Aufschlag für die letzte Ruhe

Neunkirchen. Das Leben ist teuer, und Sterben gehört bekanntlich zum Leben. So gesehen, ist es nicht überraschend, dass jetzt auch für die letzte Ruhestätte der Neunkircherinnen und Neunkircher ein Aufschlag kommt

Neunkirchen. Das Leben ist teuer, und Sterben gehört bekanntlich zum Leben. So gesehen, ist es nicht überraschend, dass jetzt auch für die letzte Ruhestätte der Neunkircherinnen und Neunkircher ein Aufschlag kommt. Die von den Familien der Verstorbenen zu entrichtenden Friedhofsgebühren sind so kalkuliert, dass sie 65 Prozent der städtischen Unterhaltungs- und Arbeitskosten für die Friedhöfe abdecken. Genau dies sei die Marge, auf die die Kommunalaufsicht bei der Zuteilung von Landeszuschüssen ein Auge habe, führte Oberbürgermeister Jürgen Fried an. Liege der Deckungsgrad darunter, werde die Landesverwaltung gerade unter dem Aspekt der Schuldenbremse davon ausgehen, dass die entsprechende Gemeinde ihre Einnahmequellen nicht ausschöpft.Die CDU tat sich schwer mit ihrem Votum, stimmte dann gegen die Gebührenerhöhung, nachdem ihr Antrag die Erhöhung für alle Grabarten auf maximal neun Prozent zu begrenzen, abgelehnt worden war. Auch die Linke kritisierte, dass seitens der Stadt eine jährliche Gebührenanpassung in den letzten Jahren versäumt worden sei und lehnte ab. Auch einer der beiden Grünen-Vertreter schloss sich an. Die SPD trug die Verwaltungsvorlage mit, weil sie Transparenz bei den Bestattungsarten (Fraktionschef Willi Schwender) mit sich bringe. Auch beträfen die größten Preissprünge die nur selten nachgefragten Begräbnisformen.

Nach der nun geltenden Gebührentabelle wird beispielsweise ein Familiengrab für zwei Sargbestattungen - möglich sind zusätzlich zwei Urnen - 3120 (bisher 2732) Euro kosten. Als Wiesengrab schlägt es mit 4854 (bisher 4470) Euro zu Buche. Im Kostenpaket enthalten sind jeweils das Herstellen und Anlegen des Grabes, die Nutzungsrechte für 30 bzw. 25 Jahre, bei Wiesengräbern die Pflege sowie die Benutzung der Leichenhalle. Letzteres ist übrigens als einziges billiger geworden: Die Inanspruchnahme der Leichenhalle kostet künftig 400 statt 440 Euro bzw. 200 statt 220 Euro, wenn die Zelle nicht mitbenutzt wird oder nur sie in Anspruch genommen wird. Basis für die Kostenklkulation waren jene 570 Bestattungen, die auf den Neunkircher Friedhöfen im vergangenen Jahr anfielen (siehe auch Grafik).

Weitere Gebührenbeispiele: Ein Familiengrab für Urnen kostet 1155 (bisher 1067) Euro, ein Reihengrab 1725 (bisher 1570) Euro, ein Reihenurnengrab 1010 (bisher 941) Euro. Einige hundert Euro teurer sind jeweils die Wiesengrabvarianten. Für eine anonyme Urnenbeisetzung werden zwischen 470 und 870 Euro fällig, für eine anonyme Erdbeisetzung 2233 Euro.