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Arbeits- und Ausbildungsmarktbericht für Neunkirchen

Arbeitsmarkt : Leichte Eintrübung am Arbeitsmarkt

Gute Nachrichten für Ausbildungsplatz-Suchende in Neunkirchen: Es gibt noch jede Menge freie Stellen.

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Neunkirchen zeigte im Juli unterschiedliche Entwicklungen. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist weiter angestiegen. Die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen entwickelte sich rückläufig und blieb unter dem Niveau des Vorjahres. Auch der zurückgehende Stellenbestand weist auf eine Eintrübung am Arbeitsmarkt hin.

Die Agentur für Arbeit Saarland zählte im Juli 5021 Arbeitslose. Im Landkreis Neunkirchen ist die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer damit gegenüber dem Vormonat um 228 beziehungsweise 4,8 Prozent angestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 132 beziehungsweise 2,7 Prozent mehr Arbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosenquote ist von 6,6 Prozent im Juni auf nun 6,9 Prozent angestiegen. Sie lag damit 0,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahresmonats.

„Die schwächere konjunkturelle Entwicklung hinterlässt ihre Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit ist im Juli angestiegen, die Zahl der gemeldeten Stellen geht auf hohem Niveau zurück“, erläutert Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland. Gute Nachrichten hat der Agenturchef für diejenigen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen: Es warten noch rund 270 Ausbildungsstellen auf ihre Besetzung. „Wer die Schule verlassen hat und immer noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche hat, kann hoffen. Aktuell werden in vielen Branchen und Berufen noch Nachwuchskräfte für 2019 gesucht. Allerdings sollte man keine Zeit mehr verlieren und schnellstmöglich Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen“, empfiehlt Haßdenteufel.

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli um 192 auf 1730 gestiegen, das waren 208 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 38 auf 244 im Vergleich zum Juni. Gegenüber dem Vorjahr ist ihre Zahl um 11,9 Prozent gestiegen. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus lag bei 741. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr um 10,6 Prozent erhöht.

Beim Jobcenter im Landkreis Neunkirchen hat sich die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat geringfügig um 36 auf 3291 erhöht, das waren 76 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im Juli bei 362. Sie ist gegenüber dem Vorjahr um 20 gesunken. 848 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl ist gegenüber dem Vorjahr um sieben gestiegen. Mehr als ein Drittel der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Juli 1239. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 13,6 Prozent.

Die Unterbeschäftigung lag im Landkreis Neunkirchen im Juli mit 7078 Personen um 0,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 70,9 Prozent. Der Arbeitsmarkt wurde durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen um weniger als ein Drittel entlastet.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt, so die Pressemitteilung.

Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen beziehungsweise ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden, wie es in der Pressemitteilung weiter heißt.

Unternehmen der Region haben im Juli 145 Stellen zur Besetzung gemeldet, 70 weniger als im Juni und 152 weniger als im Vorjahresmonat. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um über die Hälfte. Aktuell stehen 1040 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung. Der Stellenbestand liegt damit um 14,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Die überwiegende Zahl der Stellenangebote wurde im aktuellen Monat in der Zeitarbeit, im Verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen und im Handel gemeldet. Auch im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich, im Baugewerbe, im Gastgewerbe, im Öffentlichen Dienst und im Logistikbereich gab es zahlreiche offene Stellen.

Im Landkreis Neunkirchen suchten seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 811 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 7,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig wurden 696 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 3,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Am statistischen Zähltag im Juli waren noch 270 Stellen unbesetzt und 305 Jugendliche unversorgt.

Offene Ausbildungsstellen gibt es noch in allen Berufsbereichen. Am häufigsten werden im Landkreis Neunkirchen Auszubildende für folgende Berufe gesucht: Kaufmann/-frau im Einzelhandel (29), Kaufmann/-frau – Büromanagement (15), Verkäufer/in (14),Anlagenmechaniker – Sanitär-/Heiz.-Klimatechnik (13), Dachdecker/in (12), Elektroniker/in – Energie-/Gebäudetechnik (10), Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (10), Koch/Köchin (9), Medizinische/r Fachangestellte/r (9), Restaurantfachmann/frau (8).

Wer Spaß am Dachdecker-Handwerk hat, für den gibt es gute Nachrichten: Es gibt noch freie Ausbildungsstellen.  Aber auch in anderen Berufszweigen sind noch Plätze frei. Foto: dpa/Marius Becker

Termin bei der Berufsberatung: Telefon (08 00) 4 55 55 00 oder persönlich vor Ort bei der Agentur für Arbeit; Unternehmen: Telefon (08 00) 4 55 55 20, an den Arbeitgeberservice wenden.