkiefers hängen. Wie alle Bartenwale hat auch der Buckelwal anstelle von Zähnen solch eine Siebvorrichtung. Was sich darin verfängt, braucht er dann nur noch mit der Zunge zusammenzufegen und zu verschlingen.

Diese beiden Meeressäuger bei ihrer Jagd sowie allgemein erleben zu können, ist einfach imposant. Ingolf Winter: „Ich finde es unglaublich, dass die Orcas uns in ihrer Welt geduldet haben. Ein Muttertier säugte sogar ihr noch ganz kleines Baby direkt vor uns. Die Natur präsentierte sich wieder einmal in ihrer ganzen Pracht. Es bleibt zu hoffen, dass die norwegische Regierung irgendwann aufwacht und ihre Bestimmungen dahingehend ändert, dass Heringe erst nach dem Ablaichen zum Fang freigegeben werden. Nur dann können wir Menschen auch in Zukunft staunend Zeuge dieses Jagdschauspiels werden.“

Norwegen besitzt gerade um diese Jahreszeit eine ganz besondere Magie. Die Morgenröte des Sonnenaufganges wird quasi direkt vom Abendrot abgelöst. Das Polarlicht zieht alle in seinen Bann.



Ein Orca bei seinem nächtlichen Mahl. Vor allem Heringe standen auf der Speisekarte.  
Ein Orca bei seinem nächtlichen Mahl. Vor allem Heringe standen auf der Speisekarte.   FOTO: Michael Winter