Anstoßen auf die „alte Zeit“

Elf Frauen, die sich aus ihrer Schulzeit am Neunkircher Mädchen-Real-Gymnasium kennen, haben ihr 50-jähriges Schulabschluss-Jubiläum gefeiert. Teils waren die Seniorinnen von weit her angereist.

. Am Samstagvormittag standen in der Bibliothek des Steinwaldgymnasiums wie immer zahlreiche Bücher in den Regalen. Doch etwas war an diesem Morgen anders. Auf einem Tisch standen zwei Flaschen Sekt, zahlreiche Gläser und ein großer Strauß mit gelb-roten Rosen. Kurz nach 10 Uhr öffnete sich die Tür zur Bibliothek und zwölf gut gelaunte Damen im besten Alter betraten den Raum. Herzliche Umarmungen folgten und man hörte Worte wie: "Schön, dich wieder zu sehen", "Was macht deine Familie?", "Kommt Brigitte auch?", "Du siehst aber gut aus".

Aus dem ganzen Bundesgebiet sind die ehemaligen Abiturientinnen des Neunkircher Mädchen-Real-Gymnasiums angereist, um ihr 50-jähriges Schuljubiläum gemeinsam zu feiern. Renate Schistel-Eder begrüßte ihre ehemaligen Mitschülerinnen und freute sich, "dass besonders viele den Weg nach Neunkirchen zur ehemaligen Schule, und zum gemeinsamen Treffen gefunden haben". Besonders dankte Schistel-Eder der Direktorin des Steinwaldgymnasiums Karin Weiskircher-Hemmer. "Vielen Dank, dass wir kommen durften, es ist für uns alle ein anrührender Moment, nach 50 Jahren wieder in dieser Schule stehen zu dürfen." Mit dem großen Rosenstrauß wurde der Direktorin dafür gedankt. Weiskircher-Hemmer ließ es sich nicht nehmen, nach dem kleinen Sektempfang die ehemaligen Abiturientinnen durch das Schulgebäude zu führen. Am Grundriss des Komplexes hat sich eigentlich nicht viel verändert, lediglich Räume sind umgebaut worden und neuen Bestimmungen zugeführt. "So gibt es heute in der Schule ein Bistro, etwas, das man wohl früher nur als Wort aus dem Französisch-Unterricht gekannt hat. Die Aula und die Turnhalle sind zu einer späteren Zeit zum Schulgebäude hinzugekommen", berichtete die Rektorin. Die elf ehemaligen Schülerinnen waren nach der Führung beeindruckt, wie sich die Schule so positiv nach ihrer Schulzeit weiter entwickelt hat.

Einige Anekdoten und Erinnerungen aus der "alten Zeit" ließen nach dem Rundgang durch das Schulgebäude nicht lange auf sich warten. So waren früher zum Beispiel die Klassensäle an der Vorderseite bei den Schülerinnen sehr beliebt, weil dort immer die Jungs vom Krebsberg-Gymnasiums vorbei mussten, um zur Sportanlage zu gelangen. Unterschiedliche Pausenzeiten gab es damals an den beiden Gymnasien, damit sich die Wege der beiden Geschlechter nicht kreuzen sollten. "Aber in den Tanzstunden wurde gemeinsam geschwooft", ergänzte Ulrike Büschel. Früher musste auch noch Schulgeld gezahlt werden. "Das waren 1000 französische Francs, so etwa zehn Mark", erinnerte sich Schistel-Eder. "In der ersten Turnstunde wurde uns das vorschriftsmäßige Begrüßen des Lehrkörpers beigebracht, vollendet mit einem tiefen Knicks", erinnerte sich Dorothee Berg. "Eine Besonderheit zu unsere Zeit war, dass wir schon Physik als Hauptfach hatten", berichtete Hanna Weigard.

Die Schülerinnen der Sexta, Jahrgang 1958, blieben noch einen weiteren Tag in der Region. So standen noch Ausflüge auf dem Programm. Den Schülerinnen Rosi Krahl aus Fürth, Inge Maroldt aus Berlin, Dorothee Berg aus Freisen, Ulrike Büschel aus Hamburg, Renate Schistel-Eder aus Homburg, Brigitte Müller aus Neunkirchen-Heinitz, Helga Gothier aus München, Helge Kuntz aus Kohlhof, Renate Grimm aus Karlsruhe, Rosel Brand aus Bremen und Hanna Weigard aus Krefeld hat es sehr gut gefallen.