Arbeitsmarkt im Sommerloch

Zum Teil ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit darauf zurückzuführen, dass in den Sommermonaten viele junge Leute den Übergang von Schule, Ausbildung oder Studium in eine berufliche Beschäftigung bewältigen müssen. Zudem laufen viele Zeitverträge aus.

. Wegen der Urlaubs- und Ferienzeit ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Neunkirchen leicht gestiegen. Während beim Jobcenter die Arbeitslosigkeit hauptsächlich durch vermehrte Einmündungen von Kunden in Beschäftigung am zweiten Arbeitsmarkt und in sonstige Fördermaßnahmen gesunken ist, ist sie bei der Arbeitsagentur saisonbedingt gestiegen.

6013 Frauen und Männer waren im Juli arbeitslos gemeldet, 67 mehr als im Juni und 380 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote hat sich gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent erhöht. "Der Anstieg im Bereich der Arbeitslosenversicherung ist für den Monat Juli typisch. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass in den Sommermonaten besonders viele junge Leute den Übergang von Schule, Ausbildung oder Studium in Beschäftigung bewältigen müssen. Nicht immer gelingt das nahtlos, und Arbeitslosigkeit ist dann eine direkte Folge", erläutert Jürgen Haßdenteufel, Leiter der Agentur für Arbeit Saarland die Entwicklung. "Außerdem sind zum Quartalsende Zeitverträge ausgelaufen und Kündigungen ausgesprochen worden. Da die jetzt arbeitslos gewordenen Frauen und Männer in der Regel gut qualifiziert sind, haben sie die besten Voraussetzungen, rasch wieder in Arbeit zu kommen", so Haßdenteufel.

Bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Frauen ist die Arbeitslosigkeit um 52 Personen auf 592 gestiegen, bei den Männern um 55 auf 808. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren wirkten sich noch Arbeitslosmeldungen nach Schul- oder Berufsausbildung aus. Ihre Arbeitslosigkeit ist um 70 auf 210 gestiegen, das waren 10,6 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosigkeit beim Jobcenter des Kreises ist im Juli um 40 auf 4613 Personen gesunken, lag damit aber deutlich über dem Vorjahreswert (plus 414). Grund für den Rückgang im Juli waren unter anderem Eintritte in Beschäftigung am zweiten Arbeitsmarkt und in Fördermaßnahmen, darunter auch in Integrationskurse für Flüchtlinge. Im Juli waren 2590 Männer und 2022 Frauen beim Jobcenter gemeldet. 40 Prozent aller beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen waren bereits ein Jahr und länger arbeitslos, 2,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Ausländeranteil an den Arbeitslosen betrug im Juli 31,8 Prozent (1468).

In die Unterbeschäftigung werden neben den registrierten Arbeitslosen auch die Personen einbezogen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder aus anderen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden.

Die Arbeitgeber haben im aktuellen Monat rund 200 neue Stellen gemeldet, acht weniger als im Juni. Aktuell stehen 730 freie Jobs zur Verfügung. Besonders gesucht sind weiterhin Arbeitskräfte im Dienstleistungsbereich, in der Zeitarbeit, im Handel, im Verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe, im Bereich Verkehr und Logistik sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.

Im Kreis Neunkirchen wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 590 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Gleichzeitig suchten 960 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, zehn Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Juli waren noch 230 Stellen unbesetzt und 335 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz oder sonstige Alternative.

"Auch in den Ferien und nach Ausbildungsbeginn geht noch was für Ausbildungssuchende", betont Jürgen Haßdenteufel, Leiter der Agentur für Arbeit Saarland. "Wer sich jetzt erst bewirbt, hat noch eine große Auswahl. Jugendliche, die bisher nicht bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur waren, sollten schnell einen Termin vereinbaren. Wichtig ist, sich nicht auf einen Beruf festzulegen und auch mal über die Kreisgrenzen hinauszusehen. Es gibt immer Alternativen, an die man zunächst nicht gedacht hat", so Haßdenteufel.

Am häufigsten werden im Kreis Neunkirchen noch Auszubildende für folgende Berufe gesucht: Verkäufer/in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Fachkraft Lagerlogistik, Restaurantfachmann/frau, Elektroniker Energie- und Gebäudetechnik, Koch/Köchin, Kaufmann/-frau - Büromanagement, Dachdecker, Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk - Bäckerei und Fleischerei.