Auch St. Wendel, Friedrichsthal und Oberthal nutzen das Neunkircher Rechenzentrum

Interkommunale Zusammenarbeit : Ein Rechenzentrum für viele Kommunen

Auch St. Wendel, Friedrichsthal und Oberthal nutzen künftig das Neunkircher Rechenzentrum für elektronische Sitzungsarbeit. Die Vereinbarung wurde am Dienstag unterzeichnet.

Einladungen lesen, Sitzungsunterlagen einsehen, sie bearbeiten, zu Sachverhalten ins Archiv gehen – alles papierlos und im tragbaren Büro eines I-Pads, immer verfügbar und datensicher. So sieht digitale Gremienarbeit in den Stadt- und Gemeinderäten aus. Manche Kommunen sind bereits dabei, andere machen sich auf. Am Dienstag haben im Neunkircher Rathaus drei neue Partner eine Vereinbarung unterzeichnet, um das Rechenzentrum der Kreisstadt für den elektronische Sitzungsdienst zu nutzen: Bürgermeister Peter Klär (CDU) für die Stadt St. Wendel, Bürgermeister Stephan Rausch (CDU) für die Gemeinde Oberthal und Bürgermeister Rolf Schultheis (SPD) für die Stadt Friedrichsthal. Die drei Neuen steigen nach den Kommunalwahlen im Mai ein.

Rückblick: 2015 hat die Stadt Neunkirchen ein IT-gestütztes Gremieninformationssystem eingeführt. Diesem System und dem Betreuen der zugehörigen Programme haben sich 2016 sechs weitere Verwaltungen angeschlossen: der Landkreis Neunkirchen, die Gemeinden Spiesen-Elversberg, Schiffweiler, Merchweiler, Eppelborn und Nohfelden. Künftig braucht es also die Finger beider Hände, um die Nutzer aufzuzählen. Und es gibt weitere Interessenten, wie am Dienstag zu hören war.

Dieses Kooperationsprojekt ist ein Teilchen eines sich ausweitenden Geflechts von Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg in unterschiedlichsten Bereichen zwischen unterschiedlichen Partnern. Weniger finanzielle Ersparnis, denn gesteigerte Effizienz schiebe dieses Sitzungsdienstprojekt  an, sagte der Neunkircher Oberbürgermeister Jürgen Fried (SPD). Und das untermauerten die Neu-Unterzeichner vom Dienstag.

„Das wird nicht der große fiskalische Entwurf“, sagte Peter Klär. „Es geht um Effizienz, schlanke Abläufe, gegen Redundanzen.“ Sie würden sich „intern disziplinieren“ müssen, vermutet Klär. Es solle auch nicht beim Stadtrat bleiben: „Wir wollen auch die Ortsräte ausstatten.“ Neunkirchen sei eine Serverkommune, ein Partner, auf den man sich verlassen könne, es gehe ja um sensible Daten.

Nicht das Finanzielle, die Funktionalität stehe im Vordergrund, sagte Stephan Rausch zum Sitzungsdienstprojekt. Er sprach „von einem ersten Schritt“. Dem Gemeinderat sollen Ortsräte folgen. „Die Ratsmitglieder gehen es gespannt an“, berichtete ihr Verwaltungschef. Wunsch sei es gewesen, erst nach den Kommunalwahlen zu starten. Manch einer müsse sich vielleicht nicht mehr papierlos umstellen. Und Einsteiger könnten papierlos anfangen.

„Man sollte Kontaktpunkte bündeln, effizienter gestalten“, stellte Rolf Schultheis fest. So auch beim Kooperationsprojekt mit dem Neunkircher Rechenzentrum. „Wir haben uns einiges angeschaut. Neunkirchen hat überzeugt, von der Kompetenz, mit seinen Fachkräften.“ IT-Fachkräfte in die Verwaltung einzustellen, sei immer schwierig, erinnerte Bürgermeister Schultheis aus der Praxis, gingen sie doch lieber in die Wirtschaft. 49 von 51 Mitgliedern des Neunkircher Stadtrates nutzen das elektronische Angebot, hatte OB Fried einleitend und mit einem Schmunzeln festgestellt. Manchmal wolle einer doch Papier. Beim Start 2015 waren es 48 von 51.

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