An der Seite der Jugendlichen

Schiffweiler. Ein wohl bestelltes Feld hat Jugendpfleger Christian Peitz am 1. Dezember von seinem Vorgänger Markus Wittling übernommen. Zwölf Jahre engagierte Kinder- und Jugendarbeit haben ihre Spuren in Schiffweiler hinterlassen. Der 33 Jahre alte Erziehungswissenschaftler will aber nicht nur die großen Fußstapfen ausfüllen, sondern auch eigene Wege gehen

Schiffweiler. Ein wohl bestelltes Feld hat Jugendpfleger Christian Peitz am 1. Dezember von seinem Vorgänger Markus Wittling übernommen. Zwölf Jahre engagierte Kinder- und Jugendarbeit haben ihre Spuren in Schiffweiler hinterlassen. Der 33 Jahre alte Erziehungswissenschaftler will aber nicht nur die großen Fußstapfen ausfüllen, sondern auch eigene Wege gehen. "Ich habe mir vorgenommen, die Dinge, die erfolgreich laufen, weiter zu bedienen und dann nach und nach auch etwas Neues anzubieten", sagte Peitz gestern im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Als gebürtiger Schiffweiler, der seit einiger Zeit mit seiner Lebensgefährtin in Neunkirchen wohnt, hat Christian Peitz den Kontakt zur Heimatgemeinde schon aus familiären Gründen nie abreißen lassen. Zuletzt arbeitete er in einem auf drei Jahre befristeten Projekt der gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeitslosenberatung und Beschäftigung Burbach (gabb) und betreute an der Gesamtschule sozial benachteiligte Schüler.Der Neuanfang im Schiffweiler Rathaus sei schon eine Herausforderung für ihn gewesen, bekennt Peitz, denn nun sei er quasi als "Einzelkämpfer" in die Verwaltung eingebunden, vorher arbeitete er im Team. "Aber die Kollegen haben mich alle sehr freundlich aufgenommen", kann der neue Jugendpfleger berichten. Er habe genügend Freiheit für Entscheidungen und gleichzeitig die Rückendeckung der Verwaltung. "Was will man mehr?" Außerdem habe er fast täglich Kontakt mit Markus Wittling, der jetzt als Streetworker des Landkreises arbeitet, und könne sich Tipps holen, auch in Sachen Jugendzentrum in der Mühlbachhalle, in das er mit zehn Stunden wöchentlich eingebunden ist. Dort kann Peitz einige Erfahrungen aus seiner vorherigen Tätigkeit einfließen lassen. "Wenn ein Jugendlicher ins JuZ kommt und mich um Hilfe bittet, weil er übermorgen eine Mathearbeit schreibt, weiß ich, ich bin angekommen", freut sich der neue Jugendpfleger. Eng arbeitet er mit dem Kulturamt der Gemeinde zusammen. Das nächste große Projekt sind die Kulturtage für Kinder Ende Februar im Heiligenwalder Bürgerhaus. Auch mit den anderen Jugendpflegern im Kreis ist eine Zusammenarbeit selbstverständlich. So wird vom 31. März bis 3. April eine große München-Fahrt gemeinsam angeboten. In den Osterferien ist eine eigene Aktion mit Workshops und Ähnlichem in der Mühlbachhalle geplant. Auch der Tagesausflug in den Europapark oder das Zeltlager in der Partnerstadt Greifenburg sollen wieder stattfinden. Doch Christian Peitz sieht seine Aufgabe nicht nur als Organisator von Veranstaltungen und Ansprechpartner für die Vereine in der Gemeinde. Präventionsarbeit ist ihm ein wichtiges Anliegen.

Er nennt das Projekt HALT, das für einen risikobewussten Umgang mit Alkoholkonsum eintritt, als Beispiel. Geschulte Jugendliche übernehmen hier selbst die Aufgabe, andere Jugendliche über die Gefahren von Alkoholmissbrauch aufzuklären. "Das ist eine nachhaltige Geschichte", findet Peitz, der nach eigenen Worten "kein Freund von Sanktionen" ist. Besser sei es, frühzeitig den Kontakt mit den Jugendlichen zu suchen und Hilfe anzubieten. Christian Peitz hofft, in seiner neuen Aufgabe Schritt für Schritt das Vertrauen der jungen, aber auch der älteren Bevölkerung von Schiffweiler zu erhalten.