Auf dem Weg zum Abitur

61 angehenden Abiturienten des KBBZ Neunkirchen stellten gestern ihr Wissen in den beruflichen Profilfächern unter Beweis.

"Gut gelaufen", "definitiv machbar", "richtig gut" - die Selbsteinschätzung der gerade erbrachten Leistungen fiel bei den Oberstufen-Schülern des KBBZ gestern Nachmittag unisono positiv aus. Zur Prüfung der beruflichen Profilfächer Pädagogik/Psychologie, Gesundheit und Betriebswirtschaft waren am Morgen alle 61 Oberstufenschüler pünktlich um 8 Uhr angetreten. "Ich bin froh, dass es rum ist", äußerte Celina Christmann nach dem fünfstündigen Prüfungsmarathon sichtlich gelöst. Mit den drei abgefragten Themen Demenz, Diabetes und Herzinfarkt war sie gut zurechtgekommen. Zum Feiern sei es noch zu früh, aber: "Heute mach ich nichts mehr", betonte die 19-jährige Friedrichsthalerin. Dafür greift sie am Mittwoch sofort wieder zu den Büchern. Englisch ist die nächste Hürde auf dem Weg, der in ein Grundschullehramts-Studium münden soll. Prima fühlte sich auch Eva Scherer nach der Prüfung, in der sie unter anderem über die Wichtigkeit der Polysaccharide Auskunft gab. Die 19-Jährige aus Neunkirchen möchte langfristig Gesundheitsmanagement an der HTW studieren. Kurzfristig freut sie sich darauf, "mal wieder Ausschlafen" zu können.

Monate lang gebüffelt hatte Alex Schwab aus Bexbach, genaugenommen seit den Winterferien. "Ich hab ein bisschen später angefangen", gestand Florian Henkes, der in Wiebelskirchen wohnt. Beide waren erstaunlich gut klargekommen mit den Fragen zu Preispolitik, Produktionsprozessen, Bilanzen und so weiter. Was Schulleiter Heiko Staub und Abteilungsleiter Hans-Werner Backes freute, aber nicht wirklich überraschte. Das Schulsystem G9 habe sich hier am Standort eben bestens bewährt. So erreichten 2016 von 66 Abiturienten 15 ein "Eins-Komma", 20 einen Notenschnitt unter 2,5. "Wenn die Jugendlichen zu uns kommen, sind sie meistens schulmüde", sagte Backes. "Dann bringen wir sie auf einen einheitlichen Stand und führen sie zum Abitur." Nicht selten wird die Beschulung am KBBZ als "Befreiung" erlebt. Warum? "Wir haben andere Methoden und pflegen einen anderen Umgang. Schüler werden als junge Erwachsene angesprochen, auf Augenhöhe", argumentierte Staub. Auch der Umfeldwechsel spielt eine Rolle.

"Ich bin nach der neunten Klasse vom Gymnasium Ottweiler her gewechselt", verriet Luca Ruppenthal. Die Mutter eines Freundes, die hier Lehrerin ist, hatte ihm das KBBZ empfohlen. Das passt, fand Luca nach dem "Tag der offenen Tür". Bereut hat er die Entscheidung keine Minute: "Die Lehrkräfte hier bringen ihre Erfahrungen aus der freien Wirtschaft ein"- Hans-Werner Backes beispielsweise aus dem Bankwesen. Er selbst will später auch unterrichten: BWL und Deutsch.

 Dennis Martel, 19, aus Hangard: "Leichter als erwartet."
Dennis Martel, 19, aus Hangard: "Leichter als erwartet."
 Wendelin Gerein, 19, aus Furpach: "Bereit für die Zukunft."
Wendelin Gerein, 19, aus Furpach: "Bereit für die Zukunft."
 Michael Scheidhauer, 19, aus Steinbach: "Das Lernen hat ein Ende."
Michael Scheidhauer, 19, aus Steinbach: "Das Lernen hat ein Ende."
 Kathrin Cakamak, 19, aus Neunkirchen: "Das Ziel ist in Sicht."
Kathrin Cakamak, 19, aus Neunkirchen: "Das Ziel ist in Sicht."
 Sarah Luise Jung, 21, aus Merchweiler: "Endlich geschafft."
Sarah Luise Jung, 21, aus Merchweiler: "Endlich geschafft."
 Jessica Schultz, 18, aus Ottweiler: "Start in die Zukunft geglückt."
Jessica Schultz, 18, aus Ottweiler: "Start in die Zukunft geglückt."

Nicht so richtig glücklich sind Staub und Backes mit den nächsten Prüfungen: "Hörverstehen" am Freitag. Bisher hatten die Englisch- und Französischprüflinge am KBBZ nachmittags immer ihre Ruhe. Das war einmal. Denn nun laufen die Tests länderübergreifend am deutlich geräuschintensiveren Schulmorgen. "Wir verlegen zwar den Gong und die Pausenzeiten", erklärte Staub. "Aber wir können nicht allen Berufsschulklassen frei geben, nur weil eine halbe Stunde Prüfung ist."