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Altes Pfarrhaus wird umgebaut zur Kinderkrippe

Altes Pfarrhaus wird umgebaut zur Kinderkrippe

Neunkirchen. Jasmin Wack, die Geschäftsführerin des Familien- und Nachbarschaftszentrums (FNZ) in Neunkirchen strahlte am Donnerstag vor Freude, als sie gleich mehrere Zuwendungsbescheide von Land, Kreis und der Kreisstadt Neunkirchen zur Finanzierung der neuen Kinderkrippe entgegennehmen konnte (wir berichteten kurz)

Neunkirchen. Jasmin Wack, die Geschäftsführerin des Familien- und Nachbarschaftszentrums (FNZ) in Neunkirchen strahlte am Donnerstag vor Freude, als sie gleich mehrere Zuwendungsbescheide von Land, Kreis und der Kreisstadt Neunkirchen zur Finanzierung der neuen Kinderkrippe entgegennehmen konnte (wir berichteten kurz). 1,6 Millionen Euro werden in den Umbau des alten Pfarrhauses der ehemaligen Kirchengemeinde Herz-Jesu in der Kleiststraße investiert.Die Kinderkrippe des FNZ sucht bereits seit 2008 nach einem neuen Standort, um die hohen Qualitätsansprüche an die Kinderbetreuung zu erfüllen und ein besseres Raumangebot zu erhalten. Das Kreisjugendamt gab den entscheidenden Hinweis auf den Leerstand des Pfarrhauses in der Kleiststraße. Bei den Verantwortlichen der Kirchengemeinde Sankt Marien als Eigentümer des Pfarrhauses rannte man mit dem Vorschlag offene Türen ein.

40 Krippenplätze entstehen nun in den nächsten zwei Jahren an dem neuen Standort, der günstig im Innenstadtbereich gelegen ist. Eingebettet zwischen der Bachschule und dem evangelischen Kindergarten in der Goethestraße sowie dem katholischen Kindergarten Herz-Jesu, entsteht somit ein weiteres Kinderbetreuungszentrum in der Innenstadt.

Bürgermeister Jörg Aumann begrüßte die Entscheidung, die neue Krippe genau an diesem Standort einzurichten. "Mit der neuen Krippe haben wir im Quartier Nord in Zukunft eine optimale Versorgung mit Betreuungsplätzen und somit bleibt das Leben im Viertel", sagte Aumann. Ein positiver Nebeneffekt: Ein weiterer Gebäudeleerstand in Norduferbereich konnte damit auch verhindert werden.

Den größten Scheck durfte an diesem sonnigen Nachmittag Minister Stephan Toscani überreichen. Der finanzielle Anteil des Landes beträgt 876 000 Euro. Darin enthalten sind bereits 420 000 Euro, die das Land als Ausgleich für fehlende Bundesmittel aufbringt. Zuversichtlich zeigte sich Toscani im Hinblick auf die Erfüllung der Betreuungsquote von 35 Prozent für Kinder unter drei Jahren im Saarland. "Eine Verbesserung der Vereinbarung von Familie und Beruf ist ein zentrales Ziel der Landesregierung", betonte Toscani in seiner Ansprache. Demnach wird das Land in den kommenden Jahren weitere 49 Millionen Euro in den Ausbau von Krippenplätzen investieren.

Für den Landkreis überreichte Sozialdezernentin Birgit Mohns-Welsch den Bewilligungsbescheid. Der Kreis beteiligt sich an den Gesamtkosten mit 342 000 Euro. Noch einmal den gleichen Betrag zu den Baukosten schießt die Kreisstadt Neunkirchen hinzu. In Zukunft wird der Landkreis sich jährlich mit etwa 100 000 Euro auch an den Personalkosten beteiligen. ard

Auf einen Blick

Bis 2013 müssen in der Kreisstadt Neunkirchen mit allen Stadtteilen insgesamt 310 Krippenplätze angeboten werden. Derzeit fehlen nach Angaben des Jugendamtes in der Neunkircher Innenstadt noch etwa 39 Plätze. Mit weiteren Projekten, wie dem Ausbau der Kita in der Talstraße sowie der Förderung des Projektes in der Villa Winzig ist die Erfüllung der 35-Prozent-Quote bis 2013 zu schaffen. Die neue Krippe in der Kleiststraße wird nach dem "Hamburger Modell" ausgebaut - ein besonderes Raumkonzept, bei dem die Kinder in ihren natürlichen Bewegungsabläufen gefördert werden. Nach den derzeitigen Planungen werden sieben neue Arbeitsplätze im pädagogischen Bereich entstehen. ard