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Allison Crowe sorgt für Gänsehautmomente

Neunkirchen. Sozusagen die perfekte Bühne für die kanadische Musikerin Allison Crowe bot dieser Tage die Stummsche Reithalle. Die 34-Jährige liebt die Nähe zum Publikum. Ihr Konzert war ein gelungener Mix aus Blues, countrylastigen Stücken und Folksongs. jpm

. Allison Crowe hat ein gewisses Faible fürs Haarefärben "Meine richtige Haarfarbe habe ich mit 15 das letzte Mal gesehen. Seitdem habe ich sie mal blond, rot oder lila." Die Kanadierin erzählt zwischen den Songs viel und gerne über sich und ihre Welt. Stets gut gelaunt zeigt sie dabei offen ihre positiv verrückte Seite. Ihre musikalischen Ideen jedoch sind oftmals anders: Tiefsinnig, zuweilen schwermütig, immer unheimlich intensiv. "Die Frau bringt eine unglaublich dichte Atmosphäre auf die Bühne", befand die Saarbrückerin Martina Zimmer .

Die Stummsche Reithalle bot die perfekte Bühne für die Kanadierin, die im Jahre 2003 einen Majorvertrag ausschlug, um ihr eigenes Label zu gründen. Man merkte von Anfang an: Die Nähe zum Publikum ist genau ihr Ding. Beim zweiten Konzert in Neunkirchen zeigten die Leadsängerin und ihre Band eine musikalische Bandbreite, die beeindrucken konnte. Die ebenfalls aus Kanada stammenden Sarah White (Gitarre) und Dave Baird (Bass) sowie die Schwarzwälderin Celine Greb am Cello "fand ich sehr gelungen, sie haben die Stimme gut unterstrichen", meinte Pascal Anna aus Saarbrücken. Die weiblichen Bandmitglieder unterstützen auch als Background-Sängerinnen. Es entstand "ein schönes Gesamtbild, das gepasst hat". Neben dem Gesang wechselte Crowe mehrmals die Instrumente. Passend zu den Stücken spielte sie Klavier, Gitarre oder griff zur Boran, einer irische Handtrommel. Letztere kam bei Folksongs wie "Tarry Trousers" zum Einsatz. Auch Geigenspiel hatte die 34-jährige Songwriterin im Repertoire. Die Beherrschung des Instruments hatte sie sich erst im letzten Jahr auf der Bühne angeeignet, dort "wo ich die meisten Dinge einübe", wie sie erklärte.

Die meisten der gespielten Stücke drehten sich um autobiographische Erlebnisse: "Viele meiner Songs sind sehr persönlich, handeln von Dingen in meinem Leben." Viel Blues war dabei, Titel, die "schmerzen, die mich vor Herausforderungen stellen". Liebe, Angst, Wut und Hoffnung - kaum ein Aspekt der Gefühlswelt wurde ausgelassen. In "On the Air" betonte Crowe hingegen, dass man manchmal einfach loslassen muss. Auch Countrylastiges wie das mit tollem, dreistimmigem A-cappella-Gesang eingeleitete "Dearly" gab es.

Bis zur Atemlosigkeit verausgabt



Der Höhepunkt des Abends war aber sicherlich die Soloperformance des Klassikers "Hallelujah". Buchstäblich fast bis zur Atemlosigkeit trieb Crowe ihre Stimme beim Refrain zu Höchstleistungen. "Das ist die beste Hallelujah-Version, die ich je gehört habe", meinte Pascal Anna, während Martina Zimmer vom "Gänsehautfeeling" mitgerissen war. Wie das gesamte Publikum, das sie im Anschluss euphorisch feierte. Um dann wieder mit der Künstlerin zu lachen, die meinte: "Ich mag euch. Ihr seit genauso verrückt wie ich."